KREIS WESEL. „Was lange währt, wird endlich gut“, so leitete LAG-Vorstandsmitglied Leo Giesbers die Vorstellung des nun vollendeten Leader-Projekts „Niederrheinische Foto-Strecke“ ein. Das Ziel dabei: über sechs Fahrradtouren die Kommunen Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten verbinden. Dabei können Radler den Niederrhein von seiner besten Seite kennenlernen. Um das zu gewährleisten, hat man sich neben den Routen selbst einiges einfallen lassen.

Neben einer Hauptroute durch alle vier Kommunen mit 70 Kilometern Länge gibt es noch fünf Nebenrouten zwischen 17 und 33 Kilometern, die sich detaillierter den Kommunen widmen. „Dann geht es auch bis Marienbaum, zur Xantener Nord- und Südsee und Orsoy“, sagt Isabel Opdemom, Regionalmanagerin bei der LAG. Die Routen basieren abseits einiger Abweichungen auf dem aus den Niederlanden bekannten Knotenpunktsystem, das mittlerweile in den Kreisen Wesel und Kleve eingerichtet wurde. „Das verhindert einen Schilderwald und ist eine bewährte Streckenführung“, erläutert Opdemom.

Für die bestmögliche Qualität wurden auf den Routen zudem drei neue Schutzhütten, sieben Rastplätze mit jeweils zwei Bänken, einem Tisch und einem Mülleimer sowie neun einzelne Bänke hinzugefügt.

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Highlight auf den Strecken

Ein Highlight auf den Routen bleiben aber die vier Landschaftsbilderrahmen in den jeweiligen Kommunen, die Gelegenheit für ein Erinnerungsfoto bieten. „Wichtig war uns dabei, dass man die Landschaft und ihre Besonderheiten gut erkennt, in diesem Fall die Weite“, erklärt Kristin Hendriksen, Regionalmanagerin und Geschäftsführerin der LAG Niederrhein.

Diese Fotogelegenheiten sind bei der Fahrt kaum zu übersehen, kommen die doch als riesige Bilderrahmen auf einer Staffelei daher. Wie der Fall Xanten auf der Straße Wesendonkshof zeigt, sind diese aber nicht vor weiteren Anpassungen gefeit. So hat jemand den Bilderrahmen hier in einen Fernseher uminterpretiert – inklusive Fernbedienung. Der für die Konzeption verantwortliche Rheinberger Künstler Ludger „Luja“ Jackowiak findet das aber „völlig in Ordnung.“ Und witzig obendrein: „Bei meinen Entwürfen war tatsächlich ein Retro-Fernseher dabei.“ Sieben Entwürfe hatte er insgesamt vorgelegt, bis am Ende die Zimmerei „Naturholzdesign am Niederrhein“ seinen Bilderrahmen in die Tat umgesetzte. Die Umsetzung kann der Künstler nur loben. „Das Ding ist stabil!“, und genau das sei auch der Knackpunkt gewesen.

20.000 Flyer

Die nötigen Informationen bringen die Verantwortlichen pünktlich zu den Sommerferien mit 20.000 Flyern an die Radfahrer. Hier werden die Radrouten mit der Knotenpunktfolge vorgestellt sowie Portraits zu den Kommunen, QR-Codes führen darüber hinaus zu den jeweiligen GPS-Daten. Diese werden bald durch die Niederrhein-Tourismus freigeschaltet. Da die Touristen ihren Familien vielleicht auch ein Andenken schicken möchten, gibt es außerdem 5.000 Postkarten mit Bildern der Niederrheinischen Landschaft.

Der Ursprung des Projekt liegt gewissermaßen schon im Jahr 2015, als die Kommunen sich noch als Leader-Region bewerben mussten. Wie Hendriksen erzählt, habe man damals in den Workshops Ideen gesammelt, die die Bürger unter anderem in Form von vielfältigen Themenradrouten eingebracht hätten. „In Arbeitsgruppen haben wir dann überlegt, wie wir es angehen sollen.“ Mit den Bürgern und den Touristikstellen verständigte man sich schließlich darauf, dass eine Route die vier Kommunen verbinden sollte. Auch nach einer ersten Ausarbeitung seien jedoch immer wieder Anpassungen nötig gewesen. „Das Knotenpunktsystem gab es damals zum Beispiel noch nicht.“

Das Projekt habe sich schließlich in den Jahren weiterentwickelt, und obwohl natürlich das Feintuning seine Zeit gekostet hat, hat zuletzt vor allem die Pandemie das Projekt weiter verzögert. Zufrieden sind die Verantwortlichen aber dennoch mit dem Ergebnis. „Ich denke, dass es eine Bereicherung für unseren touristischen Bereich ist“, sagt Leo Giesbers.
Kostenfrei war das Projekt natürlich auch nicht: Von 130.000 Euro werden 84.500 Euro durch das Leader-Förderprogramm gefördert. Den restlichen Eigenanteil von 45.500 Euro teilen die Kommunen unter sich auf.