GELDERN. Bund und Länder haben die Kirchen aufgerufen, aufgrund der aktuellen Corona-Lage an den Kar- und Ostertagen soweit wie möglich auf Präsenzgottesdienste zu verzichten und digitale Angebote auszuweiten. „Dabei handelt es sich nicht um ein Verbot, sondern vielmehr um eine Bitte der Bundesregierung“, betont Ralf Streppel, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Geldern. „Ob und in welcher Form wir Gottesdienste an den Feiertagen anbieten werden, wird unser Presbyterium Anfang der kommenden Woche entscheiden.“

Von der Bitte von Bund und Ländern, auf Gottesdienste zu verzichten, sind die Kirchen überrascht worden. „Unsere Planungen für die Feiertage waren bereits weit fortgeschritten“, erklärt Pfarrerin Sabine Heimann. „Wir hatten uns überlegt, unseren Gemeindemitgliedern auf verschiedenen Ebenen Angebote zu bieten – für jeden so, wie er es sich wünscht.“ Man hoffe jetzt sehr, dass die geplanten Angebote auch durchgeführt werden können.

Auf Tuchfühlung

Karfreitag und Ostersonntag – der Tag der Kreuzigung beziehungsweise der Auferstehung Jesus Christus – sind die höchsten christlichen Feiertage. Mit Gottesdiensten, einem Ostergruß per Post, E-Mail oder online, dem Besuch der Heilig-Geist-Kirche mit täglich wechselnden Impulsen und einem Internationalen Ostergruß möchte die Gelderner Gemeinde diese Feiertage begehen. So wird eine Idee der bayrischen Kirche mit dem Titel „Auf Tuchfühlung“ aufgegriffen, bei der man von Gründonnerstag bis Ostersonntag in der Heilig-Geist-Kirche auf Tuchfühlung mit den Themen der Kar- und Ostertage gehen kann. Täglich wechseln die Installationen, die zum Nachdenken und Mitmachen anregen. Ein Tuch taucht immer in anderer Weise auf und zieht sich wie ein roter Faden durch die Tage: Gründonnerstag steht der festlich gedeckte Abendmahltisch im Mittelpunkt, am Karfreitag erinnert das abgelegte Gewand Jesu, um das die Soldaten unter dem Kreuz gewürfelt haben, an seinen Tod am Kreuz.

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Der Karsamstag mit dem Grabtuch Jesu im Mittelpunkt, ist dem stillen Gedenken gewidmet und am Ostersonntag verweist das abgelegte Grabtuch auf die Auferstehung Jesu. Zudem ist auf Bannern die frohe Nachricht „Christus ist auferstanden“ in verschiedenen Sprachen zu lesen. „Wir haben diese Idee gerne aufgegriffen, weil die Aktionen die Menschen in das Passions- und Ostergeschehen mitnehmen“, erklärt Pfarrerin Heimann.Täglich von 15 bis 17 Uhr ist die Heilig-Geist-Kirche für „Auf Tuchfühlung“ geöffnet, mit leiser Musik wird das Angebot untermalt. Dass den Menschen ein Kirchenbesuch wichtig ist, konnte die Evangelische Kirchengemeinde Geldern in den Wochen ohne Gottesdienste feststellen. „Viele Gemeindemitglieder nutzten unser Angebot der offenen Kirche und haben mit dem Sonntagsgruß, den wir seit einigen Wochen in schriftlicher und digitaler Form anbieten, individuell den Gottesdienst gefeiert“, sagt Pfarrer Streppel. Man sehe es auch als eine seelsorgerische Mission, den Menschen, die alleine zu Hause leben, ein Stück Gemeinschaftsgefühl zu geben, ergänzt Pfarrerin Heimann.

Geplant sind
Präsenzgottesdienste

Geplant sind in Geldern an den Kar- und Ostertagen daher auch Präsenzgottesdienste, die in verkürzter Form (Dauer zirka 30 Minuten) und unter Beachtung des bisherigen Hygiene-Konzeptes (Sitzen auf Abstand, Kontaktverfolgung, kein Gemeindegesang, Tragen einer einer FFP2-Maske während des gesamten Gottesdienstes) ausschließlich in der Heilig-Geist-Kirche stattfinden sollen. Am Gründonnerstag wird um 19 Uhr zum Gottesdienst eingeladen, am Karfreitag um 11 Uhr. Am Ostersonntag ist für 6 Uhr die Osternachtfeier geplant, für 11 Uhr der Ostergottesdienst. Am Ostermontag gibt es um 11 Uhr ein Gottesdienstangebot, das sich insbesondere an Familien richtet. Für die Gottesdienste an Karfreitag und Ostersonntag wird um Anmeldung im Gemeindebüro unter Telefon 02831/80001 oder per E-Mail an geldern@ekir.de gebeten. Für alle, die den Gottesdienst nicht besuchen möchten, wurde ein Sonntagsgruß vorbereitet, der im Gemeindebüro abgeholt oder über die Homepage abgerufen werden kann. Zudem werden Osterkerzen an die Gemeindemitglieder verteilt.

Internationaler Ostergruß

Ein weiteres digitales Angebot bereiten die Mitarbeiter der Internationalen Ökumene vor – einen Internationalen Ostergruß, dem sich auch Gelderns Pfarrerin Mika Purba angeschlossen hat. Mit Unterstützung ihrer Familie und der Band der Evangelischen Kirchengemeinde Geldern wurde ein afrikanisches Osterlied auf indonesisch eingesungen, das an den Ostertagen auf Youtube veröffentlicht und online über die Homepage oder Facebook abrufbar ist.