Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
zum Ende des Jahres werfen wir traditionell einen Blick zurück und einen nach vorn. Das ist nicht einfach in einem Jahr, in dem das Corona-Virus immer noch unseren Tagesablauf be-stimmt und auch wir in der Gemeinde Uedem erleben mussten, wie die Natur mit einem Starkregenereignis uns die Grenzen aufzeigte.

Rückblick 2021

Erneut geht ein herausforderndes Jahr zu Ende. Entgegen aller Hoffnungen hält uns die Corona-Krise weiter in Atem und das zweite Jahr mit vielen Einschränkungen im Alltag neigt sich dem Ende.

Corona-Krise noch 
nicht abgewendet

Das Jahr 2021 startete mit einem „Lockdown“ und Kontaktbeschränkungen sowie Abstand halten und Maske tragen. Die am 8. Februar angelaufene Impfkampagne brachte große Hoffnungen. Zum Sommer hin war schon wieder etwas von Normalität spürbar. So konnten wir in Uedemerbruch eine „Kirmes light“ unter dem Fallschirm auf dem Dorfplatz feiern, im Oktober sowohl in Keppeln als auch in Uedem sogar die Kirmes fast unter „normalen“ Bedingungen durchführen.
Leider steigen seit Herbst die Corona-Infektionen wieder stark an, so auch in der Gemeinde Uedem. Waren es zum Ende des Jahres 2020 noch 86 Bürgerinnen und Bürger, die sich mit dem Corona-Virus infiziert hatten, sind es heute bereits 375. Allein in den letzten zwei Monaten haben sich 138 Menschen aus unserer Gemeinde infiziert und es sind auch drei weitere Personen an Corona verstorben. Die steigenden Fallzahlen und die hohe Zahl an Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern zeigen uns, dass das Ende der Corona-Pandemie noch nicht in Sicht ist. So gehen wir in das neue Jahr mit einem „kleinen Lockdown“ und Kontaktbeschränkungen.

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Bürgermeister Rainer Weber. Foto: privat

Aber dennoch bitte ich Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, mit Zuversicht nach vorne zu blicken und nicht aufzugeben. Die Impfkampagne hat mit den angebotenen Auffrischungsimp-fungen neuen Schwung bekommen und überzeugt hoffentlich auch die letzten Zweifler von der Notwendigkeit des Impfens.
An dieser Stelle möchte ich mich, auch im Namen des Rates der Gemeinde Uedem, ganz herzlich bei den Menschen bedanken, die ihre Zeit und Arbeitskraft in den Dienst der Allgemeinheit gestellt haben. Beispielhaft danken möchte ich den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Pflege- und Gesundheitsdiensten, die alles dafür geben, dass Erkrankte wieder genesen und Bürgerinnen und Bürger sich impfen lassen. Einen Dank möchte ich auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes des Kreises Kleve und der Kreisverwaltung aussprechen. Ein großes Dankeschön geht an meine Kolleginnen und Kollegen im Rathaus, insbesondere aus dem Ordnungsamt, die mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie weit mehr gemacht haben, als einfach nur ihren Job. In meinem Dank möchte ich aber auch die Verantwortlichen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kindergärten und den Schulen einbeziehen.
Wir alle hoffen, dass wir die Corona-Pandemie im kommenden Jahr weitgehend hinter uns lassen können.

Starkegen: Große Schäden 
in Keppeln

Wenn wir dieses Jahr in der Gemeinde Uedem zurückblicken, blicken wir immer noch fassungslos auf den 4. Juni 2021 zurück. Große Teile unseres Gemeindegebiets waren von einem Starkregenereignis betroffen, insbesondere der Ortsteil Keppeln. Durch ein überlaufendes Kanalnetz, das die Wassermassen aus der über Keppeln stehenden Gewitterzelle nicht mehr aufnehmen konnte, und durch von den landwirtschaftlichen Flächen abfließendes Oberflächenwasser kam es zu einer Vielzahl von Schäden in Wohnhäusern und Betriebsgebäuden. Glücklicherweise gab es in diesem Zusammenhang keine größeren Verletzungen oder Personenschäden. Ich möchte den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Uedem für ihren Einsatz danken, besonders auch allen Helferinnen und Helfern für die gegenseitige nachbarschaftliche Unterstützung. Das Wichtigste, was mir auch in diesem Jahr wieder bewusstgeworden ist: Wir schaffen diese Zeit gemeinsam. Es hat mich sehr berührt, dass unter anderem die vom Starkregenereignis in Keppeln so sehr betroffenen Mitbürgerinnen und Mitbürger sich als Helferinnen und Helfer im Juli im Ahrtal engagiert haben. Ein besonderer Dank gilt dem Heimatverein Keppeln, der mit der Initiative „Ahrtal-Hilfe“ vielen Menschen in einer Notlage geholfen hat.
Eine Aussage aus meinem Neujahrsgruß 2020/2021 möchte ich an dieser Stelle noch einmal wiederholen: „In dieser Krisenzeit wird besonders deutlich, welchen Stellenwert ein solidarisches Miteinander für eine Gesellschaft hat. Das ablaufende Jahr hat einmal mehr aufgezeigt, wie wertvoll eine gute Gemeinschaft in einer außergewöhnlichen Zeit ist.
„Niemand von uns kann so viel bewirken wie wir alle miteinander!“(Elie Wiesel)
Die anhaltende Corona-Pandemie, das Starkregenereignis in Keppeln und die Hochwasserer-eignisse in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben uns eindrücklich vor Augen geführt, was wirklich wichtig ist im Leben: Familie, Freunde, Gesundheit. Alles in allem könnte man jetzt meinen, dass das Jahr 2021 für die Gemeinde Uedem eigent-lich ein „Jahr zum Vergessen“ ist. So ist es aber nicht. Es gab auch schöne Momente.

Gute wirtschaftliche Lage

Sicherlich hat die Corona-Krise das ein oder andere Unternehmen beziehungsweise den ein oder anderen Betrieb in finanzielle Nöte gebracht. Für Uedem kann ich aber feststellen, dass die Gewerbetreibenden in unserer Gemeinde unterm Strich gut durch diese herausfordernde Krise gekommen sind. Trotz großer Befürchtungen hat es keine Insolvenzwelle gegeben und bei der Gewerbesteuer können wir deutliche Mehreinnahmen von rund 1,6 Millionen Euro (insge-samt etwa 5,1 Millionen Euro) verzeichnen. Danke an alle Uedemer Unternehmerinnen und Unternehmer für dieses gute Ergebnis. Hoffen wir, dass die derzeitige Materialknappheit zukünftig nicht zu einem Einbruch führen wird.

Hohe Bundes- und 
Landeszuweisungen

Anfang August überreichte die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, Ina Scharrenbach, gleich drei Förderbescheide für Infrastrukturmaßnahmen in der Gemeinde Uedem. Für die Umwandlung des Tennensportplatzes an der Tönisstraße in einen Kunstrasenplatz erhielten wir 675.000 Euro zu den Gesamtkosten von 813.000 Euro. Im Dezember gab es noch einen Nachschlag von 57.000 Euro. Der Kunstrasenplatz konnte im Oktober seiner Zweckbestimmung übergeben werden. Darüber hinaus wurde für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Keppeln eine Lan-deszuwendung von rund 37.000 Euro zu den Gesamtbaukosten von 80.000 Euro bewilligt. Der Anbau, der für die Unterstellung eines noch anzuschaffenden Mannschaftstransportwagens benötigt wird, soll in 2022 realisiert werden.
Ferner erhielt die Gemeinde Uedem für den Bau eines Dorfgemeinschaftshauses in Uedemerbruch eine Landeszuwendung in Höhe von 250.000 Euro zu den geplanten Baukosten von etwa 1,5 Millionen Euro. Mit den Bauarbeiten soll Mitte 2022 begonnen werden. Das im Oktober eröffnete Medicenter ist eines der Highlights, die in den letzten Jahren in Uedem geplant wurden, und mit dem im Januar 2022 fertiggestellten Einzelhandelszentrums an der Bahnhofstraße kommt ein weiteres besonderes Bauprojekt hinzu. Mit dem Ärztezentrum ist mittel- bis langfristig die Hausärzteversorgung in der Gemeinde Uedem gesichert. Besonders erwähnenswert ist, dass dort auch eine Kinderärztin praktiziert. Aldi und Edeka haben bereits im Dezember ihre neuen Märkte bezogen. Der seit Jahren größte Wunsch, in Uedem wieder einen Drogeriemarkt zu haben, geht am 22. Januar 2022 in Erfüllung. Dann eröffnet dm seinen Markt im Einzelhandelszentrum an der Bahnhofstraße/Meursfeldstraße.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Sie sehen, dass es auch viele schöne Ereignisse und Begegnungen im ablaufenden Jahr 2021 gegeben hat.

Ausblick 2022

Die Corona-Krise hat leider auch das Verwaltungshandeln und das politische Handeln sehr eingeschränkt. An einigen Projekten wie beispielsweise der Erweiterung (Aufstockung) des Rathauses konnte gar nicht weitergearbeitet werden, was auch mit fehlenden personellen Ressourcen zu tun hatte. Viele Projekte und Maßnahmen konnten und können nur verzögert begonnen und weitergeführt werden.

Infrastrukturmaßnahmen

In 2022 sollen geplante Investitionen in Höhe von 5,7 Millionen Euro umgesetzt werden. Hierzu gehören die abschließende Entwicklung des Wohngebietes „Mörsfeld – Teil I“ sowie die Aufstellung von Bebauungsplänen zur Wohnbauentwicklung in Keppeln und Uedemerbruch. Es sind auch weitere Haushaltsmittel für den Ankauf von Flächen zur Wohnbaulandentwicklung in Uedem und für den Ankauf von Flächen für die Entwicklung des Gewerbegebietes südlich der Molkereistraße (3. Reihe) veranschlagt worden. Zu den weiteren Infrastrukturmaßnahmen gehören der Ausbau der Gartenstraße (Teilstück Lohfeldstraße bis Wendehammer) sowie der Straße Am Lohstück (Teilstück Gartenstraße bis Lohberg) jeweils einschließlich Kanalerneuerung. In 2022 wird auch der Endausbau der Straße „Am Geijtenhögel“ in Keppeln erfolgen. Der Wirtschaftsweg „Buchholter Straße“ soll bituminös neu befestigt werden. Mitte 2022 soll mit der Erweiterung (Aufstockung) der Grundschule begonnen werden.
Besonders wichtig ist mir, dass die geplanten Maßnahmen für die Oberflächenentwässerung in Keppeln und Uedemerbruch zeitnah umgesetzt werden. Die Verwaltung plant ergänzend für das Jahr 2022 die Erstellung einer Starkregengefahrenanalyse für das komplette Gemeindegebiet. Es soll eine Starkregengefahrenkarte erarbeitet werden, die die potenzielle Überflutungsgefährdung darstellt. Hieraus soll auch abgeleitet werden, welche Maßnahmen die Gemeinde beziehungsweise die Grundstückseigentümer noch ergreifen müssen, um Schäden wie beim Starkregenereignis am 4. Juni 2021 zu mindern.

Dank für ehrenamtliches Engagement

Das Ende eines Jahres ist stets eine gute Gelegenheit, Dank zu sagen. Ich bedanke mich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich für die Allgemeinheit engagieren, die in sozialen Einrichtungen, in den Kirchengemeinden oder Vereinen ehrenamtlich ihre Freizeit und ihre Persönlichkeit eingebracht haben. Einen Verein beziehungsweise einen Zusammenschluss von drei Vereinen möchte ich beispielhaft herausstellen, nämlich die Spielgemeinschaft der Musikvereine der Gemeinde Uedem (Musikverein „Concordia“ Uedem, Musikverein „König David“ Keppeln und Musikverein „Heimatklänge“ Uedemerbruch), die im November den Heimat-Preis 2021 verliehen bekommen hat.
Ich möchte mich auch bei den Ausschuss- und Ratsmitgliedern bedanken, die sich ehrenamtlich für die Fortentwicklung der Gemeinde Uedem engagiert und um das allgemeine Wohl be-müht haben. Ein Dank gilt auch den Firmen und Kreditinstituten, die finanziell viele Aktivitäten in Uedem unterstützen. Vielen, vielen Dank an Sie alle! Bedanken möchte ich mich auch für die geleistete Arbeit bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus, im Bauhof und den Einrichtungen.
Zum Schluss meines Rück- und Ausblickes zum Jahreswechsel 2021/2022 möchte ich allen Bürgerinnen und Bürgern, die 2021 mit Sorgen und mit Trauer leben mussten, Trost und Kraft wünschen, um den Beginn des neuen Jahres mit neuer Zuversicht begehen zu können.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, lassen Sie uns gemeinsam diese schwierige Zeit angehen, denn nur gemeinsam sind wir stark.
„Wenn jeder auf seinem Platz das Beste tut, wird es in der Welt bald besser aussehen.“ (Adolph Kolping)
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, für das neue Jahr 2022 alles Gute, viel Glück, Gesundheit und Zufriedenheit und unserer Gemeinde viel Erfolg. Bleiben Sie zuversichtlich! Bleiben Sie gesund!
Ihr Bürgermeister Rainer Weber

Foto: privat