Acht Wohnzimmer voller Kunst im PAN

Neue Ausstellung „8 Rooms“ wird heute im PAN in Emmerich eröffnet – Finissage am 22. Mai

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Suat Sensoy ist einer von acht Künstlern, die im PAN bei "8 Rooms" ausstellen. NN-Foto: MB

EMMERICH. Das PAN in Emmerich verwandelt sich derzeit in ein Wohnzimmer – genauer in gleich acht Wohnzimmer. Diese bilden die Kulisse für das Benefizkonzert der Band „Stay Kingpin“ am Donnerstag, 19. Mai. Jeder Bereich wird von einem anderen Künstler gestaltet; zusammen ergeben sie die Ausstellung „8 Rooms“ ergeben, die am morgigen Samstag mit der Vernissage ab 17 Uhr eröffnet wird.

Die acht Künstler, die alle aus der Domstadt kommen, hat das Kölner Kuratorenteam Julia Giesers und Sven Nowak nach Emmerich vermittelt. „Zunächst gab es das Konzert, daraus haben wir die Ausstellung entwickelt“, sagt Nowak. So entstehen acht gestaltete, begehbare und bewohnbare Zimmer im Museum mit „lauten und leisen“ Kunstkompositionen.

Ausstellung zeigt “die Bandbreite” des PAN in Emmerich

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Ein Werk von “Cuts and Pieces”.
NN-Foto: MB

Für das Plakatmuseum ist es mal wieder eine Ausstellung, die weit entfernt und wenig normal zu sein scheint – denn Plakate sucht man vergebens. „Aber sie zeigt einfach die Bandbreite, die wir hier abzubilden versuchen“, betont Reimund Sluyterman, Vorsitzender des PAN in Emmerich. „Wir sind eben mehr als ein reiner Plakatmuseum.“

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Will man zwei Künstler herauspicken, die noch am ehesten in Richtung Plakatkunst tendieren, so sind es laut Julia Giesers Krisstine Bento Monteiro und „Cuts and Pieces“. Bento Monteiro beschreibt Giesers als „sehr laut, mit einer belebenden Performance. Sie hat sich der Utopie verschrieben.“ Ihre Werke sind geprägt von besonderen Kontrasten und Farbgebungen, bilden politische und soziale Themen ab. Bei „Cuts and Pieces“ sind laut Giesers „Einflüsse der Werbung“ zu sehen; so verwendet er unter anderem bekannte Werbemotive, aber auch Motive aus TV und Kino, die er in einem neuen visuellen Kontext arrangiert, mit suggestiven Botschaften und Slogans. Das Ergebnis ist ein Mix aus Popkultur und Street-Art.

Ikonen der Moderne treffen im PAN auf Helden der Antike

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Mit den Ikonen der Moderne, aber auch der jüngeren Vergangenheit beschäftigt sich Agi Gosse.
NN-Foto: MB

Ölmalerei zu Ikonen der Moderne und der deutschen Vergangenheit zeigt Agi Gosse. Jo Pellenz stellt Papiercollagen aus; dazu zerschneidet er Papiere und setzt diese neu zusammen. „Es sind fast schon meditative Arbeiten, und so wirken sie auch“, beschreibt Giesers die Werke. Den Helden der Antike hat sich Gosia Richter verschrieben. Sie arbeitet mit Seidenpapier und Skalpell; besondere Materialien, die sie zu Pigmentmischungen verarbeitet und auf das Papier aufträgt, erzeugen mitunter den Eindruck etwas Antikem.

Matthias Hloucha hat erst über Umwege zur Kunst gefunden. Der Chemiker und promovierte Naturwissenschaftler untersucht mit Hilfe von Zufallszahlen die Strukturen in Flüssigkeiten – und bildet die filigranen Muster in Nahaufnahmen ab. Um die „Bewegung der Fische“ dreht es sich bei den Werken von Suat Sensoy in einer Mischung aus Acrylmalerei mit Transfer- und Drucktechnik, die er im PAN in Emmerich zeigt. Dabei gehe es ihm aber nicht um die Darstellung der Tiere selbst, „sondern um ihre Bewegungsformen. Es sind immer Grundformen, die es überall gibt und die sich immer wiederkehren, wie Spiralen, Explosionen, Wirbel.“ In der Vergangenheit stellte Sensoy unter anderem Netzwerkstrukturen mittels Bäumen dar. Sein Fazit: „Man kann alles auf das Wesentliche reduzieren.“

Rollenbild der Frau “poppig und frech” aufbereitet

Mit weiblichen Rollenbildern beschäftigt sich Flaca in ihren Arbeiten, und das auf eine „sehr krasse Art und Weise“, wie es Julia Giesers beschreibt. Es sei eine „poppige und freche Auseinandersetzung mit dem Rollenbild der Frau“, mit dem Thema Gleichberechtigung, Emanzipation, Toleranz. Ein gewisser Sarkasmus sei unverkennbar, ebenso eine „Biker-Ästhetik“, die sich auch in den Werken von „Cuts and Pieces“ wiederfinde.

Benefizkonzert
Die Band „Stay Kingpin“ spielt am Donnerstag, 19. Mai, ab 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) ein Wohnzimmerkonzert im PAN, Agnetenstraße 2, in Emmerich zugunsten sozialer Projekte für Kinder und Jugendliche. Es sind noch einige wenige Plätze frei. Der Eintritt kostet 25 Euro, verbindliche Anmeldung per E-Mail an panmeets@drumcomplex.de.

Die Ausstellung wird morgen im Rahmen der Kreis Klever Kultourtage mit einer Vernissage (inklusive Live-Performance) von 17 bis 21 Uhr offiziell eröffnet; bereits gegen Mittag schaut Landrätin Silke Gorißen im PAN in Emmerich vorbei. Am morgigen Sonntag, dem Internationalen Museumstag, finden zwischen 12 und 18 Uhr Führungen durch die Ausstellungen statt. An beiden Tagen sind fast alle Künstler anwesend. Die Ausstellung endet am Sonntag, 22. Mai, mit einer Finissage als Matinee ab 13 Uhr (mit DJ-Musik). Das Bistro und die Panoramaterrasse sind geöffnet. Das PAN ist Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr geöffnet.