VEERT. Sein blauer Trecker ist so etwas wie ein Symbol in Veert geworden. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis er den neuen VVK-Sessionsorden ziert. Diesen widmet der Verein zur Förderung des Veerter Karnevals in diesem Jahr nämlich seinem langjährigen Mitglied Heinz Hartjes, der auch in vielen weiteren Vereinen das Leben in Veert bereichert.

Die Ehrung durch den VVK lässt sich zunächst einmal durch Hartjes Tätigkeit für den Verein erklären. „Bei jeder Proklamation und jedem Biwak war Heinz bisher dabei. Und er steht immer parat, wenn wir etwas brauchen“, sagt VVK-Präsident Johannes Kubon. Vor allem, wenn es etwas mit den Prinzen- und Vorstandwagen zu tun hat, ist der heute 78-Jährige seit jeher die erste Anlaufstelle.

Chefprinzenwagenzugmaschinenführer für den VVK

Angefangen im VVK hat er nämlich im Gründungsjahr 1996, wo er direkt zum „Chefprinzenwagenzugmaschinenführer“ ernannt wurde. Ein verantwortungsvoller Titel, der auch auf dem neuen Orden verewigt wird. „Er fährt immer den Wagen, egal wohin er muss. Auch zur Reparatur oder zum TÜV“, erklärt Kubon. Eine Fähigkeit bewundert er dabei besonders: „Heinz fährt den Prinzenwagen auf einem Bierdeckel in die Garage. Er fährt ihn auf den Zentimeter rein. Ich würde wahrscheinlich ein Jahr dafür brauchen.“

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In Hartjes Verantwortung fiel es somit auch, an Ostern 2000 den neuen Prinzenwagen für Prinz Werner I. aus Nettetal zu holen und unterzubringen. Daran, den Karnevalswagen mit seinem Trecker die gut und gerne 30 Kilometer zurück nach Veert zu ziehen und an die irritierten Reaktionen der anderen Menschen können sich Hartjes und Kubon noch zu gut erinnern.

Als Dank für sein Engagement für den Veerter Karneval ernannte der VVK Hartjes 2002 zum Steckenpferdträger. Als hätte diese Ehrung Hartjes erst recht angespornt, stiftete er dem Verein 2003 schließlich eine neue Standarte.

Auch heute noch ist Hartjes‘ Hilfe bedeutend für den Verein. Egal ob der ehemalige Landwirt den Prinzenwagen fährt oder er einfach ‚nur‘ spontan seine Halle auf dem Hof für den Vorstandswagen zur Verfügung stellt. „Schon mehrere Leute hatten gefragt, wo man ihn unterbringen könnte. Und über Nacht kam mir die Idee“, sagt Hartjes.

Verbunden mit ganz Veert

Die Ehrung durch den Sessionsorden lässt sich aber auch mit seinem Engagement für Veert in anderen Vereinen erklären. Nicht nur der Feuerwehr, dem Schützen- oder dem Taubenverein, auch oder besonders dem Heimat- und Verschönerungsverein ist er als eines seiner Gründungsmitglieder nach wie vor sehr verbunden. Von 2008 bis 2015 war Hartjes dessen Vorsitzender, noch bis heute ist er Ehrenvorsitzender. Mit dem Heimatkalender hat er 1997 außerdem einen echten Dauerbrenner ins Leben gerufen.

2011 gab es einen besonderen Höhepunkt in Hartjes‘ persönlicher Heimatgeschichte: In diesem Jahr wurde er von den Geselligen Vereinen als Festkettenträger geehrt, in Anerkennung für seine besonderen Verdienste für den Heimat- und Verschönerungsverein.

Im Laufe der Zeit hat sich Hartjes so bei verschiedenen Feierlichkeiten und Aktionen für Veert eingesetzt: Ob als treibende Kraft beim Brunnenfest, Urheber des und Teilnehmer am Erntedankzug oder Verantwortlicher für den Vereinsbaum am Marktplatz.

Persönliches Markenzeichen und Symbol in Veert

Sein blauer Trecker ist nicht nur so etwas wie Hartjes‘ Markenzeichen, sondern bereits ein Symbol für die Veerter Bürger. Das kann Kubon bestätigen: „Im Frühjahr, wenn der blaue Trecker in Veert steht, weiß jeder Bescheid, dass die Blumen gepflanzt werden. Dasselbe Spiel im Herbst, wenn alles winterfest gemacht wird.“

Ist man so lange im lokalen Geschehen involviert wie Hartjes, erlebt man so einige Geschichten, die lebhaft im Gedächtnis haften bleiben. Eine Sache, die er von seinem Vater übernommen hatte, war der Weckdienst für die Festkettenträger, Schützenkönige und Vorstandsmitglieder am Kirmesmorgen um 7 Uhr, den er zusammen mit dem Musikverein Aurora Veert immer gewissenhaft erledigte. Anschließend fuhr er sie auch mit dem Planwagen zum Zielort. „Das hat er praktisch sechzig Jahre gemacht“, erzählt Kubon.

Mit einem eigenen Planwagen fuhr Hartjes auch immer wieder die Bewohner der Altentagesstätte oder andere Vereine in einer Sommertour durch den Niederrhein. Den VVK fuhr er immer zur Draakverleihung nach Geldern und zurück. Auch für seine Sommerausflüge griff der VVK stets gern auf Hartjes‘ Angebot zurück. Nur hat der Verein in diesem Fall dafür gesorgt, dass Hartjes selbst nicht fahren musste. Stattdessen konnte er sich bei ein paar Bier zurücklehnen und den Tag als Gast genießen.

Ein persönliches Karnevals-Highlight für Hartjes war die Session 2000/2001, als er unter Prinz Werner I. als Chefprinzenwagenzugmaschinenführer die Uniform der Prinzengarde tragen durfte. „Das wird ganz selten gemacht“, sagt Kubon.

Heinz Hartjes: Kartenspieler und Sport-Fan

Hartjes ist aber nicht nur in Vereinen aktiv: Er ist darüber hinaus passionierter Doppelkopf-Spieler und hat vor mehr als zehn Jahren ein Turnier im Ort eingeführt, das noch bis heute Bestand hat. Eine seiner anderen Leidenschaften ist der Fußball, genauer gesagt der Borussia Mönchengladbach.

Die Sessionsorden des VVK sind seit vielen Jahren heimatbezogen und entsprechend designt. Damit bedankt sich der Verein bei immer wieder bei Personen und Institutionen. Für ein schönes Design ist der Verantwortliche Elmar von Treeck mittlerweile ein Garant. Und auch wenn der ganze Verein traurig darüber ist, dass die Sessionsorden 2020 coronabedingt nicht verliehen werden konnten, möchte er dennoch betonen: Es wurde nur verschoben, keinesfalls aufgehoben!