Jetzt heißt es: Warten auf den Impfstoff

Begehung des Kreis Wesel Impfzentrums mit Landrat Ingo Brohl und Experten, die den reibungslosen Ablauf gewährleisten

KREIS WESEL. Pünktlich zum 15. Dezember ist das Impfzentrum für den Kreis Wesel in der Niederrheinhalle Wesel fertig gestellt. So hat‘s der Gesundheitsminister Laumann gefordert. Landrat Ingo Brohl ist sehr zufrieden mit der Arbeit. „Es hat gut funktioniert dank der hervorragenden Zusammenarbeit unseres Krisenstabes und dem Netzwerk mit der DRK und den Maltesern sowie der Kassenärtzlichen Vereinigung“, bedankt er sich bei allen, die diese logistische Meisterleistung innerhalb weniger Wochen (seit dem 23. November) geschafft haben.

Die Niederrheinhalle hat aus hygienischen Gründen einen neuen Fußboden erhalten. Die Impfstraßen mit insgesamt 18 Kabinen sind eingerichtet. Leiter Jochen Konst erläutert den Ablauf. NN-Fotos: L. Christian

Die Nieder­rheinhalle liegt verkehrsgünstig in der Nähe des Bahnhofs, verfügt über zahlreiche Parkplätze und bietet sehr gute Rahmenbedingungen für das Impfzentrum. Wünschenswert wäre sicherlich ein zweites Zentrum auf der linken Rheinseite, doch zunächst sollen Erfahrungen mit dem Ablauf gemacht werden, bevor dazu konkret geplant wird, räumt der Landrat ein.
Denn was nutzen die perfekten Räumlichkeiten, wenn alle anderen Faktoren, wie Zulassung des Impfstoffs, Mengenverteilung und Höhe der impfwilligen Menschen „Unbekannte“ sind.

Zur Terminvereinbarung muss man selbst aktiv werden

Immerhin im Kreis Wesel kann gestartet werden, sobald der Impfstoff verfügbar ist. 72 Stunden bleiben den rund 40 Kräften für die letzten Vorbereitungsarbeiten, sobald der Startschuss fällt. Ob die Aufklärungsarbeit des Gesundheitsministeriums ausreichend ist, ist unklar. Landrat Brohl geht davon aus: „Wir brauchen quasi ein Spinnennetz von senisibilisierten Personen, zum Beispiel Hausärtze oder ambulanter Pflegedienst, damit zunächst die Senioren selbst aktiv werden.“ Der mobile Impfdienst wird in Absprache mit den Pflegeheimen die Impfungen dort vornehmen. Alle anderen müssen sich selbst um die Terminvergabe kümmern.
Die Kassenärztliche Vereinigung vergibt die Termine (solgeich auch schon den zweiten Impftermin), versendet die entprechenden Informationsunterlagen mit Anamese-Bogen und der Berechtigung, die beim Impfzentrum vorzulegen ist.

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Impflotsen stehen den Impflingen zur Seite

Günstig ist auf dem Parkplatz der Rundsporthalle sein Auto abzustellen. Zutritt hat nur der zu Impfende, nicht eine Begleitperson. Der Malteser Hilfsdienst stellt jedem einen „Impflotsen“ zur Seite, der die Senioren durch die Impfstraße führt. Zunächst betritt man ein beheiztes Zelt, in dem Mitarbeiter der Kassenärzt­lichen Vereinigung die Registrierung vornehmen und Fieber messen. Beim Presserundgang erklärte Impfzentrumsleiter Jochen Konst den Ablauf: „Anschließend gelangt man in den Check In Bereich. Wer möchte, kann ein aufkärendes Gespräch mit dem Arzt führen. Wenn nicht, geht‘s direkt in die Einzelkabine zur Impfung“, zeigt er auf die insgesamt 14 Kabinen und vier Arztzimmer. Und er beruhigt: „Wir geben jedem Besucher so viel Zeit wie er braucht.“ Manchmal geht‘s schnell: Oberarm freimachen und wie bei der Grippeimpfung ein Pieks mit der Spritze – fertig.
Weiter geht‘s zum Betreuungsbereich im Parkettsaal der Niederrheinhalle, wo sich die Geimpften 30 Minuten hinsetzen. Mitarbeiter des DRK sind zur Stelle, sollte es Komplikationen geben, wie Unwohlsein oder Schwindelgefühl. Sie begleiten auch die Impflinge wieder hinaus.

Der Impfstoff wird vor Ort von Apothekern aufbereitet

Es ist ein steriles Labor eingerichtet, in dem der Impfstoff aufbereitet wird.

Zusätzlich ist ein Lbor eingerichtet. Amtsapotheker Torsten Wessel erläutert: „Die Apotheker sind für die Aufbereitung des Impfstoffs zuständig. Das Pulver wird mit minus 80 Grad Celsius tiefgekühlt angeliefert. Wir müssen es hier vor Ort in Glasgefäßen mit Kochsalzlösung mischen. Es ist dann physisch sehr empfindlich und muss schnell verimpft werden.“
Da unklar ist, welche Mengen wann zur Verfügung stehen, hat die Ständige Impfkommission des Robert Koch Instituts eine Priorisierung von Zielgruppen empfohlen. Demnach haben zunächst Vorrang: Bewohner und Senioren von Pflegeheimen; Personen, die 80 Jahre und älter sind, medizinisches Personal, das in Notaufnahmen tätig ist, in der medizinischen Betreuung von COVID-19 Patienten oder zum Beispiel in der Hämato-Onkologie oder Transplantationsmedizin. Danach würde Pflegepersonal der amublanten und stationären Altenpflege bevorzugt.
Landrat warnt davor, sich bereits jetzt in falscher Sicherheit zu wiegen: „Der Weg bis zum Ende der Pandemie ist für uns alle noch ein sehr weiter.“ Geltende Abstands- und Hygieneregeln seien weiter einzuhalten, so sein Appell: „Gerade weil ein Licht am Ende des Tunnels sichtbar ist, sollten wir uns weiterhin strikt an die Regeln halten, um unser Gesundheitssystem nicht komplett zu überlasten und damit Leib und Leben unserer Mitmenschen zu schützen.“