GOCH. Auf dem Cover vereinen sich bunte, geflochtene Schnüre zu einem starken Zopf und symbolisieren das bundesweite Motto der Volkshochschulen für das erste Halbjahr: „Zusammen in Vielfalt“ – das neue Programmheft des VHS-Zweckverbandes Goch-Uedem-Kevelaer-Weeze ist erschienen.

„Vielfalt, das ist Volkshochschule für mich“, unterstreicht VHS-Direktor Theo Reintjes, „Vielfalt in den Angeboten, ob online oder in Präsenz, bei den Mitarbeitern, den Lehrenden und natürlich bei den Teilnehmern.“ Nicht fehlen darf zu Beginn des neuen VHS-Jahres der Blick auf das vergangene. „Ganz ausgefallen ist nichts“, berichtet Reintjes. Immerhin noch circa 8.500 Unterrichtsstunden mit 4.500 Teilnehmern haben 2021 stattgefunden. Zum Vergleich: Im „Rekordjahr“ 2020 waren es circa 14.500 Stunden mit über 10.000 Teilnehmern. „Teilweise mussten wir 2021 aber auch monatelang aussetzen oder Kurse dann doch ganz beenden“, erklärt Theo Reintjes diesen Unterschied. „Gefühlt haben wir hauptsächlich vertröstet und verwaltet“, beschreibt er den organisatorischen Aufwand dahinter

Etwas, was auch Daniela Gust, die stellvertretende VHS-Leiterin, und Monique Kling, die den Fachbereich 4 (Sprachen) betreut, bestätigen können. „Wir konnten die Kurse nur mit weniger Personen besetzen und bei Online-Kursen musste sich erst alles einspielen“, so Daniela Gust. Mittlerweile sind Online-Angebote in beinahe jedem Fachbereich zu finden. „Der Anteil hat bei allen Volkshochschulen zugenommen“, weiß Theo Reintjes. Und für das digitale Angebot interessieren sich nicht nur junge Leute: „In einem Seminar zur Kunstgeschichte waren einige Teilnehmer über 80 Jahre alt, das ist ganz unterschiedlich“, erzählt Daniela Gust. Das Programm bietet auch im neuen Semester wieder einen breiten Mix. So gibt es im Fachbereich 1 „Mensch und Gesellschaft“ sechs Veranstaltungen zum Thema „Mensch und Tier“: Beispielsweise „Erste Hilfe für Hund & Katze“, „Ein Hund zieht ein“ oder „Waldbaden mit dem Hund“. Auch das Thema Resilienz, psychische Widerstandskraft, die wohl gerade in diesen Zeiten gebraucht wird, steht auf der Agenda. Der Pandemie geschuldet, wird auf Großveranstaltungen und Betriebserkundungen, sonst ein fester Bestandteil, verzichtet.

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Daniela Gust, die den Fachbereich 2 „Kulturelle Bildung und Pädagogik“ leitet, freut sich, dass wieder Museums- und Theaterfahrten möglich sind. Anfang Januar wurde bereits die Philharmonie in Essen besucht. Dort gab es ein Sinfoniekonzert mit Violinist Frank Peter Zimmermann. 26 Teilnehmer waren dabei. „Das ist erfreulich für den Wiederbeginn“, sagt Daniela Gust. Für April ist ein Besuch im Museum Folkwang in Essen ge­plant; zum 100-jährigen Jubiläum wird dort eine große Impressionisten-Ausstellung gezeigt. Angeboten werden außerdem Online-Veranstaltungen zu Joseph Beuys, Auguste Rodin, zur Druckgrafik oder den 1920er-Jahren. Standard sind Kurse zu Musik, Instrumenten, Zeichnen und Malen. Das Projekt „Brass and More“, Bandmusizieren für alle Altersstufen, wird im evangelischen Begegnunsghaus „M4“ fortgesetzt. Hans-Hermann Koppers bietet einen Kurs für Interessierte an, die in den Chorgesang einsteigen möchten.
Schwer gebeutelt von der Pandemie und den unterschiedlichen Vorgaben sei der Fachbereich 3 „Gesundheit“ gewesen, so Theo Reintjes. Dass nun bei der 2G-Plus-Regel geboosterte Personen von der Testpflicht befreit seien, bringe eine erhebliche Erleichterung mit sich. „Nicht Geimpfte sind momentan nicht unsere Kunden“, betont er, „und mit die meisten Wiederanmeldungen haben wir im Gesundheitsbereich.“ Webvorträge zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen, Fitnesstraining, Gymnastik, Selbstverteidigung und vieles mehr werden angeboten.

Förderlich für die Kommunikation mit den Teilnehmern der Integrationskurse seien Pandemie und Lockdown nicht gewesen, zieht Fachbereichsleiterin Monique Kling Bilanz, aber: „Wir haben Überbrückungsmöglichkeiten gefunden, damit uns die Leute nicht von der Fahne gehen.“ Einmal monatlich bietet Monique Kling eine feste Sprechstunde zu den Themen Deutsch als Fremdsprache und Integrationskurse an. Neun Integrationskurse finden im ers­ten Halbjahr statt. Das Interesse sei groß, denn inzwischen würden den Gemeinden – auch Goch – wieder mehr Flüchtlinge zugewiesen, zum Beispiel Ortskräfte aus Afghanistan, die verstärkt nach solchen Sprachkursen fragen: „Sie sprechen meist sehr gut englisch, deutsch eher nicht“, so Monique Kling. Sehr gut angekommen ist 2021 das Schnupperwochenende „Niederländisch“, das auch 2022 wieder im Programm ist. Natürlich fehlen auch nicht die „Orchideensprachen“ wie Japanisch oder Chinesisch im Kursangebot. Den größten Anstieg der Online-Kurse hat der Bereich der EDV (Fachbereich 5) zu verzeichnen. Von 84 Veranstaltungen finden 32 digital statt. „Das ist der höchste Wert aller Fachbereiche“, berichtet Theo Reintjes, „wenn nicht hier, wo dann.“ Schlüsselqualifikationen für Social Media sind wesentlicher Bestandteil des Angebots. Für diese und weitere Kurse hat sich Goch mit anderen Volkshochschulen zusammengetan – so lassen sich die Kosten für Dozenten teilen, die man sonst allein nicht stemmen könnte. Online-Veranstaltungen gehören inzwischen zum festen Angebot des VHS-Zweckverbandes, gleichwohl sieht Theo Reintjes sie als Ergänzung des Bestehenden, nicht als Ersatz: „Wir sind eine Präsenzeinrichtung, das ist wesentlicher Bestandteil der Volkshochschule.“

Das Programmheft liegt ab sofort aus und kann auch auf der VHS-Homepage als PDF heruntergeladen werden.

Ausgebremst hat die Corona-Pandemie zudem den seit 2018 geplanten Umzug der VHS in die ehemalige St. Martin Hauptschule nach Pfalzdorf. Aber es geht in kleinen Schritten voran: „Die ers­ten Ausschreibungen für Gewerke laufen und wir stehen in ständigem Austausch mit dem Kommunalbetrieb der Stadt Goch“, erläutert Theo Reintjes. Der neue Geschäftsstellen-Standort werde in Zukunft viele Möglichkeiten bieten, so Daniela Gust: unter anderem ausreichend Parkplätze vor Ort, eine Lehrküche und ein großes Foyer, in dem Ausstellungen und Lesungen stattfinden können. „Wenn wir eine große Anzahl an Räumen haben, werden wir die auch bespielen“, bekräftigt Reintjes, der mit Anfang 2023 als Umzugsdatum rechnet.
Informationen zu den Kursen und zu den aktuellen Corona-Bestimmungen gibt es außerdem unter www.vhs-goch.de

Großes Bild: Daniela Gust (stellvertretende VHS-Leiterin), VHS-Direktor Theo Reintjes und Fachbereichsleiterin Monique Kling (vl) freuen sich auf das neue Semester. NN-Fotos (2): CDS