Morgen zählt jede Stimme

Zur Bundestagswahl 2021 haben deutlich mehr Bürger einen Antrag auf Briefwahl gestellt als 2017

Viel Spannung verspricht die Bundestagswahl am morgigen Sonntag, 26. September. Welche Partei wird stärkste Kraft? Wer folgt auf Angela Merkel im Kanzleramt? Bis 18 Uhr können die Bürger ihre Stimme abgeben und mitentscheiden, wer in den nächsten vier Jahren regieren wird. Foto: AdobeStock

NIEDERRHEIN. Die Zeit der Trielle, der Wahlkampfveranstaltungen, der Info-Stände zur Bundestagswahl 2021 geht heute zu Ende. Was morgen zählt, sind die „Stimmen“ der wahlberechtigten Bürger. Sie sind aufgerufen, die Mitglieder des Deutschen Bundestages zu wählen. Grundsätzlich gehören dem Parlament 598 Mitglieder an, von denen 299 in Wahlkreisen und 299 nach Landeslisten gewählt werden. Doch durch Ausgleichs- und Überhangsmandate wird die Zahl der Abgeordneten meist höher. So auch bei der Wahl 2017. Insgesamt 709 Abgeordnete gehören seitdem dem Deutsche Bundestag an. Mit einer deutlich höheren Zahl an Abgeordneten als 598 wird auch für den neuen Bundestag gerechnet. Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen.

Mit der Erststimme wird ein Wahlkreiskandidat gewählt, mit der Zweitstimme die Landesliste einer Partei. Der Kandidat, der im Wahlkreis die meisten Erststimmen erhält, zieht als Abgeordneter in den Bundestag ein.

Im Kreis Kleve
stellen sich zur Wahl:

Stefan Rouenhoff (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages; Bodo Wißen, (SPD); Georg Cluse (FDP); Gerd Plorin, (AfD); Friederike Janitza (Bündnis 90/Die Grünen); Norbert Hayduk (Die Linke); Johanna Hellmann (Freie Wähler) und Andreas Reiß (Die Basis).

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Im Kreis Wesel
stellen sich zur Wahl:

Sabine Weiss (CDU), Rainer Keller (SPD), Bernd Reuther (FDP), Holger Raumann (AfD), Hans-Peter Weiß (Bündnis 90/Die Grünen), Sidney Lewandowski (Die Linke), Dirk Zerressen (Die Partei), Christian Link (Freie Wähler), Wolf-Dieter Rochlitz (MLPD) und Matthias Moser (Die Basis).

Die Zweitstimme entscheidet die parteipolitische Zusammensetzung des Bundestages. Die Sitze werden entsprechend ihrem bundesweiten Zweitstimmenergebnis auf die einzelnen Parteien verteilt.

Stimmen werden
ab 18 Uhr ausgezählt

Im Kreis Kleve können insgesamt 225.772 Bürger ihre Stimme zur Wahl des Deutschen Bundestages 2021 abgeben. „Erstwähler“ sind 10.948 oder 4,84 Prozent der Wahlberechtigten. Am morgigen Sonntag, 26. September, schlägt ab 18 Uhr die Stunde der Stimmauszähler in den Wahllokalen. In diesem Jahr könnte die Auszählunge der 199 Urnenwahlbezirke länger dauern als in den Jahren zuvor, denn die Zahl der Anträge auf Briefwahl hat sich gegenüber der letzten Bundestagswahl 2017 deutlich erhöht. Bis zum Stichtag, 9. September, haben in den Kommunen des Kreises Kleve 32,39 Prozent der Wahlberechtigten ihre Briefwahl-Unterlagen angefordert. Das sind 73.124 Bürger. Damit ist der Anteil an Briefwahl-Anforderungen im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 um 114 Prozent gestiegen!

Beim Thema Briefwahl setzen Verbreiter von Fake-News an und behaupten beispielsweise, die Briefwahl sei leichter manipulierbar. Der Bundeswahlleiter schreibt dazu auf der eigens eingerichteten Seite zur Bundestagswahl 2021 in der Rubrik „Erkennen und Bekämpfen von Desinformation“: „Der Gesetzgeber hat verschiedene Vorkehrungen getroffen, um Missbrauch bei der Briefwahl zu verhindern (unter anderem Versicherung an Eides statt, Kontrollmitteilung an die Wohnanschrift, Aushändigung der Briefwahlunterlagen nur bei Vorliegen einer Vollmacht). Verstöße gegen die entsprechenden Vorschriften sind zum Teil strafbar. Nur in Einzelfällen ist daher bei hinreichend krimineller Energie Missbrauch realisierbar.“

Tasthilfe für Blinde
und Sehbehinderte

Zu den „Fake-News“ gehört auch die Behauptung, Stimmzettel, bei denen die rechte obere Ecke gelocht ist oder fehlt, würden aussortiert oder seien ungültig. Dazu der Bundeswahlleiter: „Alle Stimmzettel zur Bundestagswahl sind in der oberen rechten Ecke gelocht oder abgeschnitten. Dies stellt keinen Fehler dar. Die Geheimhaltung der Abstimmung ist gewahrt. Es ist eine Tasthilfe für Blinde und Sehbehinderte. Mithilfe einer eigens dafür angefertigten Stimmzettelschablone können Betroffene somit selbständig und geheim wählen. Stimmzettelschablonen werden kostenlos von den Landesvereinen des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) ausgegeben“.

Bundespräsident
Frank-Walter Steinmeier

Um auf die Bedeutung der Bundestagswahl 2021 hinzuweisen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Videobotschaft gemeinsam mit Prominenten die Bürger zur Beteiligung an den bevorstehenden Wahlen zum Deutschen Bundestag aufgerufen. „Wahlen sind kein Spiel. Es geht um so vieles – es geht um die Zukunft unseres Landes. Jede Stimme zählt! Sie entscheiden, wie es in Deutschland weitergeht! Gehen Sie wählen!“, so der Bundespräsident.

Live-Ticker

Wer wissen will, wie sich die wahlberechtigten Bürger im Verbreitungsgebiet der Niederrhein Nachrichten (NN) entschieden haben, kann ab 18 Uhr den NN-Live-Ticker aufrufen. Wir behalten die aktuellen Hochrechnungen im Blick! Den Ticker findet man unter www.nieder-rhein-nachrichten.de.