XANTEN. Ein neuer „Sheriff“ ist in der Stadt: In Xanten übernimmt Polizeihauptkommissarin Christiane Löker den Posten als neue Bezirksdienstbeamtin. Damit beerbt sie den inzwischen pensionierten Dirk Karneil. Sowohl Rüdiger Kunst, Abteilungsleiter Polizei, als auch Gregor Zey, Polizeichef in Xanten, sind sich sicher, die richtige Person für den Posten gefunden zu haben.

Schon damals sei Löker eine „engagierte Schülerin“ gewesen, wie Kunst erzählt. 1990 begegnete er ihr zum ersten Mal. Da war sie nämlich noch Polizeihauptwachtmeister-Anwärterin, dem damaligen Einstieg in den mittleren Dienst. Die heute 54-jährige Löker startete ihre Ausbildung 1988 in Brühl und machte in den Jahren darauf Halt in Wuppertal, Köln, Duisburg, Dortmund und im Kreis Unna. Im September 2000 verschlug es sie schließlich in den Kreis Wesel, wo sie über ein Jahrzehnt beim Verkehrsdienst arbeitete und später zum damaligen Schwerpunktdienst wechselte. Seit Januar 2018 ist sie Teil der Belegschaft der Wache in Xanten und war bislang im Streifendienst unterwegs. Aktuell wohnt sie mit ihrer Familie in Menzelen-Ost.

Als neue Bezirksdienstbeamtin in Xanten ist sie auf der linken Rheinseite die erste Frau in diesem Amt. Tätig ist sie in Birten, Lüttingen, Beek und einem Teil der Xantener Innenstadt. In diesem Bereich ist sie zuständig für die Schulen, Kitas und Senioreneinrichtungen. Aktiv wird sie aber auch, wenn es um örtliche Haftbefehle oder Aufenthaltsermittlungen geht. „Ich bin für alles zuständig, was in diesem Bereich durchgeführt werden muss“, fasst Löker zusammen. Aber auch die scheinbar weniger spektakulären Aufgaben machen ihr eine Menge Spaß, wie die Zusammenarbeit mit den Kindern an den Schulen. Zum Beispiel, wenn es um die Fahrradausbildung geht. Über Xanten allgemein kann sie nur Gutes sagen: „Der Bezirksdienst in Xanten ist besonders schön, es ist einfach eine wahnsinnig tolle Stadt.“

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Begehrter Posten

Wie Löker verrät, ist so ein Bezirksdienstposten sehr begehrt. „Es ist eine schöne Arbeit, bei der man weiterhin in Uniform auf der Straße seinen Dienst leisten kann, ohne dass man im Wacht- und Wechseldienst mit Früh- und Nachtschicht arbeitet.“ Viele Stressfaktoren würden wegfallen.

Schon 2018 sprach ihr Vorgänger sie auf den Posten an und fragte, ob sie sich diese Arbeit für sich vorstellen könne. Nachdem sie sich über die letzten Jahre eine Vorstellung von der Arbeit eines Bezirksdienstbeamten machen konnte, fiel ihr die Entscheidung nicht schwer, ein Umsetzungsgesuch zu stellen, als Karneils Pensionierung bevorstand.

Bezirksdienstbeamtin: Job nicht für jeden geeignet

Bei so einem Gesuch prüfen die Verantwortlichen die Kandidaten auf Herz und Nieren. Im Falle von Löker hat Kunst keine Zweifel. „Sie bringt die erforderliche Einstellung mit, aber auch die Lebens- und Diensterfahrung. Nicht jeder mit Uniform ist der Richtige“, sagt Kunst. Schließlich gehe es auch darum, sich zum Beispiel auf Kinder und Senioren einlassen zu können oder sich auf Veranstaltungen durchzusetzen. Auch jetzt, wo es um die Durchsetzung der Corona-Maßnahmen gehe, sei diese Fähigkeit wichtig.

Überhaupt scheint Löker seit jeher für den Beruf prädestiniert gewesen zu sein. Das zeigte sich schon in ihrer Kindheit: „Ich war im Kindergarten schon dafür bekannt, immer Streit zu schlichten.“ Der Polizeiberuf hat sie somit auch immer schon am meisten interessiert, aber Sozialpädagogik zu studieren war auch einmal eine Überlegung. In jedem Fall wollte sie mit Menschen zu tun haben und auch abwechslungsreich sollte ihr Beruf sein. Und da sie gern draußen unterwegs ist – oft auch mit ihrem Hund – wusste sie schließlich, als sie den Test bei der Polizei bestanden hatte: „Das ist es.“

Schon das Lernen für die Klausuren in der Ausbildung machte ihr Spaß, obwohl sie, wie sie zugibt, eher ein mittelmäßiges Abiturzeugnis hat. Sogar mit Gesetzestexten befasste sie sich gern – eine Angelegenheit, die die meisten doch eher dröge fänden.

Herzlich begrüßt wurde Bezirksdienstbeamtin Löker auch von Xantens Bürgermeister Thomas Görtz. Als Zeichen der Wertschätzung schenkte er ihr eine Xanten-Tasche, die unter anderem ein Buch über Xanten und seine Ortschaften sowie „Xantus Quackus“, die passende Römerente für das Badezimmer, enthielt. Auch Görtz ist sich sicher: „Sie haben die richtige Einstellung und scheuen auch keine Gespräche.“

Im Kreis Wesel gibt es etwa 800 Mitarbeiter bei der Polizei, circa 50 davon sind Bezirksdienstbeamte. Im Bereich Xanten gibt es zwei Bezirksdienstbeamte.