KLEVERLAND. Wie aus einer „verrückten Idee“ eine echte Erfolgsgeschichte wird, haben Simon Berntsen, Jörg Bujar und Sascha Tück mit den beiden ersten Homerun-Auflagen in 2020 und 2021 gezeigt. Jetzt wird daraus sogar ein Exportschlager, denn in diesem Jahr kommt das Laufevent auch auf die linke Rheinseite. Vom 31. August bis zum 10. September läuft neben Emmerich auch Kleve für den guten Zweck – und auch die Gemeinde Bedburg-Hau und die Stadt Kalkar sind mit dabei.

„Uns verbindet durchaus mehr als nur die Rheinbrücke“, ist Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze stolz auf das Konzept, das in diesem Jahr nicht nur „seine“ Stadt bewegt, sondern auch Kommunen auf der anderen Rheinseite mit dem „ganz besonderen Spirit“ bereichern soll. „Eine solche flächendeckende sportliche Aktivität, verbunden mit soviel Gemeinsinn und Spaß an der Sache, habe ich in unserer Stadt vorher noch nicht erlebt“, erinnert sich Hinze an das vergangene Jahr, in dem rund 5.000 Emmericher mitgemacht haben: „Überall waren die pinken T-Shirts unterwegs.“ Auf die pinken Farbtupfer wird man in Kleve zwar verzichten müssen – hier trägt man blau –, doch auf das Wir-Gefühl setzt auch Bürgermeister Wolfgang Gebing, der, wie sein Amtskollege, mit Startnummer 1 an den Start gehen wird.

Zur Seite steht dem Schirmherren des Klever Homeruns ein hochmotiviertes Organisationsteam. Christoph Baumsteiger, Janusz Grünspek und Wilfried Röth werden dafür sorgen, dass der Homerun auch in der Schwanenstadt Fahrt aufnimmt und die Klever mitreißt. „Es ist ein geniales Konzept, und es macht einfach Sinn, dass sich die linke Rheinseite auch bewegt“, sagt Baumsteiger, der aus Sicht des Mediziners schon von Berufs wegen gern eine Lanze für „mehr Bewegung“ bricht.

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Charity und Spaß stehen im Mittelpunkt

Wilfried Röth, der den Emmericher Homerun aus Sponsoren-Sicht miterlebt hat, will „genau das“ auch für Kleve, und Janusz Grünspek wird dafür sorgen, dass Homepage und Soziale Medien möglichst viele Menschen erreichen. Dass das Gelingen eines Events in dieser Größenordnung mit dem Engagement der Organisatoren steht und fällt, wissen die drei „Erfinder“ nur zu gut. „Dass der Homerun so erfolgreich wird, hat keiner von uns erwartet“, gibt Simon Berntsen zu und verweist auf die „verrückte Idee“, die – wie sollte es anders sein – beim gemeinsamen Sport mit der Laufgruppe entstanden ist. Er sei stolz darauf, das pinke T-Shirt zu tragen und Teil der Gemeinschaft zu sein – und glaubt fest daran, dass das Konzept auch in anderen Kommunen funktionieren kann. „Es gibt keine Verlierer“, stellt Jörg Bujar heraus, dass es ein „Win-win“ für alle Beteiligten sei und der Sport nicht im Fokus stehe: „Es geht nicht um ‚höher, schneller, weiter‘, sondern darum, wirklich jeden mitzunehmen.“

Und auch für Sascha Tück rückt der „Riesenaufwand“ klar in den Hintergrund, wenn er an die vielen Menschen denkt, die sich einiges haben einfallen lassen, um „ihren“ Homerun zu etwas ganz Besonderem zu machen. Da gab es die Schule, die einen Tag lang den Unterricht hat ausfallen lassen, um Runden zu drehen. Da gab es die Krankenhaus-Station, die ihre Schritte getrackt hat oder auch den Pilger, der den Jakobsweg gelaufen ist und damit Geld für den guten Zweck gesammelt hat.
Das Prinzip ist denkbar einfach, denn der Homerun basiert zum einen auf dem klassischen Sponsoren-Lauf (Teilnehmer suchen Sponsoren, die für jeden gelaufenen Kilometer einen festen Betrag zahlen) und zum anderen auf dem Sponsoring durch Firmen. Der Clou: Wenn eine Einrichtung, etwa eine Schule, ein Kindergarten oder ein Verein, über gelaufene Kilometer Spendengelder akquiriert, dann bekommt sie mindestens diese Summe für einen guten Zweck ihrer Wahl, zum Beispiel für den eigenen Förderverein, ausbezahlt – dank der zusätzlichen Sponsorengelder plus Bonus obendrauf.

Spenden bleiben vor Ort

Tatkräftig unterstützt wird der Homerun (in Emmerich kamen in 2021 mehr als 108.000 Euro zusammen) von den Wirtschaftsförderungsgesellschaften der beiden Kommunen, die ihr kaufmännisches und veranstaltungstechnisches Know-how einbringen, und von den Rotary-Clubs Emmerich-Rees und Kleve, über deren gemeinnützige Sozialfonds die eingeworbenen Gelder gesammelt und wieder verteilt werden.
Stefan Reichmann, Präsident der Rotarier auf der rechten Rheinseite, sieht in dem Konzept gar ein Perpetuum mobile, denn die Laufenergie wird zu Geld und damit wieder zu neuer Energie, die Möglichkeiten schafft. Und auch Johannes Hövelmann, sein Pendant auf der linken Rheinseite, will sich mit viel Energie einbringen und darüber hinaus auch die Möglichkeit nutzen, in Sachen Charity enger zusammenzurücken.
Infos und Anmeldung unter www.homerun-spendenlauf.de.