Daumen hoch für den Alternativer Auto- und Energiegipfel in Geldern. Foto: privat

GELDERN. Über die Zukunft der Mobilität und Energieversorgung diskutierten jetzt Experten auf dem Gelderner Markt mit interessierten Bürgern. Die Grünen-Landtagskandidatin Paula Backhaus und die Gelderner Grünen hatten zum Alternativen Auto- und Energiegipfel geladen und unter den vielen Fachleuten war mit Oliver Krischer auch ein Mitglied der Bundesregierung. Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium von Robert Habeck kündigte an, den Ausbau von Windenergie und Photovoltaik extrem beschleunigen zu wollen. „Dafür muss man gar nicht so viel mit Geld machen“, sagte Krischer. „Dafür muss man vor allem bürokratische Hemmnisse abbauen.“

Das war ein Stichwort für Franz-Josef Schraven von der Firma Energie-Systeme Niederrhein, der zusammen mit dem Staatssekretär beim Energiewende-Gespräch auf dem Podium stand. Er berichtete von seinem Projekt, große Photovoltaikanlagen auf die Baggerseen im Kreis setzen zu wollen, um so grünen Strom zu gewinnen, der für die Wasserstoffproduktion eingesetzt werden soll. „Allerdings gibt es eine Vorschrift, wonach die Anlagen aus Tier- und Naturschutzgründen einen Abstand von 50 Meter zum Ufer haben müssen. Das verhindert solche Projekte“, erklärte Schraven. Der Staatssekretär versprach diesen Hinweis in die aktuelle Debatte einzubringen: „Vielleicht kann man da einen Kompromiss finden und die ein oder andere Regelung nochmal nachschärfen.“

Der ehemalige Fraktionschef der Grünen im NRW-Landtag und jetzige Vorsitzende des Landesverbandes Erneuerbare Energien, Reiner Priggen, unterstützte Schravens Forderung nach Abbau von Hemnissen für den Ausbau Erneuerbarer Energien: „Die unnötigen Abstände gibt es nicht nur bei der Windkraft, sondern auch bei Photovoltaikanlagen“, erklärte Priggen. „Es ist eben Quatsch, wenn Sie ein Reihenhaus haben und einen halben Meter Abstand zum Nachbarn halten müssen aus Brandschutzgründen, obwohl die Photovoltaikmodule aus Glas sind und gar nicht brennen können. Diese Regelung muss also weg.“

-Anzeige-

Neben dem Thema Energieversorgung der Zukunft stand die Elektromobilität im Fokus der Veranstaltung. Die Besucher konnten auf dem Markt mit Besitzern von Elektroautos über ihre Erfahrungen sprechen und auch Probefahrten machen. Auf der Bühne thematisierten Experten wie der E-Mobilitäts-YouTuber Antonino Zeidler und der E-Car-Sharing-Experte Markus Spiekermann, wie die Umstellung auf Elektromobilität gelingen kann und welche Hürden es noch gibt. Im Unterhaltungsprogramm gab es Musik des Duos JERU und von der ukrainischen Sängerin Alina Luchianenco.