HALDERN. Älter werden: Das ist ein Thema, über das sich viele nicht gerne Gedanken machen, mit seiner Unaufhaltsamkeit aber alle angeht. Eine Gelegenheit, das Thema auf spannende Weise aufzuarbeiten, bieten die Verantwortlichen des Senioren-Projekts „Gemeinsam im Dorf“ und die evangelische Kirchengemeinde Haldern. Sie setzen ab Samstag, 26. März, die Wanderausstellung „Was heißt schon alt“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vor Ort um.

„Eigentlich finden solche Ausstellungen immer in großen Städten statt“, sagt Christiane Hermsen von der evangelischen Kirche Haldern. Schon vor Corona hatte sich die Kirchengemeinde bemüht, die Ausstellung ins Dorf zu holen, nun ist es bald soweit. Und die Partnerschaft mit dem Projekt „Gemeinsam im Dorf“ sorgt für eine weitere Besonderheit: „Die Ausstellung wandert durch das Dorf.“ Zuerst macht sie in der evangelischen Kirche Halt, später dann im Pfarrsaal auf der Gerhard-Storm-Straße 1.
Mit dem Programm „Altersbilder“ und der dazugehörigen Ausstellung sollen die vielleicht überholten Vorstellungen vom Leben im Alter auf den Prüfstand gestellt und die Menschen für möglicherweise negative Auswirkungen gewisser Altersbilder sensibilisiert werden. Denn viele ältere Menschen leben auch im hohen Alter noch gesund und abwechslungsreich – ein Umstand, den nicht jeder wahrnimmt.

Ein solches Programm verändert nicht nur potenziell den Blick junger Menschen auf Senioren und das Älter werden an sich, sondern ermutigt auch die Älteren, sich mit ihren Stärken aktiv einzubringen. So soll das Miteinander auf vielen Ebenen gefördert werden. Hermsen betont: „Die Älteren sind eine Säule der Gesellschaft. Sie erhalten viel aufrecht.“ Etwa ehrenamtlich in der Kirche, schließlich hätten die Jüngeren oft unter anderem karrierebedingt zu viel zu tun.

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Mit der Ausstellung entsteht bald auch in Haldern eine Plattform für Diskussionen, die sogar noch um einen weiteren Aspekt, die „Halderner Gesichter“, ergänzt wird. Diese bringen neun lokale Gesichter und ihre Geschichten ein. „Wir haben auch Interviews mit den Senioren geführt“, sagt Quartiersmanager Kajo Verbeet, der mit Mechtild Kitzinger verantwortlich ist für „Gemeinsam im Dorf“. Solche realistischen Bilder trügen laut Verbeet zur Akzeptanz zwischen den Generationen bei. Hermsen sieht eine weitere Chance: „Vielleicht findet man das Altsein dann gar nicht mehr so uncool.“

Das Rahmenprogramm

Ein Rahmenprogramm ist ebenfalls geplant: Eröffnet wird die Ausstellung in der evangelischen Kirche am Samstag, 26. März, um 17.30 Uhr mit einem Gottesdienst inklusive altersgemischtem Chor. Ab 18.30 Uhr lädt ein Imbiss mit Pommes und Getränken zum Austausch zwischen den Generationen ein. Ein Gedanke, der sich durch das gesamte Programm zieht.

Am Mittwoch, 20. März, hält Viktor Bontrup beim Frühstück „Leute mit Zeit“ einen Vortrag zum Thema Landwirtschaft „Früher und Heute“, genauer über die Veränderung vom Hof Heering zum Hof Bontrup. Am Sonntag, 3. April, beginnt um 9.45 Uhr ein Gottesdienst mit Halderner Lebensgeschichten und junger Musik. Am Mittwoch, 6. April, findet um 15 Uhr ein Frauennachmittag zum Thema „Gelingendes Leben“ mit Pfarrerin Sabina Berner-Pip statt.
Am Freitag, 8. April, wechselt die Ausstellung in den Pfarrsaal des Altenheims St. Marien. Um 15.30 Uhr starten dann auch die „Halderner Gesichter“ von Christoph Buckstegen. Gezeigt wird abschließend um 17 Uhr der Film „Wo die Linden rauschen“ von Clemens Reinders. Tags darauf gibt es ab 16 Uhr Musik mit dem Streicher-Atelier-Haldern und eine kleine Aufführung der Theater und Kulturwerkstatt Haldern. Ab 17.30 Uhr folgt ein kleinen Imbiss. Der anschließende Sonntag startet um 11 Uhr mit dem Kinderchor „Auftakt“ und Liedern zum Mitsingen sowie mit Musik von Bernd Rücker. Ab 13 Uhr können Interessierte den Naschgarten besichtigen, an der Staudenbörse teilnehmen oder das Paralleltandem begutachten. Mit Kaffee und Kuchen klingt der Tag ab 14 Uhr aus.

Der letzte Programmpunkt beginnt am Donnerstag, 14. April, um 17 Uhr: ein Vortrag von Rechtsanwalt Bernd Franken über Patientenverfügungen und das Testament. „Das hatte wir im Sommer bereits und es war der bestbesuchte Vortrag“, sagt Verbeet. Das Programm veröffentlicht die evangelische Kirche noch unter kirche-haldern.de und auf Facebook. Auch Flyer werden in Haldern verteilt.

Gutes tun ist während der Ausstellung ebenfalls möglich: „Wir haben uns entschieden, alles, was wir einnehmen, an die Bedürftigen in der Ukraine zu spenden“, sagt Hermsen.