Klever Kirmes verspricht neun tolle Tage

Nach zwei Jahren Corona-Pause findet vom 9. bis 17. Juli wieder die Kirmes statt – Auftakt mit Schützenumzug am Samstag

Kleve Kirmes
Ein „Stammgast“ auf der Klever Kirmes: der „Break Dancer“, eines von sieben Fahrgeschäften in diesem Jahr. NN-Foto: R. Dehnen (Archiv)

KLEVE. Zwei Jahre Zwangspause liegen hinter den Schaustellern, aber auch hinter allen Kirmesbegeisterten in Kleve. Dies hat nun ein Ende: Von kommenden Samstag, 9., bis Sonntag, 17. Juli, findet die Kirmes auf dem Gelände am Spoykanal und an der Ludwig-Jahn-Straße statt. „Endlich“, freut sich auch Bürgermeister Wolfgang Gebing. „Wir sind alle froh, dass das Fest wieder stattfindet.“ Dirk Janßen, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Kleve-Geldern, bestätigt: „Wir freuen uns sehr, dass es wieder los- und weitergeht.“

Insgesamt 69 Schausteller sind dabei – 14 weniger als bei der letzten Kirmes vor der Corona-Pause. „Wir hatten auch weniger Bewerbungen“, berichtet Christian Seißer vom Fachbereich Ordnung und Sicherheit. „Das zeigt, dass die Situation für einige Betriebe in den vergangenen zwei Jahren sehr schwierig war.“ Doch die Mischung aus sieben Fahr-, fünf Kinderfahr-, zwei Lauf- und Schaugeschäften, zwölf Imbiss- und sieben Ausschank- sowie 36 weiteren Betrieben im Bereich Unterhaltung, Verlosung und Verkauf kann sich sehen lassen. „Es ist für jeden etwas dabei“, verspricht Janßen.

Gleich drei Fahrgeschäfte kommen zum ersten Mal nach Kleve: Mit „Rocket“, einer Schaukel mit 24 Sitzplätzen im Science-Fiction-Stil, fliegen die Fahrgäste auf eine Höhe von bis zu 25 Metern; dabei rotiert die Gondel in zwei Richtungen. Die „Ghost Villa“ bietet eine Kombination aus Geister- und Achterbahn. Das „XXL Lachhaus“ verspricht „Spaß zum Durchlaufen“.

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Neu auf der Klever Kirmes: der “Super Scooter”

Ebenfalls neu und doch irgendwie ein alter Bekannter ist der „Super Scooter“ der Klever Familie Normann, die traditionell mit einem Autoscooter auf der Klever Kirmes vertreten ist. „Dieser Scooter kommt frisch aus der Fabrik und ist auf dem neuesten Stand der Technik“, verrät Dirk Janßen und betont: „Vor dieser großen Investition muss man den Hut ziehen. Damit ist Familie Normann in die Vollen gegangen.“ Der neue Scooter wird im Rahmen des Schausteller-Gottesdienstes am Dienstag, 12. Juli, ab 10 Uhr offiziell eingeweiht.

Die Klever Kirmes beginnt am Samstag mit dem Schützenumzug, der um 14.45 Uhr (Treffen um 14 Uhr) am Marktplatz Linde startet. „Corona geschuldet, war es schwierig, Schützen- und Musikvereine für den Umzug zu gewinnen“, berichtet Stephan Derks vom Klever Kulturamt. Bei nur vier Musikvereinen werde man „etwas auf Sparflamme durch die Innenstadt ziehen“. Mit immerhin elf Schützenvereinen und insgesamt 405 Teilnehmern wird es dennoch „ein stattlicher Umzug“, kündigt Derks an. Dieser zieht zunächst zum Platz vor dem Museum Haus Koekkoek, wo die Parade stattfindet, und anschließend zur Festwiese gegenüber des Kirmesgelände, wo ab etwa 15.30 Uhr der Pokal des Bürgermeisters ausgeschossen wird. Nach der Übergabe der Preise wird die Kirmes mit dem Fassanstich vor dem 50 Meter hohen Riesenrad und der „Happy Hour“ offiziell eröffnet.

Zugweg
Der Zugweg des Schützenumzugs am Samstag, 9. Juli: Marktplatz Linde, Hagsche Straße, Große Straße, Wasserstraße, Gasthausstraße links Richtung Brücktor, Opschlag, Große Straße, Kavarinerstraße – Parade vor dem Haus Koekkoek – Hafenstraße bis zur Rasenfläche im Bereich Rilano Hotel.

Die Kirmes hat werktags ab 14 und sonntags ab 12 Uhr bis mindestens 0 Uhr (maximal 3 Uhr) geöffnet. Donnerstag ist Familientag mit reduzierten Preisen. Am Sonntag gelten von 12 bis 14 Uhr ermäßigte Preise an allen Kinderfahrgeschäften und den Ausschankbetrieben. Die Kirmes endet am Sonntag, 17. Juli, mit dem Feuerwerk.

Preise steigen für Schausteller und Besucher

Abgesehen von den Angeboten am Donnerstag und Sonntag müssen sich die Kirmesbesucher aber auf gestiegene Preise einstellen. So kostet ein Bier drei, eine Einzelfahrt mit dem Autoscooter vier Euro. „Auch wir haben mit Preiserhöhungen zu kämpfen“, erläutert Janßen. Beim Strom liegen diese bei satten 100 Prozent gegenüber 2019, und auch der Besuch an der Tankstelle frisst ein Loch in das Budget der Schausteller.

Um diese zu entlasten, hat der Rat der Stadt Kleve beschlossen, die Gebühren für die Schausteller abhängig von der Art des Geschäftes um 50 bis 75 Prozent zu senken. „Eine finanzielle Entlastung, die uns gut tut“, sagt Janßen, „leider verpufft sie an der Zapfsäule.“

Doch die vergangenen Kirmesveranstaltungen, etwa in Kevelaer, Goch, Geldern und Emmerich, haben laut Janßen gezeigt, dass die Besucher durchaus bereit sind, die höheren Preise zu bezahlen. „Die Resonanz war gut, teilweise sogar außergewöhnlich gut“, berichtet der Schausteller-Chef. Für Bürgermeister Gebing wenig verwunderlich: „Die Menschen sind einfach froh, dass die Kirmes wieder stattfindet.“