GOCH/UEDEM/KEVELAER/WEEZE. Für den VHS-Zweckverband Goch-Uedem-Kevelaer-Weeze geht es weiter aufwärts: „Wir nähern uns wieder den alten Zahlen“, resümiert VHS-Direktor Theo Reintjes. Konnte sich das VHS-Team 2022 über rund 5.000 Teilnehmer freuen, waren es allein im ersten Halbjahr 2023 über 4.000 bei rund 400 durchgeführten Veranstaltungen. Dementsprechend dürfte man im zweiten Halbjahr noch weiter auf den alten Normalzustand zusteuern, vor allem angesichts des circa 7.000-stündigen Programms.
Ein bisschen hallt Corona zwar noch nach, das aber eher im positiven Sinne: „Wir haben durch die Pandemie unsere Palette erweitert“, sagt Reintjes und bezieht sich damit auf die Onlinekurse. Diese sollen auch in Zukunft „wohldosiert“ Teil des Programms bleiben. Jenes präsentiert sich wieder weit gefächert, über die sieben Fachbereiche hinweg möchte die VHS sowohl breiten Gruppen als auch nischigeren Interessen gerecht werden. Möglich wird das durch die Zusammenarbeit mit vielen Partnern, was auch das diesjährige Motto anschaulich verdeutlicht: „Gut vernetzt“.

Gut gelaunt ins neue Semester

Der Semesterauftakt setzt auf positive Gefühle: Christof Jauernig präsentiert am 14. September in Kevelaer mit „Eintausendmal Lebensglück“ seine Glücksimpressionen aus 60 Städten. Im Fachbereich „Mensch und Gesellschaft“ gibt es aber noch viel mehr zu entdecken, darunter historische Themen sowie Angebote zu regionalen und gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen.
Mit mehreren Angeboten kreisweit in den Blick genommen wird etwa das Projekt „Pflanzenvielfalt“, unter anderem mit einem Aktionstag am 23. September im Gocher Kastell.
Einen wichtigen Platz nimmt zudem die Zeit- und Heimatgeschichte ein: So wird Eva Weyl am 13. September von ihren Erlebnissen im KZ Westerbork erzählen, ehe Jörg Baden am 25. Oktober von seiner Flucht vor der roten Armee nach Dänemark berichtet. Am 9. November rückt Margret Wensky die kriegerischen Ereignisse im 17. und 18. Jahrhundert am unteren Niederrhein in den Mittelpunkt. „Wir hoffen, dass auch jüngere Leute kommen“, sagt Theo Reintjes. „Wir möchten nämlich zeigen, dass Zeiten, wie wir sie in den letzten Jahrzehnten in Deutschland erlebt haben, früher keine Normalität waren.“ Vor allem Zeitzeugenberichte seien die eindringlichste Möglichkeit, um aufzuzeigen, dass Frieden und Demokratie nicht selbstverständlich seien. „Solche Angebote sind bei uns auch grundsätzlich kostenlos“, betont Reintjes.

Kunst und Kultur

Im Bereich „Kunst und Kultur“ findet die kunsthistorische Vortragsreihe nun nicht nur in Kooperation mit, sondern auch im Niederrheinischen Museum Kevelaer statt. Zudem warten eine Städtereise nach Aachen und eine Museumsfahrt nach Wuppertal, wo es um die Künstler Pablo Picasso und Max Beckmann geht.
Bei anderen Angeboten stehen hingegen die Teilnehmer im Mittelpunkt, etwa beim Musizieren. So wird unter anderem die Ukrainerin und studierte Musikerin Anna Chlasta, die zuvor selbst in der VHS Deutsch gelernt hat, einen internationalen Gitarren-Anfängerkurs anbieten. Die Kurssprache ist zwar Deutsch, bei Bedarf wird aber auch auf Ukrainisch, Russisch und Englisch geholfen. Es warten aber auch andere Kunstformen darauf, ausprobiert zu werden. Wie wäre es zum Beispiel mal mit Töpferei, zu der es bald mehr Kurse denn je gibt.

Von A bis Z bei Gesundheit und Sprachen

Im Bereich „Gesundheit“ sollte ebenfalls an alle gedacht sein: „Von A wie Antistresstraining bis Z wie Zumba ist alles dabei, was an Bewegungs-, Entspannungs- und Ernährungskursen up to date ist“, sagt Theo Reintjes.
Im Bereich „Sprachen“ sind neben den bekannten Integrationskursen die Berufssprachkurse neu dazugekommen „Das ist eine weitere Zulassung, die diese Schule bekommen hat“, erläutert Monique Kling. „Jetzt unterrichten wir bis zu einem B2-Niveau, früher war bei B1 Schluss.“
Das weitere Fremdsprachenangebot hat allerdings etwas abgenommen, was der geringeren Nachfrage geschuldet ist. Wer jedoch gerne viele Sprachen hintereinander ausprobieren möchte, kann sich für den Mehrsprachen-Schnupperkurs (online) vom 7. bis 11. August anmelden. „Zum dritten Mal im Angebot ist auch der Gebärdensprachenkurs“, erwähnt Kling.

Rund um den Beruf

Das weiter gewachsene Angebot des Fachbereichs „EDV und berufliche Bildung“ konzentriert sich größtenteils auf eine berufliche Anwendbarkeit, wie Johannes Wilhelms erläutert. Manche Kurse widmen sich den Schlüsselkompetenzen bzw. „weichen Faktoren“. „Da geht es zum Beispiel um Kommunikation, Rhetorik, Buchführung, Projektmanagement oder Wissen für Gründer.“ Dann wären da noch die Kurse zu den „harten Faktoren“, die sich auf die IT-Skills selbst beziehen, wie etwa Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation. Da in Kursen wie diesen für gewöhnlich der berufliche Kontext gegeben ist, spricht Wilhelms auch den Bildungsurlaub an und betont die Möglichkeit, auf Fördermittel zurückzugreifen. „Wir beraten dahingehend gerne!“
Die Schulabschlusskurse im Fachbereich sechs laufen ihrerseits zwar bereits, aber auch hier besteht die Möglichkeit, sich unter Telefon 02823/973115 bei Theo Reintjes für eine Beratung zu melden und unter bestimmten Voraussetzungen noch einzusteigen. „Sonst aber im Januar 2024. Man sollte sich aber in jedem Fall rechtzeitig melden.“ Für alle Fachbereiche gilt: Eine Rückmeldung ist ausdrücklich erwünscht. Nur so könne man das Angebot an die Bedürfnisse anpassen, sagt Wilhelms.
Das gesamte Programm gibt es online unter vhs-goch.de. Wer es dagegen haptischer mag, kann auf die Hefte zurückgreifen, rund 4.500 liegen in den Rathäusern in Goch, Kevelaer, Uedem und Weeze aus. Anmeldungen sind online, in der VHS-Geschäftsstelle in Goch und in den Rathäusern in Uedem, Kevelaer und Weeze möglich. Wichtig: vom 10. bis 28. Juli ist die Geschäftsstelle in Goch geschlossen.

Der Umzug rückt näher

Auch abseits des Programms stehen für die Zukunft einige Veränderungen für die VHS an: So wird Theo Reintjes zum Ende des Jahres in den Ruhestand gehen, seine Nachfolge übernimmt Dr. Elvira Neuendank.
Der Umzug der VHS nach Pfalzdorf schreitet ebenfalls weiter voran. „Wir sind im Anflug“, sagt Theo Reintjes. „So eine Einrichtung zieht natürlich nicht an einem Tag um, es passiert aber jeden Tag etwas.“ Für einen geregelten Ablauf und angesichts vieler Beteiligter wolle man den Umzug in Ruhe angehen. Bald sollen unter anderem noch die Klassenräume vorbereitet und die Technik eingerichtet werden. Die Geschäftsstelle soll, nach aktuellem Stand, in der ersten Herbstferienwoche umziehen.
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