Zwei neue Ausstellungen im Rheinmuseum Emmerich

Doppelausstellung „Kinder der Freiheit“ und „Spuren der Freiheit“ wird morgen im Rheinmuseum eröffnet

Rheinmuseum Emmerich Kleipaß Meenen
Herbert Kleipaß (l.) und Hubert Meenen im Rheinmuseum Emmerich.
NN-Foto: Rüdiger Dehnen

EMMERICH. Seit seiner Geburt wohnt Hubert Meenen in Emmerich. Als Kind hat er die Zerstörung der Hansestadt am 7. Oktober 1944 miterlebt. Die Erinnerungen des Ehrenvorsitzenden des Emmericher Geschichtsvereins an diesen Tag, aber auch an ein Familiendrama nach der Bombardierung sind eingeflossen in eine Doppel-Ausstellung, die ab morgen im Rheinmuseum in Emmerich zu sehen ist.

„Kinder der Freiheit – Geschichten von damals und heute“ und die Parallelausstellung „Spuren der Freiheit“ sollten eigentlich bereits im vergangenen Jahr in Emmerich eröffnet werden. Doch die Corona-Pandemie verhinderte auch dies. „Wir mussten unsere komplette Planung für 2020 umwerfen“, erinnert sich Herbert Kleipaß, Leiter des Rheinmuseums.

20 Porträts “sprechen” im Rheinmuseum Emmerich

Nun aber hat das Nationaal Onderduikmuseum in Aalten in den Niederlanden, das beide Ausstellungen zusammengestellt und organisiert hat, geliefert: Auf zwei Meter mal 80 Zentimeter großen Wandpaneelen sind im Rheinmuseum in Emmerich Texte und Fotos von Zeitzeugen und Ereignissen abgedruckt. „Insgesamt gibt es 20 Porträts, die zu den Besuchern sprechen“, sagt Kleipaß. Zu beiden Ausstellungen gibt es ein Begleitheft.

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Die Paneele sind auf der einen Seite in deutscher, auf der anderen Seite in niederländischer Sprache. „Da es sich um Druckwerke handelt, dürfen die Aussteller diese auch behalten“, freut sich Kleipaß. Nicht nur erweitert sich dadurch der Fundus des Museums. Die Ausstellung kann auch verliehen werden, nachdem sie am 12. Oktober abgebaut worden ist. „Schulen können sich bei uns bewerben, um die Ausstellung bei sich zu präsentieren“, erläutert Kleipaß und ergänzt: „Es gibt sogar einen Koffer mit Unterrichtsmaterial.“

Geschehnisse für junge Generation greifbar machen

Eine besondere Relevanz erhält die Ausstellung im Rheinmuseum Emmerich dadurch, das sie nicht nur die Zeit um den Zweiten Weltkrieg beleuchtet, sondern auch die jüngere Vergangenheit und die Gegenwart in den Blick nimmt. „Ein junger Mann, der heute in Dinxperlo lebt, berichtet beispielsweise vom Krieg in Syrien“, sagt Kleipaß. Er weiß: Solche Verbindungen zu aktuellen Geschehnissen machen die Ausstellung gerade für die jüngere Generation noch greifbarer. „Das war auch das Ziel der Organisatoren in den Niederlanden, und ich muss sagen: Das haben sie toll gemacht“, lobt Kleipaß die Kollegen.

Öffnungszeiten
Die Ausstellungen „Kinder der Freiheit – Geschichten von damals und heute“ und „Spuren der Freiheit“ sind von Sonntag, 12. September, bis Dienstag, 12. Oktober, zu den normalen Öffnungszeiten des Rheinmuseums Emmerich zu sehen. Diese sind: Sonntag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 16.30 Uhr.
Weitere Informationen auf der Homepage des Rheinmuseums.

Eröffnet wird die Ausstellung morgen um 10 Uhr – aufgrund von Corona ohne eine feierliche Zeremonie, aber immerhin im Rahmen der „Schmuggeltocht“; eine der Routen startet am Rheinmuseum. Der Eintritt ist dann auch frei. Da das Rheinmuseum auch Briefwahlbüro ist, „können sich diejenigen, die ihre Unterlagen abholen, auch gleich einmal die Ausstellung anschauen“, regt Kleipaß an und versichert: „Es lohnt sich.“