Moderner Schießstand: Dank der digitalen Anzeige können die Schützen ihre Ergebnisse sofort auswerten – sowohl beim Laser- als auch Luftgewehr- und Kleinkaliberschießen. NN-Foto: Gerhard Seybert
28. Februar 2026 · Emmerich

Schützen in Hüthum werden digital

St.-Georg-Bruderschaft stellt beim Tag der offenen Tür am 7. März die Ergebnisse der Modernsierung ihrer Schießanlage vor

HÜTHUM. Es ist ein Thema, das viele Vereine seit Jahren beschäftigt: die schwierige Suche nach dem Nachwuchs. „Zu meiner Jugendzeit war es noch anders“, erinnert sich Markus Holtkamp, Brudermeister der St.-Georg-Schützen Hüthum-Borghees. „Damals waren wir mit 30 bis 35 Kindern und Jugendlichen auf dem Schießstand. Heutzutage sind sie schwerer zu begeistern.“ Die Hüthumer Bruderschaft hat nun mit einer umfangreichen Sanierung ihres Schießstandes reagiert, das Ergebnis präsentiert sie am Samstag, 7. März, ab 14 Uhr beim Tag der offenen Tür auf der Anlage an der Eltener Straße 510.

Ausschlaggebend für die ersten Überlegungen vor drei Jahren, die Schießanlage zu modernisieren, war laut Holtkamp die neue Bambiniklasse, in der der Nachwuchs im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren mit dem Lasergewehr schießt. „Sie wird sehr gut angenommen“, freut sich der Brudermeister. Aktuell sind 15 Jungen und Mädchen in der Bambiniklasse aktiv. „Wir möchten diese Klasse weiter fördern, so dass die Kinder Spaß haben und dabei bleiben.“ Durch die neue Bambiniklasse könne man den Nachwuchs früh an den Schießsport, aber auch an die Gemeinschaft heranführen. Das Konzept für die Sanierung wurde den Mitgliedern schließlich auf Jahreshauptversammlung im März 2025 vorgestellt.

„Komplett neuer Anstrich“ für das Schützenhaus in Hüthum

Dabei waren die Hüthumer Schützen im Laufe der vergangenen Jahrzehnte, seit der Errichtung des Kerngebäudes und des Schießstandes im Jahr 1972, keineswegs untätig. 1996 wurde die Anlage um Sanitäranlagen, Küche und Gemeinschaftsraum vergrößert. Letzerer wurde 2022 Gemeinschaftsraum renoviert, Ende 2024 folgte die Installation einer neuen Heizung und einer PV-Anlage.

Im Juni 2025 startete nun die Kernsanierung des Schießstandes, etwa sechs Monate wurde hier gearbeitet. „Es war einfach Zeit für einen komplett neuen Anstrich“, sagt Holtkamp.

Doch mit einem reinen „Anstrich“ ist es längst nicht getan. Natürlich präsentiert sich das Schützenhaus nun heller, freundlicher und moderner. Darüber hinaus aber wurden auch „die Räumlichkeiten auf links gedreht“, sagt Holtkamp: Elektronik, Decken, Böden – alles neu. Der Auswerteraum, in dem sich die Schützen auch anmelden, und der Vorraum zur eigentlichen Schießanlage wurden zu einem großen Raum zusammengefasst. „Alle Räume wurden kernsaniert“, sagt Holtkamp.

Total digital: die neue Schießanlage der St.-Georg-Bruderschaft. NN-Foto: Gerhard Seybert

Total digital: die neue Schießanlage der St.-Georg-Bruderschaft. NN-Foto: Gerhard Seybert Foto: Gerhard Seybert - 47608 Geldern

Wesentliche Veränderungen betreffen vor allem den Schießstand selbst: Die Anlage für Schießscheiben wurde demontiert, um eine komplett neue Wegklapptechnik zu installieren. „Die vordere Reihe der Messrahmen für das Luftgewehrschießen lässt sich nun hochziehen, dass so dann die längere Bahn für die Kleinkaliberschützen frei ist“, erläutert Holtkamp. Weiter hielt die Digitalisierung Einzug an der Eltener Straße 510: „Die Schützen können jetzt auf Tablets ihre Ergebnisse sofort verfolgen“, sagt Holtkamp. Dank der digitalen Anzeige können auch die Zuschauer im Gemeinschaftsraum die Wettkämpfe unmittelbar und besser verfolgen. „Es macht das Mitfiebern spannender und fördert auch den Teamgeist“, sagt Holtkamp.

Rund 30.000 Euro für die Digitalisierung des Schießstandes sammelten die Hüthumer Schützen unter anderem über eine Crowdfunding-Aktion. Die weitere Modernisierung erfolgte überwiegend in Eigenleistung, „in vielen ehrenamtlichen Stunden“, betont Holtkamp und ergänzt: „Wir haben zum Glück viele Handwerker im Verein.“ Doch auch Firmen unterstützten die Maßnahme, stellten beispielsweise Material bereit. „Wir haben insgesamt viel Unterstützung durch ganz Hüthum-Borghees erfahren“, sagt Holtkamp.

Viele Vereine profitieren von der Modernisierung

Von der Sanierung profitieren auch andere Vereine, die etwa den Gemeinschaftsraum nutzen, darunter die Heimatfreunde und die Narrengemeinschaft. Doch natürlich vor allem die Schützen und hier die Jugend: „Sie ist allgemein sehr digital unterwegs“, weiß Holtkamp. „Durch neuen digitalen Schießstand können die Jugendlichen nun auch eine App nutzen, um die Ergebnisse nachzuverfolgen.“

Mit den Maßnahmen will die St.-Georg-Bruderschaft ihre gute Nachwuchsarbeit fortsetzen, die sich auch in reinen Zahlen ausdrückt: „Wir haben zum Glück einen großen Jugendbereich, mit etwa 75 Jungschützen zwischen sechs und 24 Jahren“, freut sich Markus Holtkamp. „Unsere Jungschützen organisieren sich teils selbst, unterstützt von Altschützen. Sie haben einen eigenen Vorstand, eine eigene Jahreshauptversammlung und eigene Aktivitäten.“

Beim Tag der offenen Tür am 7. März stellt die Bruderschaft in Hüthum nun sich, die Ergebnisse der Sanierung und den Schießsport vor: mit Laser-, Luftgewehr- und Kleinkaliber- Schnupperschießen. Ab 16 Jahre können die Besucher an einem Kleinkaliber-Pokalschießen teilnehmen. Vorher schießen auch Schüler und Jugend, „da haben sich unsere Jungschützen etwas überlegt“, verrät Holtkamp. Auch die Hüthumer Sportschützen stellen sich vor. „Es wird ein Tag für den Schießsport“, sagt Holtkamp.

Moderner Schießstand: Dank der digitalen Anzeige können die Schützen ihre Ergebnisse sofort auswerten – sowohl beim Laser- als auch Luftgewehr- und Kleinkaliberschießen. NN-Foto: Gerhard Seybert