WEEZE. Die Mitglieder des Weezer Ausschuss für Bau und Mobiliät haben auf dessen jüngster Sitzung die Entscheidung über die 41. Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Weeze – Änderung des sachlichen Teilflächennutzungsplanes Windenergie – an den Rat verwiesen. Der tagt am Dienstag, 15. Dezember. Ihre Zustimmung hatten der Kreis Kleve und die Bezirksregierung Düsseldorf im Rahmen des Beteiligungsverfahrens bereits signalisiert. Der Grund für die benötigte Änderung des Flächennutzungsplans: Unmittelbar anschließend an die bestehende, rund 40 Hektar große Konzentrationszone für die Windenergie Kalbeck soll ein Sondergebiet Windenergie auf einer Fläche von insgesamt 33,7 Hektar ausgewiesen werden.

Die schraffierten Flächen stellen das neue Sondergebiet Windenergie im Bereich Weeze-Kalbeck dar.Karte: Planungsbüro Lange GbR, Moers

Auf den bereits vorhandenen Flächen stehen seit 2017 insgesamt vier Enercon-Anlagen Typ E-115. „Die Gemeinde Weeze erzeugt 133,8 Prozent ihrer Energie nachhaltig. Der gesamte Kreis Kleve liegt unter 50 Prozent”, erklärt Max Freiherr von Elverfeldt, Eigentümer der Flächen. Die Jahresstromproduktion von 32 Millionen KW der vorhandenen Windkraftanlagen entspreche dem Stromverbrauch von ca. 9.000 drei-Personen-Haushalten. „Im Sondergebiet können bis zu drei neue Windkraftanlagen errichtet werden”, so Frank Dudek, der das Projekt steuert. Mit einem Baubeginn rechnet er im Jahr 2023.
Den Eigentümern der Windkraftanlagen ist es wichtig, dass Erscheinungsbild des Parks möglichst zu wahren. Allerdings werden die neuen Anlagen mit circa 220 Meter höher sein als die alten mit 207 Meter Höhe. Der Durchmesser der Rotorblätter wird sich von 115 auf 138 Meter vergrößern.

Die Nutzung der Flächen für Windkraft im geplanten Sondergebiet wird erst möglich, weil die Eigentümerin der Hofstellen Kalbeck 9 und Sandheiderweg 21 deren endgültige Nutzungsaufgabe beabsichtigt. Eine erteilte Baugenehmigung oder fortwährender Bestandsschutz für eine Wohnnutzung erlischt damit. Als die Konzentrationszone für die Windenergie Kalbeck eingerichtet wurde, mussten um die Hofstellen die vorgeschriebenen Abstände eingehalten werden. Diese Flächen wurden sogenannte Tabuflächen und standen somit nicht als Potentialflächen für Windenergie zur Verfügung.
Max von Elverfeldt will das Planungsverfahren für die Bürger so „offen und transparent wie möglich kommunizieren.” Das gilt vor allem für die Nachbarn des geplanten Sondergebiets Windenergie. Obwohl das Gebiet von Wald umgeben ist, würden die Nachbarn durch die Anlagen Beeinträchtigungen erfahren. „Wir haben sie angeschrieben und ihnen die Sachlage erklärt”, so Max von Elverfeldt. Die Weezer Bürgerschaft soll von den Erträgen der neuen Anlagen ebenso profitieren wie von den bestehenden. Vor zwei Jahren wurde die Stiftung „Jetzt Weeze” der Windparkgesellschafter offiziell anerkannt. Stifter sind Antoinette, Freifrau von Elverfeldt-Ulm und Raphaël Freiherr, von Loë. Sie haben sich verpflichtet, die Bürgerschaft an den zu erwartenden Erlösen aus der Windenergie zu beteiligen und dafür fix 70.000 Euro pro Jahr bereit zu stellen. Hinzu kommt jährlich ein variabler Betrag, der von den Winderträgen der Baaler Windanlagen abhängig ist. Im vergangenen Jahr erhielt die Stiftung rund 95.000 Euro. Für dieses Jahr rechnet Max von Elverfeldt mit einer sechsstelligen Summe. „Wir hatten viel Wind”.

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