WESEL. Seit 1954 soll der Weltkindertag die Rechte der kleinsten Bürger stärken. „Kinderrechte jetzt!“ ist das diesjährige Motto am 20. September. In diesem Geiste möchte die Stadt Wesel gemeinsam mit UNICEF und Trägern der Kinder- und Jugendhilfe in der Stadt erneut ein Zeichen setzen. Der Rathaus­innenhof wird daher wieder am Samstag, 18. September, von 14 bis 17 Uhr zu einer großen Mal- und Spielfläche für Kinder und Jugendliche umgebaut.

Bereits 2020 standen die Organisatoren vor Herausforderungen, wie sie den Tag gebührend umsetzen sollten. In Innenräumen gab es coronabedingt keine Möglichkeiten, also verlegte man die Aktivitäten nach draußen, musste aber dennoch eine Maskenpflicht einführen. Dem Erfolg tat das kaum einen Abbruch: „Wir hatten es kurzfristig geplant, aber die Resonanz war sehr positiv“, erzählt Bettina Böhmer, Leiterin der UNICEF-Arbeitsgruppe Wesel. Mehrere hundert Kinder und ihre Eltern kamen durchlaufend vorbei. „Aber wir hätten noch mehr verkraften können“, sagt sie augenzwinkernd. Auch Bürgermeisterin Ulrike Westkamp stellt klar: „Daran möchten wir anknüpfen.“ Aber ob es wieder eine Maskenpflicht geben wird, „das werden wir kurzfristig entscheiden.“

Für eine bessere Welt

Im Rahmen der Malaktion dürfen schon kleine Kinder und Eltern ihre Wünsche, Ideen und Vorstellungen für eine bessere Welt auf den Boden malen und sich so für Kinderrechte starkmachen. Sind die Malereien fertig, werden sie im Netz unter dem Hashtag wiestarkwäredasdenn in den sozialen Netzwerken geteilt. Wer lieber bastelt, findet auch hierfür kreative Möglichkeiten.

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Es wird aber keineswegs nur gemalt und gebastelt. Das Projekt Opstapje vom Neukirchener Erziehungsverein möchte alle Besucher mit Luftballon-Kunst erfreuen. Die Frühen Hilfen der Stadt Wesel wiederum bringen ein kreatives Stempelangebot mit sowie – bei gutem Wetter – ein Angelspiel.

Sportlicher, aber nicht weniger abwechslungsreich, wird es bei den Spiel- und Bewegungsangeboten. Der Stadtjugendring bringt das Spielmobil des Kreises Wesel vorbei, deren Inhalt zum Bewegen anregt oder dazu, kleine Wettkämpfe auszutragen und sich zu erproben. Ohne zu viel zu verraten, warten hier auch einige exotischere Aktivitäten auf ihre Entdecker. „Es lohnt sich zu kommen“, verspricht Westkamp.

Mitbestimmung für Kinder

Der Stadtjugendring stellt zusätzlich die U18-Wahl vor. Das Projekt soll helfen, dass junge Menschen ihren Wünschen Ausdruck verleihen können. „Damit ist auch etwas für die Jugendlichen dabei“, sagt Mitorganisatorin Theresa Welsing vom Team Kinder- und Jugendförderung.

Ganz im Sinne dieses politischen Gedankens und dem hinter dem Weltkindertag steht Westkamp von 14 bis 17 Uhr den Kindern und Jugendlichen in einer Sprechstunde zur Verfügung. Während dieser können sie ihre Wünsche, Ideen und Hinweise zu Wort bringen. „Wir wollen Kinder an Themen wie Mitbestimmung heranführen“, sagt Westkamp.
„Wir haben das Glück, dass wir trotz Corona einige Träger der Jugendhilfe und Verbände finden konnten, die Angebote durchführen“, sagt Welsing. Über die ganze Coronasituation hinweg hätten diese Menschen daran gearbeitet, Kinderrechte im Fokus zu halten.

Kleine Präsente für die kleinen Besucher und weitere Angebote anderer Träger runden das Angebot schließlich ab. Und nicht zu unterschätzen: Neben gesellschaftlicher Relevanz können die Teilnehmer mit den Aktionen wieder mal richtig Kind sein. „Sie haben schon sehr unter der Pandemie gelitten“, weiß Böhmer. Das Angebot ist öffentlich und kostenlos. „Es ist uns wichtig, dass wir allen ermöglichen, unabhängig vom Geldbeutel teilzunehmen“, betont Westkamp.

Viele Länder feiern den Kindertag am 1. Juni, die Vereinten Nationen jedoch am 20. November. Das war der Tag, an dem die UNO 1989 die Erklärung der Kinderrechte beschlossem hatte. In Deutschland gibt es sogar zwei Termine. Bis zur Wiedervereinigung war es im Westen der 20. September, im Osten der 1. Juni. Der Osten feierte den Tag im Gegensatz zum Westen zudem öffentlich. Auch wenn einige westdeutsche Bundesländer diesen Termin übernommen haben, gelten beide in Deutschland.