RHEINBERG. Wie der in der vergangenen Woche kurzzeitig auf dem Marktplatz versammelte Masse an Fahrzeugen gezeigt hat, ist die E-Fahrzeug-Flotte der Stadt Rheinberg auf ein beachtliches Maß gewachsen. 2013 hat diese Entwicklung mit einem Fahrzeug für den Regeldienst beim DLB begonnen, nach guten Erfahrungen sind mittlerweile vier der fünf Fahrzeuge der Stadt Rheinberg elektrisch angetrieben, von den 48 Karossen des DLB sind es neun.

Aber da soll es noch längst nicht aufhören, vor allem größere Fahrzeuge rücken nun stärker in den Fokus. Ein Müllfahrzeug, geplant für Mai, und eine Pritsche werden derzeit für den DLB umgerüstet. Zudem beschafft die Stadt aktuelle einen großen, chemiefreien Unkrautkocher und eine Kehrmaschine und plant darüber hinaus noch mit zwei Spezial-Fahrzeugen.
E-Autos sind aber nur dann eine effektive Alternative, wenn sie auch geladen werden können. Dafür soll sukzessive das Lade-Netz ausgebaut werden. 24 Stationen sollen am Ende die Fahrzeuge in den verschiedenen Ortsteilen mit Saft versorgen. Ein Problem dabei sind jedoch die Lieferschwierigkeiten und auch die Ausschreibungen ziehen sich ein wenig in die Länge.

E-Mobilität rechnet sich

Bei diesem Umstieg auf alternative Antriebe spielt für die Stadt aber immer auch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle. Und wie Dezernent Dieter Paus bestätigen kann, rechnet sich der Umstieg nach aktuellem Stand durchaus. So vermeiden die neuen Antriebe nicht nur Emissionen, wie es ein erklärtes Ziel der Stadt ist, sondern senken auch die Betriebskosten. Dabei spielt unter anderem die gute Lebensdauer der Geräte hinein, die so letztlich günstiger betrieben werden können. Das erste E-Auto von 2013 fährt noch immer auf Rheinbergs Straßen und das bei geringerem Verschleiß, verglichen mit Verbrennern. Außerdem sind laut Paus auch die Aufwendungen für Inspektionen geringer.

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Andere Möglichkeiten

Bei der E-Mobilität hören die Möglichkeiten jedoch nicht auf. „Wir überlegen weiterhin, auch Wasserstoff auszuprobieren“, sagt Paus. Auch Bürgermeister Dietmar Heyde ist sich bewusst: „Die E-Mobilität ist unter ökologischen Gesichtspunkten sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss.“ DLB-Betriebsleiter Frank Rumpp ist sich zwar der Bedeutung des Blicks über den Tellerrand bewusst, weiß aber auch, dass etwaige Veränderungen in den Finanzplan passen müssen: „Wenn ein neues Antriebskonzept wirtschaftlicher ist als ein anderes, dann kauft man die wirtschaftlichere Lösung“, erklärt er aus kaufmännischer Sicht.

Beim Umstieg auf den E-Antrieb in Rheinberg kommen Ökonomie und Ökologie zusammen, beim Wasserstoff ist es aktuell schwieriger. Denn nachdem sich diesbezüglich die Fördermodalitäten geändert haben, steht dieses Vorhaben vorerst hinten an. Denn ohne Förderprogramme geht bei solchen Projekten kaum etwas, wie Rumpp weiß. Paus kann das bestätigen: „Wir nutzen konsequent jedes Förderprogramm.“

Was aber den Elektro-Umstieg angeht, so sollen die Mitarbeiter der Stadt von den Vorteilen bereits überzeugt sein, trotz anfänglicher Skepsis. Und neben den Mitarbeitern der verschiedenen Stadtbereiche profitieren auch die Bürger bald direkter von dem Kurswechsel: So sollen ihnen, wenn es der Haushalt hergibt, in Zukunft mehr E-Lastenräder zum Leihen zur Verfügung stehen.