Michael Rübo mit „Campus Social Award“ ausgezeichnet

Förderverein Campus Kleve würdigte ihn für seine soziale Arbeit an der HSRW

KREIS KLEVE. Bescheiden und beinahe widerstrebend schaute Michael Rübo zur Seite, als Peter Wack, erster Vorsitzender des Fördervereins der Hochschule Rhein-Waal – Campus Kleve, sagte: „Sie sind nicht nur das soziale Gewissen im Förderverein der Hochschule Rhein Waal (HSRW), sondern auch das soziale Gewissen der Stadt Kleve.“ Für sein Engagement im Förderverein erhielt Rübo daher den „Campus Cleve Social Award 2020“. Die lobenden Worte wollte der Preisträger jedoch nicht unkommentiert stehen lassen: „Den Preis bekomme ich nicht für mich als Person. Als Person kann ich ihn so nicht annehmen. Er ist viel mehr für die Vinzenzkonferenz, die Klosterpforte und die Tafel der Stadt Kleve.“ Das Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro fließe auch in diese Organisationen.

Den „Campus Cleve Social Award“ vergibt der Förderverein der Hochschule Rhein-Waal bereits seit vielen Jahren im Rahmen seiner jährlichen Mitgliederversammlung. Da diese in diesem Jahr coronabedingt ausfallen musste, zeichneten Wack, Monika Geenen, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, und Geschäftsführer Hans-Josef Kuypers Rübo im kleinen Rahmen aus. „Mit diesem Preis, der mit 2.000 Euro dotiert ist, sollen Persönlichkeiten oder Organisationen innerhalb und außerhalb der Hochschule Rhein-Waal geehrt werden, die ein besonderes soziales Engagement für die Hochschule und insbesondere für ihre Studierenden bewiesen haben. Dieses Engagement muss über dasjenige hinausgehen, das der Preisträger im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit sowieso zeigt“, erläuterte Wack.

Preisträger der Vorjahre

In den vergangenen Jahren wurde diese Ehre unter anderem Gründungspräsidentin Prof. Dr. Marie-Louise Klotz, der studentischen Initiative „Rise together for Africa“, Prof. Dr. William Megill, Tina Zara Hafner für die Organisation der jährlichen Winterbälle und Peter Garzke für seine vielfältigen Initiativen rund um den Hochschulsport zuteil.
Mit Michael Rübo ist nun jemand ausgezeichnet worden, der nicht unmittelbar zur Hochschule Rhein-Waal gehört, wenngleich er Mitglied des Beirats des Fördervereins ist. Dieser hat nicht nur die Vernetzung der HSRW im Blick, sondern auch die sozialen Belange der Studierenden. „Wir haben gelernt, dass eine ganze Reihe von Studierenden die Tafel in Anspruch nehmen und dass das Sozialreferat AstA (Allgemeiner Studierendenausschuss, Anm. d. Red.) immer wieder mit Einzelfällen konfrontiert wird, in denen schnelle Hilfe in einer finanziellen Notlage erforderlich war“, sagte Wack. Auf die Frage, wie sich der Förderverein um diese „Sozialfälle“ kümmern könnte, mit deren Beurteilung nicht nur der AstA, sondern auch der Vorstand und die Geschäftsführung überfordert gewesen seien, habe sich Michael Rübo spontan gemeldet und bereiterklärt, an dieser Stelle zu koordinieren und Hilfen zu gewähren. „Ich bin Herrn Rübo noch heute dankbar dafür, dass er damals in die Bresche gesprungen ist“, sagte Wack.

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Schwierige Beurteilung

Der Förderverein habe Rübo zu jener Zeit einen Zuschuss von 2.000 Euro zugesagt, um diese Hilfen gewähren zu können. „Was weder er noch wir damals ahnten, war, wie schwierig sich diese Aufgabe manchmal gestalten würde. Da waren zum einen die Einzelfälle, deren Beurteilung schwierig war. Michael Rübo schilderte einmal sehr plastisch, dass da zum Beispiel eine ausländische Studierende war, die kaum Deutsch und nicht so einfach verständlich Englisch sprach, die aber weinend vor ihm saß und erklärte, dass sie ihre Krankenversicherungsbeiträge nicht mehr zahlen könne und deshalb keine Zulassung zum Weiterstudium erhalten würde“, berichtete Wack. Rübo habe damals gesagt: „Was soll ich da machen? Ich kann nicht beurteilen, ob die Notlage wirklich besteht, aber mein Gewissen sagt mir, dass ich helfen muss.“ Gemeinsam mit Rübo habe der Förderverein versucht, eine Struktur und ein System zu entwickeln, dass diese Beurteilung erleichtern würde.

In den vergangenen Jahren sei die Summe der angefragten Unterstützungsleistungen immens gewesen. „Herr Rübo hat aus anderen Quellen im Laufe der Jahre für die Studierenden viel mehr Geld ,locker gemacht‘, als wir ihm als Zuschüsse haben zukommen lassen können. Auch dafür gebührt ihm unser Dank“, machte Wack deutlich. Auch in diesem Jahr habe Rübo im Rahmen des „Corona-Hilfsfonds“ eine besondere Rolle gespielt. Den „Corona-Hilfsfonds“ hatte der Förderverein gemeinsam mit der HSRW eingerichtet, um Studierenden zu helfen, die aufgrund der Corona-Situation in finanzielle Nöte geraten waren. „Die Beurteilung der Notlage erfolgte zwar durch den AStA, aber Herr Rübo hatte in bewährter Manier sein waches Auge auf die finanziellen Leistungen“, sagte Wack. Allein der Förderverein bezuschusste den „Corona-Hilfsfonds“ aus Eigenmitteln mit 10.000 Euro. Mithilfe von Spenden konnten den Studierenden so 20.000 Euro zur Verfügung gestellt werden.

In seinen Dankesworten verriet Michael Rübo, dass ihn einige Schicksale der Studierenden sehr berührt hätten. Er habe immer versucht, ein Gehör für die Studierenden zu haben und für sie einen guten Raum zum Leben zu schaffen. „Es darf niemand menschenunwürdig leben müssen oder ohne Strom und Wasser in dieser Stadt sein“, sagte Rübo.

Das Gesicht hinter den Initiativen

Der Förderverein habe immer seine unkomplizierte Hilfe angeboten und versucht das zu tun, was möglich ist. „Das stimmt mich für das kommende Jahr optimistisch“, sagte Rübo, der den Preis aber auch der Vinzenz-Konferenz, der Klosterpforte und der Klever Tafel, für die Michael Rübo neben seiner beruflichen Tätigkeit als Geschäftsführer der Karl-und-Maria-Kisters-Stiftung jeweils ehrenamtlich tätig ist, zuordnete. Fördervereins-Geschäftsführer Hans-Josef Kuypers schloss mit den Worten: „Initiativen wie diese brauchen aber auch ein Gesicht – und das Gesicht sind Sie.“