Impfzentrum
Vorbereitung auf die erste Impfung: Reinhold Putzer aus Kleve war der erste, der sich im Kalkarer Impfzentrum gegen das Coronavirus impfen lassen konnte. NN-Foto: SP

KREIS KLEVE. Als eine weiße Pracht am vergangenen späten Samstagabend die Landschaft im Kreis Kleve bedeckte, sorgte das in der Klever Kreisverwaltung erstmal für sorgenvolle Gedanken. Schließlich sollte das Impfzentrum des Kreises Kleve, dessen Starttermin aufgrund von Lieferschwierigkeiten des Impfstoff-Herstellers bereits im Vorfeld um eine Woche verschoben worden war, am vergangenen Montag pünktlich um 14 Uhr starten. 

„Wir hatten die Wettervorhersagen schon in der vergangenen Woche fest im Blick. Am Samstag und Sonntag hat dann der Krisenstab jeweils getagt, um alles für den Start unter Anbetracht der Wetterverhältnisse noch einmal abzustimmen und durch zu gehen. Wir waren sehr erleichtert, als wir am Sonntagmittag die Nachricht erhielten, dass der Impfstoff planmäßig geliefert werden und deshalb auch das Impfzentrum an den Start gehen kann“, sagte Landrätin Silke Gorißen am Montag beim Pressetermin zum Start des Impfzentrums im Wunderland Kalkar. Pünktlich um 14 Uhr erhielt Reinhold Putzer in Sekundenschnelle die erste Impfung von Arzt Dr. Farhad Eghtessadi.

Nicht einmal ein Zucken, dafür aber ein Strahlen über das ganze Gesicht war dem 81-Jährigen aus Kleve bei dem Prozedere zu entnehmen. „Ich bin einfach erleichtert, dass ich sie jetzt endlich bekomme“, sagte Putzer. Seiner Tochter Sabine Frenzel war die Freude darüber ebenfalls anzusehen. Sie hatte ihren Vater durch das winterliche Schneetreiben zum Impfzentrum im Wunderland Kalkar gefahren. „Das war für mich eine Selbstverständlichkeit. Demnächst werde ich auch meine Mutter fahren. Sie haben alles für uns getan, jetzt sind wir mal dran“, sagte die Tochter.

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204 Impfdosen täglich

Impfzentrum
Der langersehnte Impfstoff kann nun auch endlich im Kreis Kleve an Bürger verimpft werden. NN-Foto: SP

Dass das Impfzentrum trotz des Schneechaos auf den Straßen planmäßig starten konnte, sorgte nicht nur bei Landrätin Silke Gorißen für Erleichterung. „Die Menschen wollen sich impfen lassen. Das gibt jetzt Hoffnung“, sagte Gorißen. Bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen versammelten sich einige Senioren vor dem und im Messezentrum des Wunderland Kalkar. Wie die Impfverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen vorgab, konnten seit dem 25. Januar alle Senioren ab 80 Jahren einen Impf-Termin vereinbaren. 204 konnten für den ersten Tag vereinbart werden. Wer es aufgrund der Witterungsverhältnisse am Montag nicht zum Impfzentrum schaffte, konnte seinen Termin auf Dienstag verschieben. Auch hier standen zusätzlich noch einmal 204 Impfdosen des Impfstoffes von BionTech zur Verfügung. 

Seit heute wird im Kalkarer Impfzentrum zusätzlich mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft. Die in den ersten Tagen zur Verfügung stehen 260 Dosen dürfen jedoch nur an Menschen unter 65 Jahren verimpft werden. Die Impflinge – Mitarbeiter des Gesundheits- und Rettungswesens – seien bereits informiert worden, wie Jürgen Baetzen, Leiter des Fachbereichs Rettungsdienst beim Kreis Kleve, erklärte. Der Kreis Kleve werde zudem in den nächsten Tagen ein eigenes Einladungssystem vorstellen, dass die Terminvergabe erleichtern soll.

Kapazitäten für bis zu 1000 Impfungen täglich

Während das Impfzentrum zunächst an sechs Tagen in der Woche aufgrund der Impfstoff-Knappheit nur zur Hälfte ausgelastet sein wird, sollen hoffentlich schon bald mehr Impfungen pro Tag durchgeführt werden können. „Sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht, können die Kapazitäten auf 1000 und mehr Impfungen pro Tag ausgebaut werden“, sagte Baetzen.

Am vergangenen Montag stellte jedoch das Wetter die größte Problematik dar. Manche Straßen, die zum Wunderland führten, waren am frühen Morgen noch nicht befahrbar. „Das Wichtigste für uns war, dass die Menschen zum Impfzentrum kommen können. Dazu haben wir noch schnell die Stadt Kalkar mit ins Boot geholt und uns von ihrem Bauhof helfen lassen“, sagte Gorißen. Auch das Wunderland Kalkar half mit und räumte mit schwerem Geschütz den Parkplatz und die Zufahrt zum Impfzentrum frei. 

Shuttle-Bus vom Parkplatz bis zur Messehalle

Impfzentrum
Im Wartebereich warteten die Senioren auf ihren Aufruf zur Impfung. NN-Foto: SP

Vom Parkplatz aus wurden die Senioren dann mit einem Shuttle-Bus den kurzen Weg zum Impfzentrum chauffiert. Dort angekommen, wurde erstmal die Temperatur gemessen, ehe die Impflinge und ihre Begleitperson im großzügigen Wartebereich Platznehmen konnten. Hier erklärte eine Ärztin per Videoaufnahme die Impfung und den Ablauf noch einmal ganz genau. Nach dem Aufruf ging es für die Senioren direkt mit ihrer Terminbestätigung und dem Impfausweis zum Anmeldezentrum und dann weiter zur Impfung. „Wir haben am Ablauf monatelang gefeilt, fühlen uns jetzt aber gut vorbereitet“, erklärte Baetzen.