Es gibt nur eine Welt Bertamaria Reetz
Bertamaria Reetz mit dem „Gier“. Es ist eines ihrer größten Werke in der Ausstellung, auf dem sie die Vernichtung des Lebensraumes für Tiere thematisiert. NN-Foto: SP

EMMERICH. Der Adler mit seinem schwarzen Federkleid sitzt selig auf seinem Horst. Darunter brennt es allerdings lichterloh. Der Horst hat bereits Feuer gefangen, vernichtet dadurch die Nachkommen des Adlers und damit auch symbolisch das Leben auf der Erde – es sind Folgen des Klimawandels. Die Künstlerin Bertamaria Reetz hat auf 22 Großformaten in ihrer neuesten Werkreihe den Klimawandel auf unterschiedliche Art und Weise in Kunstwerke verpackt. Sie stellt darin die Vernichtung der Wälder ebenso dar wie das Schmelzen der Gletscher. Die Ausstellung „Es gibt nur eine Welt“ ist vom 5. März bis zum 8. Mai im PAN Kunstforum in Emmerich zu sehen.

Für Reetz wird es die letzte Ausstellung in dieser Form sein. „Ich höre nicht mit der Kunst auf, aber diese Art von Gemälden werden meine letzte sein. Das schaffe ich körperlich nicht mehr“, sagt die 1952 geborene Künstlerin. Innerhalb eines Jahres hat sie die 22 großformatigen Malereien, die zwischen 100 x 130 Zentimetern und 200 x 200 Zentimetern groß sind, angefertigt. Ihre Maltechnik beschränkte sich dabei auf elementare Hilfsmittel. „Ich habe nie einen Pinsel benutzt, sondern alles mit einem Spachtel, der Hand oder einem Lappen gemacht“, verrät Reetz. Die aus Pigmenten und Pasten bestehenden Farbmassen hat sie zunächst mit einem Spachtel aufgetragen und anschließend mit einer Öl-Lasur versehen, um ihnen die Härte zu nehmen. Der Kontakt zur Leinwand wird durch das Verarbeiten der Farben mit den Händen intensiviert.

Das Thema Klimawandel hat die Pulheimerin ganz bewusst gewählt. „Es passt auch, dass dies meine letzte große Ausstellung sein wird. Denn das Thema liegt mir sehr am Herzen. Es ist bereits fünf nach zwölf“, sagt Reetz. In ihren Gemälden hat sie daher thematisiert, wie Konsum und Macht die Welt zerstören und dabei teilweise auch die unberührte Natur der zerstörten Natur gegenübergestellt. Sie stellt die Abholzung der Wälder dabei ebenso dar wie das Abschmelzen der Gletscher, das Artensterben, verloren wirkende Tiere und brennende Wüsten. „Die Zukunft ist dann zu Ende, wenn die Abschaffung der Menschheit durch sich selbst geschieht“, sagt Reetz, „es gibt nur diese eine Welt. Wir müssen sie schützen.“

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„Kleine Bienen – große Verantwortung“

Bereits seit vielen Jahren engagiert sich Bertamaria Reetz in kreativ-sozialen Projekten, die sich nicht nur der Kunst, sondern vor allem auch dem Thema Ökologie widmen. Ihr Workshop „Kleine Bienen – große Verantwortung“ bezieht sich dabei auf das zunehmende Bienensterben. Dazu hat sie in einer Behinderten-Werkstatt kleine Holzbienen anfertigen lassen, die Kindern zur freien Gestaltung mit umweltrelevanten Themen zur Verfügung gestellt werden. An einer kleinen, gewachsten Kordel befestigt, können diese an Schultaschen oder Rucksäcken befestigt werden. Den Workshop, von dem unter anderem NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser, Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Höhner-Frontmann Henning Krautmacher Schirmherren sind, würde sie auch gerne an hiesigen Schulen anbieten. Auch das PAN Kunstforum würde das Projekt gerne mit einem Ausstellungsbesuch für Schulen verbinden. Schulen können sich dazu per E-Mail an info@pan-forum.de melden.

Die Ausstellung „Es gibt nur eine Welt“ wird am Samstag, 5. März, um 12 Uhr im PAN Kunstforum in Emmerich eröffnet. Neben der Künstlerin werden auch Umweltministerin Heinen-Esser und Kuratorin Christiane van Haren zugegen sein. Anschließend kann die Ausstellung bis zum 8. Mai von donnerstags bis sonntags jeweils von 11 bis 16 Uhr besucht werden. Der Eintritt beträgt fünf Euro (ermäßigt drei Euro). Der Begleit-Katalog zur Ausstellung kostet zehn Euro. Zudem wird die blaue Friedensherde bestehend aus Schafen und Lämmern, ein Kunstprojekt von Reetz zur Förderung des freundlichen Miteinanders im öffentlichen Raum, im PAN weiden. Auch sie gibt es käuflich zu erwerben. Weitere Informationen gibt es online unter www.pan-kunstforum.de.