HALDERN. Die Zukunft der Pflege beschäftigt das Team des Alten- und Pflegeheims St. Marien in Haldern schon seit Jahren, werden die Menschen doch immer älter. Im Rahmen des Senioren-Projekts „Gemeinsam im Dorf. Miteinander und nicht allein“ veranstaltet das Heim daher auf dem Gelände rund um die Gerhard-Storm-Straße 1 am Samstag, 28. August, einen Seniorenmarkt zum Thema „Leben im Alter“. Besucher bekommen Informationen zu zahlreichen Bereichen und ein unterhaltsames Rahmenprogramm geboten, das nebenbei auch eine Begegnung zwischen Jung und Alt verspricht.

Geschäftsführer Johannes Fockenberg weiß, dass es mehr braucht, als nur eine institutionelle Versorgung, um die Lebensqualität der Menschen im Alter zu erhalten, ohne zum Beispiel die eigene Wohnung aufgeben zu müssen. „Das ganze Umfeld muss funktionieren.“ Vor allem Ehrenamtler seien unverzichtbar und fest an die Pflege gekoppelt.

Mittlerweile habe auch das Land die Bedeutung lokaler Netzwerke erkannt und unlängst ein Projekt gestartet. Bei diesem hatte sich 2019 auch das Heim beworben und schließlich Unterstützung bewilligt bekommen. So konnte das Projekt „Gemeinsam im Dorf“ am 1. April 2020 in Haldern beginnen. Mittlerweile teilen sich Mechtild Kitzinger und Kajo Verbeet die Stelle als Quartiermanager in St. Marien, um das Leben von Senioren, die in den eigenen vier Wänden leben, mit Aktivitäten und Angeboten zu bereichern.

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So wie ihr Quartiersbüro ein Ort der Begegnung und Beratung ist, wird auch der kommende Seniorenmarkt neben vielen Informationen auf Spaß, Begegnung, Teilhabe und Austausch setzen. Damit kommen die beiden zudem ihrem Plan nach, auch Bildungsveranstaltungen auf den Weg zu bringen und gleichzeitig das Dorfprojekt bekannter zu machen. „Dabei würden wir gerne weitere Ehrenämtler gewinnen“, merkt Kitzinger an.

Infos und Unterhaltung

Wie groß der Themenbereich „Leben im Alter“ eigentlich ist, zeigt das Angebot der aktuell 22 Aussteller. So informiert etwa die Caritas Rees über Pflegeberatung und ambulante Pflege. Das Haus der Familie und Katholisches Bildungsforum gibt Einblick in Freizeit- und Bildungsangebote. Herbst Sicherheitstechnik erklärt Einbruchsschutz und Wohnungssicherheit und die Polizei des Kreises Kleve gibt E-Bike-Training und Hinweise zur Verkehrssicherheit. Trotz des breiten Spektrums gebe es aber noch viel mehr Themen, merkt Fockenberg an. „Im Nachinein fällt einem immer noch etwas ein.“

Das Rahmenprogramm rundet die Geschichte ab: Zwischen dem Beginn um 11.15 und dem Ende um 17.30 Uhr mit dem Wortgottesdienst gibt es Konzerte von den Jagdhornbläsern, der „Haldern Strings“, des Halderner Blasorchesters und des Chors „Best Age“. Darüber hinaus informiert ein Experten-Vortrag zum Thema Testament und Patientenverfügung und die Polizei führt den Film „Ausgetrickst“ vor. Gelegenheit für Fragen gibt es nach dem Fassanstich auch beim lockeren Talk am Zapfhahn mit Thomas Hauberichs, Vertreter des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Bürgermeister Christoph Gerwers und Fockenberg.

Weichen stellen

Fockenberg ist sich der Gelegenheiten, die der Markt bietet, bewusst. So gebe es die Möglichkeit, Strukturen zu überblicken: „Was haben wir vor Ort, wo sind vielleicht noch Lücken?“ Nicht nur für die jetzigen Senioren gelte es, Strukturen zu schaffen, sondern auch die Weichen zu stellen für jene, die noch kommen. „Wir wollen wir später leben?“, das sei die Frage.

Zudem vergehe die Zeit schnell und die Erkenntnis, älter zu werden, schiebe man oft vor sich her, bis die ersten Folgen bemerkt würden. Demnach formuliert auch Verbeet ein Ziel des Marktes: „Wir wollen Raum für den Gedanken des Älterwerdens schaffen.“ Bei der Wichtigkeit des Themas stört es das Team dann auch nicht, dass die Veranstaltung zumindest in finanzieller Hinsicht wohl ein Verlustgeschäft sein wird.

Für Besucher gelten die aktuellen Schutzregeln und die drei G’s: Geimpft, getestet oder genesen. Registrierung und Bändchenvergabe erfolgen vor Ort im Check-In-Zelt.