Aktionslabor
Sonja Lemm (Integration/Inklusion Stadt Kleve), Yvonne Tertilte-Rübo (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Kleve), Studentin Loriane Mbimba und Pascale van Koeverden (Klimaschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit Stadt Kleve; v.l.) vor dem Aktionslabor der 17 Ziele. NN-Foto: SP

KLEVE. Als 2014 das erste Repair-Café ins Klever Radhaus einlud, war die Kreisstadt in der Umgebung ein Vorreiter. Reparieren statt Wegwerfen lautete schon damals das Motto, obwohl der Begriff der Nachhaltigkeit noch nicht so im Fokus stand wie heute. Nun möchte die Stadt Kleve noch mehr im Sinne der Nachhaltigkeit bewegen und hat daher ein Aktionslabor in den Räumen von „Kunst und Gäste“, An der Münze 12, eröffnet, das noch bis nächste Woche Sonntag zum Mitmachen einlädt. Es orientiert sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN und heißt daher offiziell auch „Aktionslabor der 17 Ziele“.

In den Räumen von „Kunst und Gäste“ hat die Stadt Kleve eine Ausstellung initiiert, welche die 17 Nachhaltigkeitsziele zunächst einmal vorstellt. „Wir möchten sie auf globaler und lokaler Ebene sichtbar machen. Viele kennen sie bestimmt nicht“, sagt Yvonne Tertilte-Rübo, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kleve. Zu den 17 Zielen gehören unter anderem, dass niemand auf der Welt Armut und Hunger leiden muss, dass jeder die Gelegenheit zu einer hochwertigen Bildung erhält, die Geschlechtergleichheit, bezahlbare und saubere Energie, menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, nachhaltige Städte und Gemeinden, ein nachhaltiger Konsum und Produktion, allgemeine Maßnahmen zum Klimaschutz, das Leben an Land und unter Wasser sowie Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen.

Bei der Umsetzung bekam die Stadt Kleve auch Hilfe von Studentinnen und Studenten der Hochschule Rhein-Waal (HSRW), die Videos drehten und Plakate erstellten. So erfährt der Besucher des Aktionslabors etwa, dass im afrikanischen Nigeria Plastik bereits komplett verboten ist. Loriane Mbimba, die „Gender & Diversity“ studiert, hat sich mit der mentalen Gesundheit auseinandergesetzt. „Die ist genauso wichtig wie die physische“, sagt Mbimba. Auch sie gehöre deshalb zum Thema Nachhaltigkeit dazu.

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Die Stadt Kleve hat im Aktionslabor ebenso Schwerpunkte auf die Inklusion sowie die Gleichstellung von Mann und Frau gelegt. Am Programm haben viele Vereine und Institutionen, unter anderem der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Zonta-Frauen und der Verein Permakultur Niederrhein, mitgewirkt.

Angsträume

Yvonne Tertilte-Rübo lud am vergangenen Donnerstag zum Thema „kommunales Gewaltschutzkonzept“ in die Räumlichkeiten An der Münze 12 ein. Sie wollte wissen, wo Angsträume, aber auch Wohlfühlräume in Kleve sind. „Wenn wir abends Straßenlaternen im Sinne der Nachhaltigkeit und Energieeinsparung ausschalten wollen, müssen wir wissen, wo wir das tun können. Wenn insbesondere Frauen sich an manchen Orten ohne Beleuchtung unsicher und unwohl fühlen, bringt uns das nicht weiter“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kleve. Der Weg an der van-den-Bergh-Straße vom Park + Ride-Parkplatz, der Platz am Opschlag an der Werftbrücke, ein Weg am Prinzenhof/Kermisdahl sowie die Laufstrecke im Forstgarten seien Orte, die öfter genannt würden, wenn es darum ginge, die Straßenbeleuchtung abends nicht abzuschalten.

Das Aktionslaber der 17 Ziele in den Räumen von „Kunst und Gäste“ ist noch nächste Woche von Montag bis Freitag täglich von 15 bis 19 Uhr für Besucher geöffnet. Es soll niederschwellig einladen, über die Ziele zu reden, an Aktionen teilzunehmen und sich auch über Aktionen zu informieren. „Wir wollen in erster Linie Netzwerken, um die Ziele gemeinsam erreichen zu können“, sagt Tertilte-Rübo. Es solle auch Mut für die Zukunft machen.

Bis Sonntag sind aber noch Aktionen geplant: Heute lädt etwa das Repair-Café von 10 bis 13 Uhr in die Räumlichkeiten ein. Am kommenden Dienstag stellt sich zudem die Klever Tafel vor. Ein globaler Klimastreik von Fridays For Future ist am kommenden Freitag ist ab 17 Uhr geplant. Er soll auf dem Ludwig-Jahn-Platz beginnen. Am nächsten Sonntag startet dann schließlich die Interkulturelle Woche. Von 16 bis 18 Uhr ist dann noch einmal der Wahrsmannshof aus Rees im Aktionslabor zu Gast. Er begibt sich mit interessierten Gästen zu den Themen „Insekten im Teich“ und Mikroplastik mit Hilfe von Mikroskopen auf Spurensuche.

Weitere Infos zum Aktionslabor und zum Programm gibt es online unter https://linktr.ee/Aktionslabor_der_17_Ziele. Dort ruft die Stadt Kleve bis zum 16. Oktober auch noch zu einer Umfrage auf.