ALPEN. Die ehemalige Ausstellungshalle der Firma Hensen an der Mühlenweg in Alpen bietet optimale Bedingungen für die Unterbringung von Flüchtlingen. Die Gemeinde Alpen hat sie deshalb angemietet und mit mehreren Kabinen ausgestattet, in denen Geflohene vorübergehend wohnen können. Was ihnen an dieser Stelle jedoch fehlte, war eine Kochgelegenheit. Und da hat sich die Gemeinde Alpen nun etwas Außergewöhnliches einfallen lassen: Einen Küchen-Container. Gemeinsam mit den Firmen Norgren und Lemken haben sie einen ausrangierten Container zu einer mobilen Küche mit vier Kochstellen umgerüstet.

Dazu hat die Gemeinde Alpen einen ehemaligen Kühlcontainer einer Wurst-Firma abgekauft, die mit ihm zuvor ihre Würste zu Veranstaltungen und zum Kunden transportierte. Norgren und Lemken haben diesen Container für die Gemeinde Alpen umgerüstet. Die Auszubildenden der Firma Lemken haben eine neue Treppe angefertigt und an den Container angebracht, damit ein einfacher Einstieg möglich ist. Die von der Gemeinde Alpen erworbenen Küchen-Elektrogeräte wie einen Backofen mit Kochfeld und Spülbecken haben die Mitarbeiter der Firma Norgren eingebaut.
Beide Firmen haben ihre Dienstleistungen kostenlos angeboten und sich darüber hinaus noch engagiert. So haben die Mitarbeiter der Firma Lemken für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine insgesamt 12.000 Euro gesammelt. Die Firma Norgren sammelten 3200 Euro an Spenden und zudem innerhalb von zwei Wochen 16 Paletten mit Hilfsmitteln, die sie an ihr Schwesterwerk im polnischen Olkusz versendeten.

Klaus Kadagies (l., Norgren) und Alpens Bürgermeister Thomas Ahls zeigen die Küchenutensilien in der mobilen Container-Küche. NN-Foto: SP

Norgren nahm außerdem an einer firmeninternen, europaweiten Aktion teil, in der sie das Projekt Küchen-Container vorstellen. „Wir haben dafür die meisten Stimmen erhalten“, sagt Kerstin Moser von Norgren. Mit den gewonnen 2.000 Pfund kauften die Mitarbeiter Töpfe, Pfannen, Backformen, Messer, Schneidebretter, Schüsseln und andere Küchenutensilien, mit denen sie jeweils alle vier Kochstellen komplett ausstatteten.
Die Gemeinde Alpen rechnet damit, dass Mitte September neue Flüchtlinge in die Flüchtlingsunterkunft am Mühlenweg einziehen werden. Insgesamt sei der Bedarf groß. „Wir bekommen oft ganz Flüchtlinge spontan zugewiesen und sind daher immer auf der Suche nach Unterkünften, die wir nutzen können“, sagt Alpens Bürgermeister Thomas Ahls. Die Gemeinde Alpen habe bereits für sieben Millionen Euro Unterkünfte gestellt. Aktuell befänden sich drei in Alpen. „Wir brauchen aber wohl noch eine vierte“, sagt Ahls.
Das Problem sei der angespannte Wohnungsmarkt. „Wenn Vermieter andere Mieter haben können, nehmen sie meistens die. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt ist wirklich schwierig“, sagt Ahls. Von daher müsse die Gemeinde Alpen nach anderen Alternativen wie der ehemaligen Halle der Firma Hensen schauen.
Der neue Küchen-Container solle in Zukunft ebenfalls helfen. Er werde erstmal vor der Flüchtlingsunterkunft am Mühlenweg stehen bleiben. „Er kann aber mobil eingesetzt und zu anderen Flüchtlingsunterkünften gefahren werden“, sagt Ahls. Damit könne er künftig eine große Hilfe sein.

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