RHEURDT. Die Kunst hat viele Gesichter. Aufs Neue beweist das bald eine 14-köpfige Gemeinschaft aus Rheurdt. In der ersten „Open Art“ am Samstag, 25., und Sonntag, 26. September, stellt jedes Mitglied quer durch Rheurdt von 12 bis 18 Uhr die eigene Kunst aus, sei es Malerei, Schmiedekunst oder Holzarbeit. Ziel ist es, die lokale Kunst der Öffentlichkeit bekannter zu machen und auch als Gemeinschaft aufzutreten.

Als die Idee 2020 durch eine Kamp-Lintforter Künstlerin angestoßen wurde, erging es dem Plan wie vielem anderen in diesem Jahr: Die Umsetzung in die Tat musste wegen der Pandemie und dem Lockdown lange Zeit nach hinten verschoben werden. Aber auch einen Termin zu finden, an dem alle Künstler teilnehmen können, war alles andere als leicht. „Aber dann gab es doch noch eine glückliche Fügung“, erzählt Martina Viehweg freudig.

Der Vorteil daran, gemeinschaftlich aufzutreten, ist, dass sich auch weniger mit der Öffentlichkeit erfahrene Künstler mehr trauen, mit ihren Werken nach außen zu treten. Denn es seien nicht nur studierte Künstler dabei, sondern auch Autodidakten, verrät Jenny Schäfer. Sie ist eine von fünf teilnehmenden Malern, die ihre Acrylbilder präsentieren und die einzige von ihnen, die durch ihr Schaffen ihren Lebensunterhalt verdient.

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„Ich male, seit ich denken kann“, erzählt sie. Wo Kinder meist Tiere zeichnen, brachte sie schon früh Menschen aufs Papier. Im Laufe der Zeit kam zu den Figuren dann das Abstrakte dazu. Sie ist zwar bereits ein alter Hase, was derartige Events angeht, aber deswegen freut sie sich nicht weniger auf die Gelegenheit. „Es kommen ganz andere Gespräche auf“, sagt sie.

Viehweg, den Rheurdtern bekannt durch ihren „Blumenwerkraum“, sieht sich „mehr im Kunsthandwerk, mit der Gestaltung von floralen Materialien.“ Seit 35 Jahren ist sie bereits damit aktiv, nahm auch immer wieder mal an einer Ausstellung teil. Sie möchte von ihrer Blumenkunst ein paar ihrer ausgefalleneren Stücke und freut sich darauf, mit den befreundeten Künstlern eine Ausstellung zu veranstalten. „Ich finde es sehr inspirierend“, erläutert sie.

Open Art: Die Teilnehmer

Schon zur Zeit, als sie in der alten Molkerei künstlerisch tätig war, wollte Schäfer neben eigenen Events auch immer an den offenen Ateliers anderer Kommunen teilnehmen. Geklappt hat es aufgrund der Ortsgebundenheit jedoch nie. Aber das war auf lange Sicht auch eine Chance, wie sich jetzt zeigt: „So hat sich nun für Rheurdt eine neue Gruppe gebildet. Wir haben jetzt einen ersten Versuch, auf eigenen Beinen zu stehen“, sagt Schäfer.

Viehweg ist während der Aktion in ihrem Werkraum auf dem Landwehrweg 150 anzutreffen. Adelheid Thillosen präsentiert in ihrem Laden „Det on Dat“ auf der Aldekerker Straße 14 unter anderem ihre Malerei. „Sie fertigt auch ihre Postkarten selbst“, sagt Schäfer. Bei Thillosen ist auch Anke Schmitz anzutreffen, die ihre textilen Collagen als Wandbilder in Szene setzt.

Lambert Holtappels zeigt seine Holzarbeiten auf dem Hochend 45. Schmuck und Bronzekunst gibt es bei Anke Cöhnen, Finmanshof 14. Goldschmiedekunst wiederum haben Volker Atrops, Feldstraße 12, und Gisa Elmer, An Hacksteinskuhlen 15a, in petto. Alle drei haben sie eines gemeinsam: Sie sind studierte Produktdesigner und bringen damit besondere Erfahrung mit.

Etwas ungewöhnlicher wird es hingegen mit Stephanie Bongers: So wie Schäfer ihre Malerei auf dem Hochend 68 präsentiert, tut Bongers es hier mit Kunst aus Fahrradschläuchen. Am selben Ort zeigt auch Zuhal Maden Origami-Kunst.

Weitere Maler sind Gerd Hüsken, Bahnstraße 62 im „Ökoatelier“, Birgit Golitz im Garten auf dem Lupinenweg 2, Drea Belzer im Postcafe Alte Schule auf der Hauptstraße 50 sowie Margret Theissen auf der Hauptstraße 22 „Zur Linde“.

Zu beachten sind die dann geltenden Hygienebestimmungen, darunter die 3G und eine medizinische Maske. Weitere Informationen zur “Open Art” gibt es im Flyer. Diese liegen im Ort aus, unter anderem in der Volksbank, der Sparkasse und bei der Gemeinde.