ORSOY. Rheinberg kommt offenkundig gut an. Das hat nicht nur das Besucherlob bei den früheren Veranstaltungen gezeigt, sondern auch jetzt die Tatsache, dass die Film- und Medienstiftung NRW unter der Projektleitung von Anna Fantl die Stadt zum vierten Mal als einen von 20 FilmSchauPlätzen in NRW für ihre Open-Air-Kinoreihe ausgewählt hat – sogar als Eröffnungsstadt und trotz Warteliste. Zeitgleich beendet man damit am Samstag, 25. Juni, den stadteigenen Kultursommer.

Freier Eintritt

Dieses Mal richtet der Trägerverein Altes Rathaus den Kinoabend in Orsoy auf dem Gelände beim Bolz- und Basketballplatz am Rheindeich aus, direkt neben der Gemeinschaftsgrundschule am Rheinbogen.

Nach dem viertelstündigen Kurzfilm „altunbekannt“ von Pauline Schläger können Besucher auf der 30 Quadratmeter großen Leinwand ab circa 20.30 Uhr „Hampstead Park“ mit Diane Keaton sehen – egal bei welchem Wetter.

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Die romantische Mischung aus Drama und Komödie basiert auf einer wahren Geschichte. Im Hampstead Heath im Londoner Norden, einem weitläufigen Park, lebte von 1987 bis 2016 der Ire Harry Hallowes in einer selbstgebauten Hütte und widerstand allen Versuchen von Firmen, das Land zu gentrifizieren. In dieser Interpretation stößt eine gut situierte Witwe auf den Einsiedler, verliebt sich in ihn und hilft ihm, sein Zuhause zu erhalten.
Der Eintritt ist frei. Einfach hinkommen und das Programm genießen, lautet die Devise. Und deshalb werden auch die vorhandenen 150 Stühle nicht reichen. Der Trägerverein bittet darum, eigene Stühle, Decken oder Ähnliches mitzubringen. Das kann sogar ein Vorteil sein, bietet der Deich dieses Jahr doch die Möglichkeit, sich erhöhte Logenplätze zu sichern. Platz bietet sich so etwa für 800 bis 1.000 Besucher.

Man könnte allerdings auch dafür plädieren, dass die eigentliche Hauptattraktion die Teilnehmerstädte selbst sind. Erklärtes Ziel ist es nämlich, neben der Filmkunst auch die Orte zu präsentieren, an denen sie gezeigt wird. So sollen sich die Teilnehmerstädte einem ortsfremden Publikum präsentieren können. Und daher sind jedes Mal entweder komplett neue „Gesichter“ dabei, oder die Wiederholungstäter sind mit einem neuen Ortsteil am Start. Die Broschüre zur Reihe bildet dabei eine Art Reiseführer. An diesem können sich die Besucher orientieren und im besten Fall neue Orte zu einem besonderen Anlass in denkbar angenehmer Atmosphäre erleben.

Das Rahmenprogramm

Da kommt dann das auch Rahmenprogramm ins Spiel und hierfür haben sich die Rheinberger einiges einfallen lassen. Ab 18 Uhr bieten die Stadtführer Werner Kehrmann und Dr. Wilfried Boroch Führungen durch den Ortsteil Orsoy an. Auf dem Schulhof der Grundschule steht hingegen der Kaffee-Kultbus von Yogie Niehaus, um mit der hochmodernen Hybrid-Siebträger-Maschine im über 40 Jahre alten VW T2b die Gäste mit Kaffeespezialitäten zu verwöhnen. Und ein echter Hingucker ist der Bus obendrein auch noch.

Die Rheinberger Landfrauen stillen mit einem Waffelstand den kleinen Hunger, während der „Feel-Goody-Eventbus“ ausgeklügelte Getränkevariationen bereithält. Leonie Jordan vom Underbergbad-Kiosk rundet das kulinarische Angebot ab. Natürlich gibt es auch die zu einem Kino-Event gehörende Tüte mit Popcorn. Allerdings betonen die Veranstalter, dass auch Selbstverpflegung erlaubt ist.

Damit dann auch die Unterhaltung vor dem Film nicht zu kurz kommt, überbrückt Renan Cengiz vom Spanischen Vallan ab 20 Uhr mit einem eigenen Musikprogramm und Lyrik die Wartezeit.

Auch für die weitere Atmosphäre wird etwas getan, wie Norbert Nienhaus, 2. Vorsitzender des Trägervereins, erklärt: „Die Bäume werden alle illuminiert. Open-Air-Kino ist zu 50 Prozent Film und zu 50 Prozent Atmosphäre.“

Hilfskräfte gesucht

Benötigt werden allerdings nach wie vor Hilfskräfte für den Auf- und Abbau: Wer sich einbringen möchte, kann sich unter Telefon 02843/2224 melden. Von anderer Seite wurden die Veranstalter bereits gut unterstützt: Toiletten und Starkstrom stellt die Schule beziehungsweise die Stadt bereit, die auch über den Kulturfonds bei der Finanzierung hilft und damit den Eigenanteil des Trägervereins senkt. Weitere Zuschüsse kommen von der Sparkasse am Niederrhein, der Dienstleistungsbetrieb hilft bei der Technik. Auch das Bauamt und Kulturamt sind unterstützend dabei. „Wir bedanken uns herzlich bei der Stadt und Sparkasse für die tatkräftige Hilfe“, sagt der Vereinsvorsitzende Hans-Theo Mennicken.
Weitere FilmSchauPlätze sind dieses Jahr unter anderem Kevelaer, Velen, Waltrop, Hamm und Iserlohn. Eine Liste mit allen 20 Teilnehmerstädten und weitere Informationen, wie das gezeigte Programm, gibt es im Internet unter filmschauplaetze.de.