Geschichte für die Ohren

KLEVE. Vielleicht könnte man von einem Hörspiel sprechen oder einem Feature, aber das Wort der Stunde heißt Podcast.

Nicht verbergen – veröffentlichen

Hinter diesem Genre kann sich viel verbergen, wobei es – genau genommen – nicht ums Verbergen geht, sondern um das genaue Gegenteil: Veröffentlichung.
So wundert es denn auch nicht, dass im Rahmen des Jubiläumsjahres ‚1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland‘ das Klever Stadtarchiv und der Klevische Verein für Kultur und Geschichte einen dreiteiligen Podcast zur Geschichte der ehemaligen Klever Synagoge produziert haben.

10 bis 15 Minuten

Verantwortlich zeichnen die Archivleiterin Katrin Bürgel, Helga Ullrich-Scheyda, die sich in gewohnter Präzision um die Recherche gekümmert hat, Schauspieler Marco Spohr, die Stimme des Podcasts, sowie Niklas Lembeck, der sich um die technische Abwicklung gekümmert hat. „Die einzelnen Folgen unseres Podcasts dauern zwischen zehn und 15 Minuten“, erklärt Katrin Bürgel. Das ist überschaubar und hat unter anderem damit zu tun, dass die „Geschichte für die Ohren“ auch in Schulen eingesetzt werden soll. In der ersten Folge geht es um die Vorgeschichte der Synagoge sowie deren Eröffnung am 24. August 1821.

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Einer der schönsten Punkte der Stadt

Originalton Gustav von Felsen: „Der von einem umschlossenen Platz und einer Baumpflanzung umgebene Tempel ist auf einem der schönsten Punkte der Stadt aufgeführt. Er ist eine Zierde in der Umgebung des Schlosses.“ Das schrieb seinerzeit der Rendant des königlichen Gymnasiums, Gustav von Felsen, dessen Text durch Marco Spohr gesprochen wird. Als die Synagoge vor 200 Jahren eingeweiht wurde, handelte es sich bereits um die zweite Synagoge. Folge Zwei bespricht dann die Zeit des Nationalsozialismus und Folge Drei spannt den Bogen vom Kriegsende bis in die heutige Zeit. Katrin Bürgel und Marco Spohr haben das von Helga Ullrich-Scheyda umgangreich recherchierte Material arrangiert und den Podcast konzipiert. Bürgel und Ullrich-Scheyda sind neben Marco Spohr als Sprecherinnen zu hören.

Drei Folgen im Wochenrhythmus

„Es ist natürlich in diesem Zusammenhang sehr gut, dass es viele Originalquellen gibt, die wir für die Rezitation nutzen konnten“, sagt Katrin Bürgel und fügt hinzu: „Der Podcast ist für alle Interessierten öffentlich und kostenfrei zugänglich und wir wünschen uns natürlich auch einen Einsatz in den Schulen.“ Am Mittwoch um 14 Uhr ging die erste Folge online, die beiden weiteren Folgen werden im Wochenrhythmus veröffentlicht und sind auf dem Youtube-Kanal der Stadt Kleve abrufbar. Wer also jüdische Geschichte in Kleve nicht erlesen sondern gehört erleben möchte, sollte sich den Podcast anhören.Heiner Frost