GOCH-KESSEL. 16 Skulpturen und circa 70 Bilder: Paul Goossens und Ingrid Karsten waren in den vergangenen zwei Jahren sehr kreativ und haben ihre zweite gemeinsame Ausstellung nach 2019 vorbereitet. Im „Haus am See-GochNess“ in Kessel wird das Ergebnis am kommenden Wochenende, 13. und 14. November, gezeigt.

„Malerei – Spiel mit den Farben“ lautet der Titel für Ingrid Karstens Bilder; „Von weichen Formen zu Pifagor und Bauhaus“ hat Paul Goossens seine Werke genannt. „Farben sind mein Herzstück“, erzählt Ingrid Karsten, „sie sind einfach magisch.“ Seit mehr als 30 Jahren ist das Spiel mit den Farben ihre große Leidenschaft, die sich in vielfältiger Form in ihrer Arbeit widerspiegelt. „Abstrakt ist immer meins“, sagt sie, „das lässt mir viel Freiraum für Fantasie.“ Für die aktuelle Ausstellung hat sie neben Frauenportraits erstmals auch Tierbilder gemalt – unter anderem Stier, Leopard, Gepard und Affe warten auf den Betrachter. „Eine ganz andere Richtung“, so die Künstlerin. In ihrer Malerei ist Ingrid Karsten nicht festgelegt; sie nutzt Farbe, Tusche, Moorlauge, Pigmente, Schellack, Marmormehl und diverse „Zutaten aus der Experimentierküche“, wie sie es formuliert.
Ein Bild kann dabei durchaus bis zu 20 Schichten haben, es entsteht durch Auftragen, Auswaschen, Auskratzen, Zerstören und wieder Auftragen. Der Malprozess sei emotional und spontan: „Jedes Bild wird in der Auseinandersetzung mit der Leinwand und der Farbe zum Abenteuer“, beschreibt Ingrid Karsten den Schaffensprozess, „das Bild hat immer das letzte Wort.“

„Pifagor, das ist der russische Name für Pythagoras“, erklärt Paul Goossens. Eine Hommage an seinen Professor Alexander Danov, bei dem er 2012 – nach dem Ende seines Berufslebens – Privatunterricht nahm. Goossens, langjähriger Mitarbeiter beim Bauamt der Stadt Goch, wollte sich künstlerisch weiterentwickeln: „Ab einem bestimmten Punkt macht man immer dasselbe, nur eben in anderer Form“. 2017 zeigte er erstmals Holzskulpturen, die aus alten niederrheinischen Weidepfählen entstanden waren, im Rathausfoyer. Holz ist seit jeher sein Werkstoff; Eiche, Kirschbaum und Caribe sind es für die neuen Skulpturen, die sich an der europäischen, konstruktivistischen Richtung und an der Bauhaustradition orientieren. Mit Glas und Edelstahl sind weitere Komponenten dazugekommen. „Ich habe mich nun auch an runde Formen gewagt“, berichtet Paul Goossens. Pifagor/Pythagoras ist auch nicht einfach nur ein Wortspiel – einige Skulpturen sind „mathematische Elemente im Raum“ und eine weitere trägt den Namen des griechischen Mathematikers und Philosophen, dessen Lehrsatz so manchen Schüler zur Verzweiflung getrieben haben dürfte.

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Die 900 Quadratmeter Ausstellungsfläche im „Haus am See“, dessen Unterstützung beide Künstler sehr zu schätzen wissen, kommt ihnen äußerst gelegen: „Ich habe am liebsten ganz große Bilder und brauche ich viel Platz, das ergänzt sich dann hervorragend mit den Skulpturen“, macht Ingrid Karsten die Vorzüge deutlich. Beide freuen sich auf die Gespräche mit interessierten Besuchern über die Werke und den Schaffensprozess: „Darüber kann man ganz viel erzählen, das macht es aus.“ Denn die Arbeit an einem Bild oder einer Skulptur gehe nicht linear vonstatten. Vielmehr arbeite man parallel an verschiedenen Werken, je nach Befindlichkeit. „Es ist schon mehr als ein Hobby, wir haben Spaß daran – man brennt dafür“, bringt Ingrid Karsten die Leidenschaft für den künstlerischen Prozess auf den Punkt.

Öffnungszeiten
Samstag, 13. November:
14 bis 18 Uhr
Sonntag, 14. November:
11 bis 18 Uhr
Bürgermeister Ulrich Knickrehm wird die Ausstellung am Samstag eröffnen. An beiden Tagen kann man im „Haus am See“ Kaffee trinken. Die Ausstellung wird unter der 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) durchgeführt, dies wird am Eingang kontrolliert.