EMMERICH. Seit er sich mit fünf Jahren die Gitarre seines Bruders geschnappt hat, gehört Musik für den Emmericher Marcel Reuling fest zum Leben. Erste Erfolge feierte er bereits vor Jahren mit seiner ersten Band „ShaDe“, mit der er unter anderem über einen gewonnen Wettbewerb auf dem Courage-Festival auftreten durfte. Mittlerweile als Solokünstler tätig, läuft es derzeit besonders rund für den 34-Jährigen: Nicht nur nimmt er sein erstes Material auf, sondern arbeitet dafür auch mit dem bekannten Rapper Kollegah zusammen. Zwei Singles gibt es bereits auf Plattformen wie Youtube, Spotify und Itunes. Seine derzeitigen Aktivitäten haben ihm sogar einen Auftritt als Vorband für Nena beschert. Im NN-Interview mit Redakteur Thomas Langer erzählt Reuling, wie es zu der Zusammenarbeit kam und wie die neuen Singles beim Publikum ankommen.

Herr Reuling, wie fühlen Sie sich dabei, das erste Mal mit einer Musikgröße zusammenzuarbeiten?

Marcel Reuling: Es war schon eine Herausforderung. Wie soll man es sagen? Man fühlt sich gut damit.

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Inwiefern?

Reuling: Man ist nicht irgendwie angespannt oder so etwas. Es ist einfach positiv. Dass jemand Größeres kommt und sagt: Hör mal, ich sehe etwas in dir.

Also haben Sie schon das Gefühl, große Fortschritte gemacht zu haben?

Reuling: Auf jeden Fall!

Marcel Reuling
Marcel Reuling und Kollegah bei einem gemeinsamen Auftritt.

Wie kam es überhaupt zur Kooperation?

Reuling: Mit Pascal Walterfang [Produzent aus Kleve, Anm. d. Red.] arbeite ich schon seit Jahren immer wieder mal zusammen. Schon damals, als ich mit meiner ersten Band unterwegs war. Irgendwann sagte er zu mir: Ich arbeite mit Kollegah zusammen. Und er fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, Musik mit ihm zu machen. Darauf sagte ich, klar, können wir gerne machen! Dann haben wir Kollegahs Lied „Du bist Boss“ genommen, ich habe es auf meine Art und Weise umgesetzt und Pascal hat es ihm geschickt. Und er fand es gut. So kam alles Weitere. Bei Pascal im Studio haben wir uns dann persönlich kennengelernt.

Da Sie in den Bereichen Pop, Rock und Singer-Songwriter aktiv sind, erscheint ein Rapper wie Kollegah eher als eine ungewöhnliche Partnerwahl. Wieso haben Sie sich für diese Zusammenarbeit entschieden?

Reuling: Ich habe den Mann kennengelernt und er stellte sich als super Kerl heraus. Er hat auch meine Musik gefeiert, fand super, was ich mache. Und so haben wir am Ende gesagt, wir probieren es mal! (lacht)

Also passen Ihre Musik und Kollegahs Rap gut zusammen?

Reuling: Auf jeden Fall! Das haben ja bereits viele Künstler bewiesen. Sido und Mark Forster zum Beispiel. Gesang und Rap, das passt gut zusammen.

Die Zusammenarbeit noch einmal kurz beiseite geschoben: Was ist kennzeichnend für Ihre Musik? Und welchen Themen widmen Sie sich in ihren Texten?

Reuling: Ich widme mich mehr dem Alltäglichen. Dem, was vom Herzen kommt. Guten wie auch schlechten Dingen. Dass man die Menschen mit seiner Geschichte begeistert.

Sie erzählten ja bereits, dass die Gitarre ihr Instrument ist. Ist Ihre Musik also besonders gitarrenorientiert?

Reuling: Genau.

Denken Sie, dass die derzeitige Kollaboration Ihr eigenes Schaffen nachhaltig beeinflussen wird – oder hat es das vielleicht schon? Gehen Sie vielleicht selbst weiter in Richtung Rap?

Reuling: Ich wäre nicht abgeneigt, das Rappen zu probieren. Aber im Moment konzentriere ich mich erst einmal auf das eigene Album. Danach kann man sehen, ob man einen Versuch startet. (lacht)

Kollegah bringt also in den gemeinsamen Liedern seine eigene Note ein, aber den Rest gehen Sie weiterhin auf ihre Art an?

Reuling: Richtig.

Mit einem bekannten Musiker zu arbeiten, gibt der Karriere doch bestimmt Rückenwind. Haben sich für Sie schon diesbezüglich Veränderungen bemerkbar gemacht? Hat sich Ihre Reichweite auf irgendeine Weise erhöht?

Reuling: Auf jeden Fall! Auf Instagram und Youtube ist es auf jeden Fall sichtbar. Man erreicht einfach viel mehr Menschen. Natürlich ist auch viel Hate von anderen Leuten dabei, auch zum Musikvideo von Kollegah und mir. Aber man kann es ja auch nicht jedem recht machen. Musik ist vielfältig. Man hört sie, wenn sie gefällt und man hört sie nicht, wenn sie einem nicht gefällt.

Abseits des Hates: Was sagt das Publikum, wie war das Feedback bisher?

Reuling: Sehr gut! Man sagte mir auch, ich soll weitermachen. (lacht)

Zwei gemeinsame Singles sind ja bereits draußen. Wie viele Weitere sind noch im Rahmen dieser Zusammenarbeit geplant? Und viel wichtiger: Wann ist das komplette Album draußen?

Reuling: Das steht noch in den Sternen. Zwei Singles werden auf jeden Fall noch kommen. Aber wann das komplette Album erscheint, können wir leider noch nicht sagen.

Gut Ding will also Weile haben?

Reuling: So sieht es aus. (lacht)