RHEINBERG. Mit der eigenen Kunst an die Öffentlichkeit zu gehen, fällt oft schwer. Nelli Mainusch ging es lange Zeit genauso, nun hat sie jedoch die Zweifel hinter sich gelassen und stellt unter dem Titel „Farbträume“ zum ersten Mal ihre Werke aus. 27 abstrakte und realistische Kunstwerke, mit verschiedenen Techniken gemalt, können Kunstliebhaber bis Freitag, 10. September, kostenlos im Foyer des Rheinberger Bürgerhauses bestaunen.

Schon früh hat die 46-jährige Zahnarzthelferin aus Neukirchen-Vluyn zur Kunst gefunden, „ich male eigentlich, solange ich denken kann“, sagt sie. Die Leidenschaft nahm im Laufe der Zeit zu und so besuchte sie schließlich 2005 einen Malkurs bei einer studierten Künstlerin in Moers. Diese motivierte und bestärkte sie weiter. „Seitdem ist die Leidenschaft so groß, dass ich zwischendurch überlege, mit der Arbeit aufzuhören“, erzählt sie.

Lange Zeit malte Mainusch für sich, traute sich nicht so recht, mit ihrer Kunst nach außen zu treten – bis die Zusprache ihrer Kollegen ihr den entscheidenden Impuls gab. „Jetzt bin ich überzeugt, dass ich Leuten meine Kunst zeigen muss“, erklärt sie mit einem Lachen. Bis zu ihrer ersten Ausstellung hat es einige Zeit gebraucht, beworben hatte sie sich in mehreren Städten, ehe schließlich Rheinberg zusagte. „Die Plätze sind sehr begehrt. Es gibt viele Hobbykünstler, die ausstellen möchten.“

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Vielseitig unterwegs

Nelli Mainuschs künstlerisches Schaffen besteht neben abstrakten und realistischen Bildern auch aus Portraits. Wegen der doch eher gegensätzlichen Farbgestaltung passten diese aber nicht so recht zum Thema der Ausstellung, weshalb sie sie hierbei außenvor ließ. Ihre Werke malt die Künstlerin mit Acryl- und Ölfarben und nutzt dabei diverse Techniken. Darunter Resin-Art, ihr aktueller Favorit: Hierbei werden die Farben mit Harz gemischt. „Man kann auch Glitzersteine oder Muscheln dazunehmen“, ergänzt sie. So geschehen bei zweien ihrer Lieblingsbilder: „Winterzauber“ und „Frühlingszauber.“ Eine andere Technik ist die Pouring Art, bei der die Farbe auf die Leinwand gegossen wird.

Lässt sich die abstrakte Kunst generell schwer einordnen und beschreiben, widmet sich die zweifache Hundebesitzerin mit ihren realistischen Bildern oft tierischen Motiven: „Ich male gerne Tiere. Tiger und Papageien zum Beispiel.“

Ihren heimischen Arbeitsraum teilt sich Mainusch mit ihrem handwerkelnden Mann, der sie in ihrer Leidenschaft unterstützt. „Ich habe bestimmt 55 Bilder zu Hause“, sagt sie, die Portraits nicht einberechnet. Da müsse sie sich mittlerweile schon ein wenig bremsen, „sonst hätten wir ein Haus kaufen müssen“, erzählt sie mit einem Schmunzeln. Alle zwei Wochen, so schätzt sie, kommt ein neues Bild dazu.

Auch ihre beiden 19 und 23 Jahre alten Töchter Julia und Jenny inspirierte Mainusch nebenbei dazu, selbst den Pinsel in die Hand zu nehmen. „Von alleine hätte ich wohl nicht damit angefangen“, gesteht Julia Mainusch. Auch der Freundeskreis ihrer Töchter hat nur Lob für ihre Kunst übrig. Von nicht wenigen hat sie bereits Portraits angefertigt. „Das macht mich schon stolz“, sagt Julia Mainusch über das Talent ihrer Mutter.

Werke zu kaufen

Auch Jeanette Haas vom Kulturbüro der Stadt zeigt sich sehr angetan von den Bildern. „Und auch die Techniken hatten wir teils noch nicht hier bei uns“, sagt sie über die Resin Art. Immer wieder gibt es Ausstellungen im Foyer. „Wir versuchen, jeden Bewerber zu berücksichtigen“, ganz egal ob Autodidakt oder Studierte. Den Platz stellt die Stadt kostenfrei zur Verfügung, auch der Gewinn möglicher Verkäufe geht vollständig an die Künstler. „Wir möchten den Künstlern eine Plattform bieten.“

Für die Zukunft hat Nelli Mainusch schon einen festen Plan: „Ich möchte weiter ausstellen.“ Als nächstes voraussichtlich im Weseler Kreishaus. Aber das könnte noch bis 2022 oder 23 dauern, steht sie doch aktuell noch auf der Warteliste. Wer eines der Bilder in Rheinberg erwerben möchte, kann sich bei Haas unter Telefon 02843/171269 für weitere Besprechungen melden.