Erleichterung für Ärzte und Patienten

KV Nordrhein eröffnet ab Juli drei neue Notdienstpraxen an Krankenhäusern im Kreis Kleve

KREIS KLEVE. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein etabliert drei neue zentrale Notdienstpraxen im Kreis Kleve für die ambulante Versorgung außerhalb der Praxisöffnungszeiten – also abends, nachts und am Wochenende. Bislang ist der Kreis Kleve der einzige Kreis im Rheinland, in dem es noch gar keine Notdienstpraxen gibt und die niedergelassenen Ärzte ihre Dienste in eigener Praxis leisten. Das ändert sich zum 1. Juli. Für erwachsene Patienten werden im St.-Antonius-Hospital in der Stadt Kleve sowie im St.-Clemens-Hospital in Geldern die neuen Anlaufstellen eingerichtet. Erstmals wird es ab Juli im Kreis auch einen eigenen ambulanten Kinder-Notdienst geben. Dieser wird ebenfalls an das Klever St.-Antonius-Hospital angegliedert.

Dr. Frank Bergmann, Vorstandsorsitzender der KVNO.Foto: privat

Im Fall akuter, nicht lebensbedrohlicher Beschwerden können sich Patienten künftig an diesen Standorten zu den im Infokasten genannten Zeiten direkt an den ambulanten Notdienst wenden. Die Einrichtungen werden von der KV Nordrhein in Kooperation mit den beiden örtlichen Krankhäusern betrieben. Insgesamt werden in den Notdienstpraxen künftig rund 300 niedergelassene Mediziner aus dem Kreis Kleve wechselweise ihren Notdienst leisten. „Die Eröffnung der drei Notdienstpraxen verbessert die ambulante Akutversorgung im Kreis und macht sie auf hohem Niveau zukunftssicher”, sagte Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. „Mit der neuen Struktur setzen wir auch in dieser Region die Vorgaben der Bundes- und Landespolitik um, die bei der Notfallversorgung eine enge Zusammenarbeit zwischen den niedergelassenen Ärzten und Kliniken fordern.”
Auch die Verantwortlichen der beiden örtlichen Krankenhäuser begrüßen die Einrichtung der beiden Notdienstpraxen: „Eine positive Entwicklung für die Patienten der Region”, sagt Dr. med. Ronald Jelinski, ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme im St. Antonius Hospital Kleve. Die räumliche Nähe von ambulanter und stationärer Versorgung unter dem Krankenhausdach ermögliche eine gezielte Behandlung der Patienten. „Und sie verkürzt durch die sinnvolle Entlastung der Krankenhausambulanzen die Wartezeiten für alle Patienten”, ergänzt Dr. med. Jochen Rübo, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Für Christoph Weß, Geschäftsführer des Gelderner St.-Clemens-Hospitals, ist die Freude über die Entscheidung zwiegespalten: „Erwachsene Patienten profitieren von der Lösung, denn für sie werden die Wege zur Behandlung leichter und transparenter. „Noch ausbaufähig sei für ihn perspektivisch die Lösung für die Familien und Kinder im Süden des Kreises. „Ich würde mir auch für sie in Zukunft ein wohnortnahes Versorgungsangebot in Geldern wünschen”, so Weß. Dr. med. Harald Meißen, Vorsitzender der Kreisstelle Kleve der Kassenärztlichen Vereinigung sieht den großen Vorteil aller Einrichtungen darin, „dass sie grundsätzlich gut erreichbar und unmittelbar in die Krankenhaus-Infrastruktur eingebunden sind.
Die Patienten erhalten dadurch gezielt die für sie medizinisch notwendige Behandlung”, so Meißen. Weitere Vorteile erkennt Dr. med. Wolfram Althoff, Vorsitzender der Ärztekammer-Kreisstelle für den Kreis Kleve: „Durch die zentrale Lösung entfällt für die Patienten vor allem die bislang nötige Recherche nach der jeweils dienstbereiten Arztpraxis in der Region – der Standort der Versorgung bleibt in Zukunft fix.” Ab Juli bilden die Bereiche Kleve, Kranenburg, Bedburg-Hau, Kalkar (inkl. Xanten-Marienbaum, Vynen und Obermörmter im Bereich der Kreisstelle Wesel), Goch, Uedem, Emmerich und Rees den nördlichen Notdienstbezirk. Ihre Versorgung erfolgt in der Notdienstpraxis Kleve. Zum Notdienstbezirk Süd gehören Geldern, Kevelaer, Weeze, Issum, Straelen, Wachtendonk und Kerken – hier wird die Praxis in Geldern die entsprechende zentrale Anlaufstelle. Der bislang jeweils von den örtlichen Ärzten in deren eigenen Praxen wechselweise organisierte Notdienst wird ab Juli nicht mehr angeboten.