WESEL. Die Stadtverwaltung Wesel macht einen weiteren Schritt in Richtung digitale Verwaltung. Seit vergangener Woche und bis voraussichtlich Ende April fahren drei Fahrzeuge der Cyclomedia Deutschland rund 730 Kilometer Straße in Wesel ab. Das Ziel: mit High-Tech-Ausrüstung 360 Grad-Panoramabilder und Laserscandaten im öffentlichen Raum aufnehmen. Das soll nicht nur der Verwaltung helfen, sondern indirekt auch den Bürgern.

Die Aktion soll das seit 15 Jahren im Einsatz befindliche Geoportal der Stadt Wesel erweitern. Dieses wurde immer wieder weiterentwickelt, etwa um Funktionen zur Auswertung der Sicherheitszonen bei Bombenfunden. Die jetzigen Aufnahmen sind jedoch für das interne Geoportal bestimmt.

Wie Bürgermeisterin Ulrike Westkamp erzählt, seien die Bilder eine wichtige Grundlage unter anderem für Planungszwecke im Hoch- und Tiefbau, für die Erfassung von Objekten im öffentlichen Raum (wie Laternen, Bäume oder Verkehrsschilder), die Auswertung zur Brandbekämpfung oder auch die Vorbereitung von Ortsterminen. Jede Aufnahme enthält verschiedenste Angaben, etwa über Ort und Zeit. So sollen 3D-Messungen in den Bilddaten möglich sein – über die firmeneigene Anwendung Street Smart.

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Die Aufnahmen sind nicht gezielt für spezielle Projekte gedacht. Vielmehr sollen sie eine Grundlage für die Zukunft sein und immer dann helfen, wenn sich ein Zweck ergibt. „Es ist für uns im Alltag eine wertvolle Arbeitshilfe“, sagt Dezernentin Annabelle Brandes.
Mit dieser Herangehensweise hofft die Verwaltung in Wesel zudem, den Bürgerservice verbessern zu können. Denn mit dieser neuen Stütze sollen sich die Mitarbeiter schneller in Bürgerangelegenheiten einarbeiten können. „Wir erhoffen uns, dass wir dadurch schneller für die Bürger da sind, weil wir uns teils Ortstermine sparen können“, sagt Brandes. So müsse man nicht immer persönlich die Situation vor Ort begutachten.

Datenschutz bedacht

So modern dieser Ansatz auch ist, so lässt er ebenso schnell Bedenken zum Datenschutz aufkommen. Hier möchte Brandes aber beruhigen: Die Aufnahmen öffentlicher Bereiche seien konform zur DSGVO. Trotzdem sind sich die Verantwortlichen bewusst, dass auch personenbezogene Daten aufgenommen werden könnten.

Für solche Fälle überprüft Cyclomedia die Aufnahmen und macht entsprechende Stellen unkenntlich, ehe sie sie an die Stadt weitergibt. Außerdem sollen die Datenschutzstellen der Firma und der Stadt auf die Einhaltung des Gesetzes achten. Zudem betont Brandes ausdrücklich: „Die Bilddaten werden ausschließlich für interne dienstliche Zwecke verwendet und nicht im Internet veröffentlicht.“

In der ersten Projektphase über zwei Jahre kommen Gesamtkosten von rund 110.000 Euro auf die Stadt Wesel zu. Neben der Stadtverwaltung haben aber auch die Stadtwerke als Kooperationspartner Zugriff auf die Ergebnisse. Daher unterstützen diese die Finanzierung des Projekts.

Auf Cyclomedia ist die Stadt Wesel durch andere Kommunen gestoßen, die mit der niederländischen Firma bereits zusammengearbeitet haben. „Sie ist ein absoluter Spezialist auf diesem Gebiet“, sagt Brandes und verweist dabei auf die über 30-jährige Erfahrung bei großflächigen, systematischen Umgebungsaufnahmen. Mit ihren Tochtergesellschaften war die Firma auch in Städten wie New York und Amsterdam tätig.

Für mögliche Fragen der Bürger steht Katja Engel vom Team Informationstechnik zur Verfügung, und zwar unter Telefon 0281/2032712 oder per Mail an katja.engel@wesel.de.