NIEDERRHEIN. „Das Interesse an Bio-Produkten aus der Region ist auch in Corona-Zeiten ungebrochen,” zieht Jan Leifert, Vorsitzender der Landesvereinigung Ökologischer Landbau NRW (LVÖ) nach zwei Wochen „Aktionstage Ökolandbau“ ein positives Fazit. „Viele Menschen sehnen sich jetzt wieder nach gelebter Emotion, Freude – und Genuss.“

Am morgigen Sonntag endet die diesjährige Info-Kampagne, die den Verbrauchern das Thema Ökolandbau näher bringen sollte. Mehr als 4.400 Unternehmen aus den Bereichen Erzeugung, Verarbeitung und Handel engagieren sich in diesem aufstrebenden Segment der Lebensmittelbranche. Fast sieben Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in NRW werden bereits ökologisch bewirtschaftet.

Hofrundgang am Sonntag

Auch „Die am Deich“ beteiligen sich an den Aktionstagen. Die Familie Sonderfeld lädt am morgigen Sonntag, 12. September, um 14 Uhr zu einer Hofführung mit anschließender niederrheinischer Kaffeetafel ein. Auf dem Prickenhof am Banndeich 8 in Kleve hält man sich seit 1985 an die Bioland-Richtlinien. 70 Milchkühe liefern täglich frische Milch, ihre Nachkommen Fleisch für die Direktvermarktung. Ein Teil der Milch wird in Kranenburg zu Käse verarbeitet. Das Futter für die Tiere stammt von den hofeigenen und zugepachteten Äckern und Wiesen. Im Mittelpunkt steht beim morgigigen Hofrundgang das Thema Biodiversität, denn Bioland hat im vergangenen Jahr als erster deutscher Bioanbauverband eine Richtlinie zur Förderung der Biodiversität auf den Betrieben eingeführt. Damit setzt der Verband im Ökolandbau – und letztlich auch für den konventionellen Bereich – neue Maßstäbe. Wer morgen beim Hofrundgang dabei sein will, muss sich vorab unter Telefon 0170/ 4921617 anmelden (Teilnehmerzahl begrenzt).

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„Bio nicht gleich Bio“

Dass die Aktionstage wichtig sind, um die Verbraucher auch darüber aufzuklären, dass „Bio nicht gleich Bio“ ist, findet Simone Schmitz, Mit-Inhaberin von Büsch Naturkost in Weeze. Hier hat am vergangenen Freitag bereits eine Führung stattgefunden. „Der Unterschied zwischen Biohöfen und Bio-Produkten aus dem Supermarkt wird immer wieder thematisiert“, sagt Schmitz. „Die Kunden sind interessiert, wollen wissen, woher das Gemüse kommt oder wie unsere Tiere gehalten werden. Es wurden auch Fragen dazu gestellt, wo wir schlachten und ob die Transportwege lang sind. Sind sie übrigens nicht. Unsere Tiere werden hier in Weeze geschlachtet.“ Als Demonstrationsbetrieb sind auf dem Demeter-Biohof Büsch regelmäßig auch Schulklassen und Gruppen, etwa Landfrauen, zu Besuch. „Wer sich für unsere Form der Landwirtschaft interessiert, kann uns gern jederzeit ansprechen“, ist Schmitz offen für individuelle Terminabsprachen (www.buesch-naturkost.de) – auch außerhalb der Aktionswochen.

Führung am 17. September

Ein weiteres Angebot im Nachgang zu den Aktionstagen bietet der Schanzenhof in Veen am 17. September an. Der Demeter-Betrieb mit Milchkühen, Futteranbau und Feldfrüchten lädt an dem Freitag um 15 Uhr zu einer Führung ein. Dabei geht es um eine solarbetriebene Pilotanlage für die Unterflur-Bewässerung unter beweideten Kleegrasflächen (Anmeldung erforderlich per Mail an pascal.gerbaulet@lwk.nrw.de).