Kinder entdecken mit „Emma“ die Welt und die eigenen Stärken

Heidi Leenens Buch steht im Mittelpunkt eines Projekts der Don-Bosco-Schule

Emma Don-Bosco-Schule
Die Schnecke „Emma“ und die Projektpartner: (v. l.) Susanne Schumacher, Marleen van Gemmeren, Heidi Leenen, Nicole Terhorst, Lena Hachmann und Regina Henke. NN-Foto: MB

GELDERN. An der Don-Bosco-Schule in Geldern geht es seit einigen Monaten tierisch zu. Die Kinder der Vor- und Unterstufe begleiten die kleine Schnecke Emma auf ihrer Reise, lernen die vielfältige Tierwelt kennen und entdecken dabei ihre eigenen Stärken. Basis für das Projekt ist das Buch „Emma – Ohne dich wär‘ die Welt nur halb so schön!“ von Erzieherin und Musikpädagogin Heidi Leenen, Autorin von „Der Elefantenpups“.

In Leenens neuen Buch geht die Schnecke Emma auf Entdeckungsreise, trifft viele andere Tiere mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten, die sie besonders machen. Lange stellt sich Emma die Frage: „Und was kann ich?“ Ein Gefühl, das laut Lehrerin Nicole Terhorst „viele unserer Schüler kennen“. So wie Emma schließlich herausfindet, was sie besonders und einzigartig macht, lernen auch die Kinder sich selbst und ihre eigenen Stärken besser kennen. Terhorst sagt: „Die Kinder erleben im Alltag viel Misserfolg. Uns war wichtig, ihnen ihre Stärken zu zeigen.“ Ihre Kollegin Marleen van Gemmeren verrät die Botschaft dahinter: „Jeder ist gut so, wie er ist.“

Stiftung unterstützt das Schulprojekt mit „Emma“

Emma Laterne
Auch für Laternen diente „Emma“ als Ideengeberin und Vorlage,
Foto: privat

Die Arbeit mit dem Buch ist Bestandteil eines Projektes, das von der „Du bist wertvoll“-Stiftung unterstützt wird und nach den Sommerferien seinen Anfang nahm. Die Koordination an der Don-Bosco-Schule übernahm Nicole Terhorst, die Heidi Leenen und Emma bereits im vergangenen Jahr während ihres Referendariats in Köln begegnete. „Für die Kinder ist es ein sehr schönes Buch“, sagt Terhorst. Denn es kann in fast allen Unterrichtsfächern zum Einsatz kommen: Im Biologie-Unterricht lernen die Kinder die Tiere im Buch kennen, im Musikunterricht erleben sie verschiedene Instrumente. Im Kunstunterricht können sie diese teilweise auch selbst basteln, wie auch Tiere und Bilder. Außerdem erstellen sie ein eigenes Buch gemäß der „Emma“-Vorlage.

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Marleen van Gemmeren ist mehr als angetan von den Möglichkeiten, die „Emma“ bietet: „Wir können die Kreativität der Kinder wecken und mit viel Freiraum auf die individuellen Bedürfnisse eingehen.“ Die kleinen Klassen der Förderschule mit zehn bis zwölf Kindern sind für ein solches Projekt geradezu prädestiniert. Längst ist „Emma“ fest im Stundenplan verankert, selbst im Religionsunterricht wird es behandelt mit der Frage: „Was macht mich einmalig?“

Interaktive Lesung zum Auftakt gleich ein Highlight

Emma Papierschnecken
Viele kleine „Emmas“ haben die Kinder aus Papier gebastelt.
Foto: privat

Der Startschuss zum Projekt war zugleich der Höhepunkt: eine Lesung mit Heidi Leenen unmittelbar nach den Sommerferien. An zwei Tagen las sie vor sieben Klassen aus ihrem neuen Buch – jeweils einzeln. „Das war auch für mich besonders“, erzählt Leenen. „Durch die kleinen Gruppen war es noch intensiver, die Kinder sind richtig eingetaucht in die Geschichte.“ Die interaktive Lesung, bei der viele Materialien zum Einsatz kamen und die Bilder des Buches an die Wand projiziert wurden. „Es war sehr aufregend für alle Schüler“, erinnert sich Marleen van Gemmeren. „Es war wie im Kino. Die Kinder haben alles um sie herum vergessen“, erzählt Heidi Leenen, „durch die Musik haben sie auch die Gefühlslage von Emma gespürt.“

Das Buch
„Emma – Ohne dich wär‘ die Welt nur halb so schön!“ ist ein Kinderbuch inklusive CD, die das Hörspiel und alle Musikstücke enthält. Das Kinderbuch ist für Schulen, Kindergärten, Förderschulen und Kitas zur musikalischen Früherziehung geeignet.
Erschienen im Kampenwand-Verlag, 32 Seiten, Preis 20 Euro.
Weitere Infos gibt es hier.

Die beiden Lesungstage waren nicht die einzigen Besuche von Heidi Leenen an der Don-Bosco-Schule. Sie schaute auch zwischendurch noch einmal im Unterricht vorbei. Was sie dabei zu sehen bekam, „hat mich beeindruckt. Ich bin noch immer begeistert von den Ideen der Kinder, wie sie diese umgesetzt haben“. Lena Hachmann, pädagogische Leitung der „Du bist wertvoll“-Stiftung, sieht hier ein „Musterbeispiel für gelungene Projektarbeit“. Das Ziel, „die Kinder zu ermutigen, sich stark zu füllen“, sei voll erfüllt. „Außerdem kann man mit ‚Emma‘ die Kinder entschleunigen und ihnen zeigen: Ein Buch kann Spaß machen.“ Entsprechend ist Regina Henke, die kommissarische Leiterin der Don-Bosco-Schule, schon jetzt überzeugt: „Wir werden das Projekt in den kommenden Jahren wiederholen.“