Die druckfrische Standortbroschüre der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve rückten ins rechte Licht: Lea Reuvers und Nathalie Tekath-Kochs von der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve. Foto: privat

KREIS KLEVE „Mit durch Corona geprägten sehr gemischten Gefühlen hat man die Reise nach München angetreten – mit neuen, wertvollen Erfahrungen kommt man aus der bayerischen Metropole an den Niederrhein zurück: Ja, die Expo Real 2021 war eine deutlich andere Messe als in den Jahren zuvor. Weniger Aussteller, weniger Besucher, aber mehr tiefgründige Gespräche.” So lautet für alle jene, die unter dem Dach der Standort Niederrhein GmbH diese Weltmesse für Immobilien und Investitionen erlebten, ein erstes vorsichtiges Fazit – formuliert von der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve.

Bereits Tage und Wochen vor dem Besuch im Süddeutschen hatte man sich mit minutiös abgestimmten Terminen seine Gesprächspartner ausgeguckt. Da gab es nach Auskunft von Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers beispielsweise den Logistiker, der sich die gute Tasse Kaffee in München nicht nehmen ließ. Und dies trotz dreier Vorab-Telefonate und der Hinweise darauf, dass auch im Kreis Kleve die Situation zum Erwerb großer und größter Flächen nicht ganz einfach sei. Er gebe sich nun auch schon mit 20.000 Quadratmetern „in guter Lage unweit eines Autobahn-Zubringers” zufrieden, so habe seine Botschaft zum Ende eines offenen Gespräches gelautet. Erfreulich auch die Tatsache, dass es nach wie vor Investoren gibt, die sich nach Standorten für sogenannte Gewerbeparks umschauen. Zu Zeiten, zu denen es Städten und Gemeinden immer schwerer fällt, Anfragen nach kleinen und kleinsten Flächen ab 1.000 Quadratmetern eine Chance zu bieten, zu diesen Zeiten sind die Gewerbeparks mit Lösungen für den Malermeister, seine Farben und die beiden Geschäftsfahrzeuge „Gold wert”. „Sie lösen schlichtweg die lokalen Herausforderungen unserer Wirtschaftsförderer-Kollegen”, so Kuypers.

70 dieser Gewerbeparks wurden bislang von jenem Gesprächspartner gebaut, der sich in diesen Stunden die frisch gedruckte Standortbroschüre aus dem Kreisgebiet ansehen dürfte. 40 Prozent der gesamten Flächen in diesen Gewerbeparks seien von produzierenden Bereichen genutzt, auch Dienstleister fänden hier immer wieder ihre Zukunft, wurde behauptet. „Wir bauen, und behalten dann selbst”, lautete die Devise eines Standort-Suchenden, der sich vor allem im Segment Lebensmittel-Einzelhandel bewegt und auch nach Standorten für SB-Warenhäuser Ausschau hielt. Er verließ wohl den Besprechungstisch auf der Messe München in der Erwartung, dass die Kreis-WfG in den nächsten Stunden die Kollegen in den Städten und Gemeinden kontaktiere und dann deren gebündelte Antworten liefere. Überraschend hier: Selbst in Gemeinden ab 3.000 Einwohner finde man eine Lösung zur Ansiedlung, stand es schlussendlich im Raum. Zumeist brächte eine Ansiedlung auch einen Bio-Markt in direkter Nachbarschaft mit. Der Erwerb des Grundstücks sei notwendige Bedingung.

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Stolze 100.000 Quadratmeter sucht eine Vertriebsgesellschaft aus dem Rheinland für einen Verwaltungsneubau und ein Zentrallager. Mit 75 Filialen sei der inhabergeführte Non-Food-Discounter in NRW tätig, habe 75 Mitarbeiter allein in der Verwaltung und weitere 100 als gewerbliche im Lager und im eigenen LKW-Fuhrpark. Die bereits genannten 75 Filialen beschäftigten allein 850 weitere Mitarbeiter was die Bedeutung einer derartigen Ansiedlung weiter unterstreiche. Die Standortsuche sehe einen Neubau bis Mitte 2024 vor und lege eine Bauhöhe von 14 Metern zugrunde. Bis zum Jahre 2030 erwarte man, so das Unternehmen, eine Verdoppelung des Umsatzes.

Mit all diesen Informationen ausgestattet, so konstatierte die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve, kehre man in den Kreis Kleve zurück. Begleitet von der Hoffnung, dass wenigstens eine Stadt oder Gemeinde die Offerten in Kubikmeter umbauten Raum umwandeln könne. Die Kreis-Wirtschaftsförderung: „Jetzt sind wir auf unsere Berufskollegen vor Ort angewiesen.”