St. Antonius Kindergarten
„Die Kleinen Wichtel“ sind die neue U2-Gruppe im St. Antonius Kindergarten in Sevelen und damit die mittlerweile fünfte Gruppe. NN-Foto: Thomas Langer
SEVELEN. Kitaangebote für Kinder unter zwei Jahren sind nicht gerade weit verbreitet. In Sevelen kann seit wenigen Wochen jedoch der St. Antonius Kindergarten genau damit punkten. Seit August bringen die „Kleinen Wichtel“ noch mehr Leben in den Kindergarten. Zehn Kinder im Alter von etwa einem Jahr werden in einem ehemaligen Pfarrhäuschen auf rund 170 Quadratmetern von drei Erzieherinnen und einer Bundesfreiwilligen betreut. Dechant Stefan Keller segnete nun feierlich Haus, Kinder und Erzieherinnen.
Das neue Angebot hat sich schnell herumgesprochen, denn es gab wesentlich mehr Bewerber als Plätze, der Kindergarten musste sogar eine Warteliste einrichten. Das zeugt von der Bedeutung eines solchen Angebots, für dessen Existenz auch Tagesmütter von großer Wichtigkeit sind, wie Kindergarten-Leiterin Margret Huber weiß. „Eltern, die beide berufstätig sind, brauchen ein zuverlässiges Angebot.“ Die kleinen Wichtel können von 7 bis 17 Uhr betreut werden.

Herzliche Begrüßung im St. Antonius Kindergarten

Auch wenn die allgemeine Kitaplatz-Situation noch verbessert und ausgebaut werden kann und sollte, war der Tag der Segnung für alle Beteiligten ein Festtag und Grund zur Freude. Denn auch wenn die neuen Wichtel schon eine kleine Weile vor Ort betreut werden, wurden sie jetzt gediegen von ihren älteren Nachbarkindern aus dem Hauptgebäude begrüßt. Nicht nur mit Gesang, nein, sondern obendrein mit ein paar Geschenken: Spiele, damit die Wichtel ihren Tag mit viel Spaß und noch mehr Abwechslung gestalten können.
Die Segnung samt Weihwasser war für die kleineren und größeren Kinder ein kleines Erlebnis. Auch, weil Dechant Keller gut gelaunt auf sie einging. „Beim Segnen in der Kirche wird man oft nass, als würde es regnen. Aber das erinnert uns, dass wir getauft sind und dass wir ganz wach sein sollen. Und nicht verschlafen und müde“, scherzte Keller mit den Kindern. Er freut sich, dass die Einrichtung der neuen Gruppe möglich war. „Ich bin dankbar, dass die Kommune und der Kreis das Ihre dazu beigetragen haben. Der Landschaftsverband in Köln, der grünes Licht für die Erweiterung gegeben hat. Das Bistum Münster, das auch diese weitere Gruppe genehmigt hat. Und nach langem Machen ist aus einem ehemaligen Pfarrhaus eine Kindergartengruppe geworden.“

Die Entwicklung begleiten

Die Kinder sind im St. Antonius Kindergarten jedenfalls gut aufgehoben. Die Erzieherinnen bieten den Wichteln die nötige Nähe und Aufmerksamkeit. Der Schwerpunkt liegt nämlich auf der Beziehungsarbeit, wie Erzieherin Janine Weibel erklärt. Wichtige Bausteine in der Arbeit mit den Kindern sind das Experimentieren und die Neugierde, aber auch das Zusammensein: Mit einem gemeinsamen Frühstück in zwei Gruppen kann es am Morgen bereits losgehen.
Neben dem Engagement der Erzieherinnen kann sich auch die Einrichtung des ehemaligen Pfarrhäuschens sehen lassen. Dabei bietet sie einen überschaubaren Anteil von Mobiliar, damit genug Freiräume für den Bewegungsdrang der Kleinen gesichert sind. Das ist schon in den zwei Spielbereichen der Fall, es gibt aber darüber hinaus noch einen eigenen Bewegungsraum, der unter anderem mit kleinen Rutschen zu einem Abenteuer einlädt.
Ein Waschraum unter anderem mit zwei kleinen Toiletten und einem kleinen Waschbecken deckt unter anderem die Hygiene ab, wohingegen sich die Kinder im Schlafraum eine erholsame Pause gönnen können.
Ein Highlight in der Gruppe sind definitiv die frischen, regionalen und saisonalen Mahlzeiten, die zwei Köchinnen extra für die Wichtel zubereiten. Die machen nicht nur satt, sondern sind besonders gesund. „Wir sind stolz darauf, dass wir das finanziell hinbekommen. Viele Kitas lassen sich ja beliefern. Und alle fünf Monate werden wir kontrolliert: Außenspielbereich, Trinkwasser, die Dame von der Lebensmittelhygiene war gerade noch im Haus“, sagt Huber. Ein Wickeltisch steht auch den Eltern und Großeltern für die Kinder zur Verfügung, „damit sie sich nicht bücken müssen und dem Kind hier oben die Jacke oder die Schuhe ausziehen können“, erklärt Huber. Ein Hingucker ist auch das „Kindertaxi“, ein gespendeter Kinderwagen mit Platz für sechs Kinder.