NIEDERRHEIN. Für Niederrheiner liegt die Region Veluwe quasi in der Nachbarschaft. Spontan zu Besuch kommen und sich schon kurz hinter der Grenze über Urlaubsgefühle freuen: Das ist hoffentlich bald wieder bedenkenlos möglich. Deshalb lohnt es sich, jetzt Zettel und Stift in die Hand zu nehmen und eine To-do-Liste für die Zeit anzulegen, in der wir nicht nur gedanklich auf Reisen gehen können…

Wer die Veluwe besucht, findet sich im Handumdrehen in weitläufigen Naturlandschaften wieder. Das wusste schon die niederländische Königsfamilie zu schätzen, die die Region über 300 Jahre lang in jedem Sommer zum Wohnen, Arbeiten und Erholen auswählte. Die Oranier lebten dann im Paleis Het Loo in Apeldoorn, das von einem wunderschönen Garten umgeben war – und noch immer ist. Liebevoll wurde die barocke Parkanlage nach den Entwürfen ihrer Gründer wiederhergestellt. Heute können auch nicht adelige Besucher an den schnurgeraden Hecken, perfekt gestutzten Bäumen, beeindruckenden Springbrunnen und Pflanzen aus Übersee entlang flanieren. Die Zeit scheint hier stillzustehen und gleichzeitig verfliegt ein halber Tag im Nu.

Wer in die „vornehme“ Geschichte der Veluwe eintauchen möchte, kann zum Beispiel Kasteel Cannenburch besichtigen, das im Stil des 18. Jahrhunderts erhalten ist.
Foto: Toerisme VAN

Der Adel, allen voran der Herzog von Gelre, ließ seit dem frühen Mittelalter befestigte Burgen in der Veluwe errichten. Zunächst waren sie zur Verteidigung des Territoriums und zur Erhebung von Zöllen entlang der großen Flüsse Rhein, Maas und IJssel gedacht. Doch in späteren Zeiten dienten die noblen Adressen vor allem als Wohnsitz. Ab dem 18. Jahrhundert ließen auch wohlhabende Kaufleute Dutzende von Landgütern in den schönsten Lagen der Region errichten. Für Eindruck sorgen die prächtigen Bauten noch immer. Wer in die „vornehme“ Geschichte der Veluwe eintauchen möchte, kann zum Beispiel Kasteel Cannenburch besichtigen, das im Stil des 18. Jahrhunderts erhalten ist. Die ehemaligen Bewohner des Wasserschlosses nehmen Interessierte mit auf einen Rundgang durch die alten Gemäuer. Und weil Zeitreisen hungrig machen, warten im Gewölbekeller Snacks und Getränke für eine Stärkung.

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Glorreiche Vergangenheit

Durch längst vergangene Zeiten scheinen Besucher auch in Harderwijk, Elburg und Hattem zu spazieren. Während Amsterdam und Rotterdam im Mittelalter noch unbedeutende Dörfer waren, hatten sich diese drei Städte zu blühenden Handelszentren entwickelt. Ihrer günstigen Lage an der IJssel und der Zuiderzee sei Dank. Die Hanse-Vergangenheit hat überall malerische Spuren hinterlassen, die Ausflügler zum Beispiel im Rahmen einer Fahrradtour erkunden können. Wo früher Händler unterwegs waren, folgen heute Radfahrer dem Lauf des Wassers, von einer Hansestadt zur nächsten. Nummerierte Knotenpunkte zeigen, wo die Hanseroute langführt.

Souvenir gesucht? Reich verzierte Kaufmannshäuser, verwinkelte Gassen und Marktplätze mit glänzendem Kopfsteinpflaster bietet eine äußerst fotogene Kulisse für den Einkaufsbummel. Überall verbergen sich originelle Boutiquen, verträumte Antiquitätenläden und hippe Concept Stores für Inneneinrichtung, Schreibwaren oder Fair-Trade-Produkte. Mit vollen Taschen lässt es sich gut in einem der zahlreichen Cafés sitzen – oder auf der Terrasse davor, um das bunte Treiben zu beobachten. Wer bei einem Stückchen Kuchen auf den Geschmack kommt, dem sei das niederländische Bäckereimuseum in Hattem ans Herz gelegt. Besucher erfahren hier Spannendes über das traditionelle Handwerk, dürfen selbst zum Bäcker werden oder von den herrlich duftenden Poffertjes naschen.

In der Veluwe gibt es sage und schreibe 21 Museen. Eines davon liegt sogar tief, tief unter der Erde: Das Museonder im Nationalpark De Hoge Veluwe gibt Einblick in die Welt der Wurzeln und Würmer. Nicht weit entfernt schmiegt sich das Kröller Müller-Museum in den Wald. Es zeigt die zweitgrößte Van Gogh-Sammlung der Welt und Spitzenexponate moderner Meister wie Claude Monet, Georges Seurat und Pablo Picasso. Umgeben wird das Museum von einem der größten Skulpturengärten Europas. Auf 25 Hektar präsentiert er Werke berühmter Bildhauer und bittet zum Kulturgenuss im Grünen. Weitere Ideen für schöne Tage in der niederländischen Grenzregion bietet die Webseite www.dasandereholland.de/veluwe

Gewinnspiel
Auf der To-do-Liste ist noch Platz? Dann lohnt sich die Lektüre des Reiseführers „52 kleine & große Eskapaden im Osten der Niederlande“ von Autorin Jutta Ingala. Viel Glück! Einfach eine E-Mail mit dem Betreff „52 Eskapaden“ unter Angabe des Namen und Wohnortes an gewinnspiel@nn-verlag.de schicken. Einsendeschluss ist der 10. Mai.