Raus in die Natur und Sport treiben nach Herzenslust

Der neue Bewegungsparcours im Winkelschen Busch Sonsbeck

SONSBECK. Im Winkelschen Busch in Sonsbeck ist ein Bewegungspark angelegt, von dem Diplom-Sportwissenschaftler Oliver Seitz von der TU München glaubt, er hätte Vorbildcharakter für sämtliche Kommunen.

Wer das Balancieren auf der Slackline beherrscht, kann ja mal das Rückwärtslaufen ausprobieren, so ein Vorschlag von Oliver Seitz (Foto) NN-Foto: Lorelies Christian

Bevor Seitz eine Einführung in die Nutzungsmöglichkeiten gab, bedankte sich Bürgermeister Heiko Schmidt beim Regionalmanagement der LEADER-Region „Niederrhein – Natürlich Lebendig“, das die Förderung durch die EU auf den Weg gebracht hat. Der Vorsitzende (und Alt-Bürgermeister) Leo Giesbers, ist ebenfalls überzeugt, dass der neue Parcours Anreiz für Freizeitsportler und Spaziergänger bietet.

Neuer Bewegungsparcours statt alter Trimm-Dich-Pfad

Er entstand dort, wo in den Siebziger Jahren der Trimm-Parcours angelegt wurde. Das damalige Konzept hatte ebenfalls Aufforderungscharakter, unkompliziert sportliche Übungen beim Spaziergang einzubauen. Ansonsten ist es mit der modernen Anlage nicht vergleichbar. Beate Pauls, die sich für dieses LEADER-Förderprojekt eingesetzt hat und inzwischen bei der Gemeindeverwaltung Sonsbeck arbeitet, konnte die 65-prozentige Förderung für das 150.000 Euro-Projekt vermitteln.
Etliche Sportler aus Sonsbeck waren zur Geldener Straße gekommen, um die Einführung in den Geräte-Parcours mitzuerleben. Oliver Seitz ist nicht nur Diplom-Sportwissenschaftler, er ist auch Mit-Entwickler der 4 FCIRCLE-Konzeption und unterstützt die Firma Playparc, die die Geräte herstellt.
Vorarbeit leisteten die Sonsbecker: Sie bereiteten die zwei Kilometer lange Laufstrecke neu auf und kofferten den Platz komplett aus, um ihn mit Drainage und 40 Zentimeter Häckselschnitzel aufzufüllen. Dies ist eine sehr gut federnde Unterlage für den Sport.

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Viele Übungsanregungen

Bevor Oliver Seitz Übungsmöglichkeiten an den einzelnen Geräten erklärte, wies er auf Allgemeines hin: „Der Parcours eignet sich für alle Altersgruppen von Kindern bis zum Senior. Ich rate zunächst dazu die Hinweistafel zu lesen. Dort gibt es wichtige Ratschläge, worauf man bei der Ausübung unbedingt achten sollte. An jedem Gerät steht eine weitere Tafel mit Übungsanregungen, eingeteilt in leicht, mittel und schwere Ausführung. Natürlich sind das nur Tipps und jeder kann viele weitere Variationen ausprobieren. So ist der Parcours für Spaziergänger, die nur mal im Vorbeigehen ein paar Übungen absolvieren wollen genauso interessant wie für Kraftsportler, die hier eine ganze Stunde lang intensiv trainieren möchten.“

Ausprobieren und Spaß haben

Oliver Seitz zeigt eine etwas anspruchsvollere Übungsvariante, indem er auf der schwebenden Plattform in die Hocke geht.
NN-Foto: L. Christian

Seitz lud die Anwesenden ein, selbst die Geräte auszuprobieren und später als Multiplikatoren Werbung für diese Art der Freizeitgestaltung zu machen. Alle Geräte sind so konzipiert, dass große und kleine Menschen sie nutzen können. Optimal ist auch, dass jeder sie nach seinen Bedürfnissen und seiner Leistungsstärke einsetzen kann. Ein Beispiel ist die „Schwebende Plattform“. „Ältere Menschen können hier zum Beispiel Standsicherheit und Sturzprophylaxe betreiben, indem sie sich darauf stellen. Wer mehr wagt, hält sich nicht am Geländer fest und stellt sich auf einem Bein auf die Platte, um den Gleichgewichtssinn zu schulen“, schlägt Seitz vor.
Liegestütz ist eine klassische Übung. Damit jeder 15 Wiederholungen schafft, kann der Übende mit der unterschiedlichen Handhaltung am Griff die Intensität steuern und damit die Muskelkraft stärken. Oliver Seitz gibt viele Tipps, wie jeder sein individuelles Training gestalten kann. Gleichzeitig betont er: „Es soll allen Spaß machen. Kinder werden zum Beispiel gerne auf der Slackline balancieren und dann weiter laufen. Das ist genauso in Ordnung. Wer tatsächlich seine Leistung steigern möchte, dem empfehle ich ein regelmäßiges Training von zwei drei Mal in der Woche.“