Baustelle Personalmangel

BEDBURG-HAU. Herr Lahr freut sich „wie Bolle“. Man trifft sich “endlich wieder einmal” zu einer (vermundschutzten) Pressekonferenz und hat positive Neuigkeiten im Gepäck. Herr Lahr heißt Stephan und ist Kaufmännischer Direktor und Vorstandsvorsitzender der LVR- Klinik in Bedburg-Hau.

Umzug im Herbst

Man fasst, was zu berichten ist, schnell zusammen: Die Klinik, heißt es im Handout, stellt die Weichen für den Maßregelvollzug – der Vorstand ist um zwei Vertreter aus dem Bereich Forensik erweitert und die Baumaßnahmen für den sogenannten Campus II machen Fortschritte. Spätestens im Oktober ist mit dem Umzug der Frauenforensik zu rechnen. Trotzdem bleibt, denkt man nach Ablauf der Veranstaltung, der eigentlich zentrale Begriff “Personalmangel” im Kopf zurück. Der Reihe nach …

Nachfolger

Mit Manfred Adomat ist ein Nachfolger für Dr. Jack Kreutz, den vormaligen ärztlichen Direktor der Forensik gefunden. Zusammen mit Pflegedienstdirektor Volker Horn gehört Adomat ab sofort zum erweiterten Vorstand. Chefärztin der Forsensik II ist Emiliya Pavlova, Chefarzt der Forensik I ist der aus Jordanien stammende Fawaz Al-Muhaddi, der wiederum mit Pflegedienstleiterin Marianne Rhöse zusammenarbeiten wird. Martina Wenzel-Jankowski, LVR-Dezernentin Klinikverbund und Verbund Heilpädagogischer Hilfen: „Mit dem erweiterten Vorstand ist der Maßregelvollzug der LVR-Klinik Bedburg-Hau zukunftssicher aufgestellt.“

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Herausforderungen

Dann ist die Rede von „großen personellen Herausforderungen wegen steigender Patientenzahlen“. Wenn heutzutage von „großen Herausforderungen“ die Rede ist, fühlt man sich an den Begriff der „dornigen Chancen“ erinnert. Euphemismen stehen hoch im Kurs. Eine der Herausforderungen, mit der die LVR-Klinik nicht alleine dasteht, ist – siehe oben – der Personalmangel. Derzeit sind 820 Vollzeitstellen besetzt. Das klingt, wenn man es einer Gesamtpatientenzahl von 550 (400 Stationäre sowie 150 Langfristig-Beurlaubte) gegenüberstellt, einigermaßen zufriedenstellend. Die einzelnen Chefärzte geben allerdings durchweg den Mangel an Personal als zentrales Problem an. 44 Stellen im Pflegebereich müssten ebenso besetzt werden wie vier Arztstellen.

Markt als Deckel

Man scheitere dabei, so Manfred Adomat, nicht etwa an mangelnden finanziellen Ressourcen – „es ist der Markt, der uns deckelt“. Mit anderen Worten: Woher nehmen und nicht stehlen? Wie wird das Planstellendifizit aufgefangen?, denkt man und blickt auf das Logo des Handouts: „LVR – Qualität für Menschen“ steht da.

2025

„Eine weitere zentrale Maßnahme des erweiterten Vorstands sind die umfangreichen Baumaßnahmen für den Maßregelvollzug. Zwei neue Häuser mit je 69 Betten sind in Planung. Ebenfalls zur Planung gehören eine Halle für Arbeitstherapie sowie ein Sporthalle. Zusätzlich werden zwei „Bestandsgebäude“ als Schule, beziegungsweise Sozialzentrum nebst Beschäftigungstherapie umgebaut. Zusammen mit der Frauenforensik, die – siehe oben – im Herbst fertig sein soll, entsteht also ein neuer Komplex, der am Ende den Namen Campus II tragen wird. Mit der endgültigen Fertigstellung rechnet Manfred Adomat für das Jahr 2025.