Gina Kamperschrör ist
neue Leiterin im Jugendcafé

Karin Ingendahl verlässt Emmericher Einrichtung nach 22 Jahren

Kamperschrör Jugendcaé
Führungswechsel im JuCa: Karin Ingendahl (l.) übergibt die Leitung an Gina Kamperschrör. Nadine Bremer (r.) freut sich auf die neue Kollegin. NN-Foto: MB

EMMERICH. Es ist eine Ära, die im Jugendcafé am Brink zu Ende geht. Nach 22 Jahren hat Karin Ingendahl am 1. September die Leitung in neue Hände übergeben: Gina Kamperschrör­ hat ihre Nachfolge angetreten. „Lob und Dank“ richtet Nadine Bremer, Leiterin des Fachbereiches Jugend, Schule und Sport der Stadt Emmerich, für ihre „hervorragende Arbeit“ an Ingendahl und freut sich zugleich, „dass mit wir Gina Kamperschrör eine gute neue Kollegin gefunden haben“.

Ingendahl arbeitet seit mehr als 23 Jahren bei der Stadt, übernahm mit der Eröffnung 1998 die Leitung des JuCa als erste Einrichtung komplett in städtischer Trägerschaft. „In diesen 22 Jahren ist viel passiert, die Zeit hat mich sehr geprägt“, blickt die 55-Jährige zurück. Sie habe viele Kontakte geknüpft, und so manche Freundschaft sei entstanden, die bis heute gehalten habe. „Früherer Besucher des JuCa bringen heute ihre eigenen Kinder hierher“, erzählt sie und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Ich bin auch selbst hier erwachsener geworden.“

„Jugendarbeit läuft immer in zwei Richtungen“

Jugendarbeit, betont sie, laufe stets in zwei Richtungen. Als Leiterin des JuCa habe sie ebenfalls viel gelernt – im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen sowie in der Arbeit mit ihrem Team. „Es sind viele Bilder und Menschen hängen geblieben.“ Nachdem sie ihren Abschied bekanntgegeben hatte, „habe ich viele Sympathiebekundungen erhalten“, erzählt sie.

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Die Arbeit und der Umgang mit den Kindern und Jugendlichen habe sich aus ihrer Sicht „viel weniger verändert, als man allgemein meint“. Die Grundbedürfnisse der Kinder, die ins Jugendcafé kommen, seien noch immer dieselben wie vor 20 Jahren: Gespräche führen, ein offenes Ohr haben für Probleme und Sorgen, aber auch einfach eine unbeschwerte Zeit verbringen und Spaß haben.

Ingendahl: „Gina hat auf jeden Fall Lust“

Ihrer Nachfolgerin Gina Kamperschrör wünscht sie „viel Spaß“ mit der neuen Aufgabe: „Ich hoffe, dass sie – gemeinsam mit den Besuchern – viel im JuCa gestalten wird.“ Während einer kleinen Einarbeitung habe sie bereits festgestellt: „Gina hat auf jeden Fall Lust dazu.“ Sie selbst wechselt zur LVR-Klinik in die Forensik: „Das ist die Gelegenheit, mich neu zu orientieren. Es ist jetzt einfach der Zeitpunkt für eine ganz neue Ausrichtung gekommen. Ich gehe, weil ich mich weiterentwickeln möchte.“

Gina Kamperschrör bestätigt derweil die Vorfreude auf die neue Stelle in Emmerich, die für sie „neue Rolle sehe ich als Herausforderung“. Das JuCa kennt sie bereits durch ihr Sozialpädagogik-Studiums in den Niederlanden, in dieser Zeit arbeitete hier ein Jahr lang im Jugendcafé am Brink. In den vergangenen zwei Jahren war sie in der Flüchtlingsunterkunft (ZUE) in Rees tätig. „Schon während meiner ersten Zeit in Emmerich habe ich festgestellt, dass wir im JuCa ein sehr gutes und motiviertes Team haben. Hier kann man vieles frei gestalten, und jeder kann Ideen einbringen.“

Kamperschrör übernimmt im Jugendcafé „sehr gutes Fundament“

In Emmerich „hinterlässt Karin ein sehr gutes Fundament mit einem tollen Programm, das wir erst einmal bis zum Jahresende unverändert fortführen werden“, sagt die 31-Jährige, die mit ihrer neuen Stelle wieder aus den Niederlanden zurück in ihre Heimatstadt Bocholt zieht. „Im neuen Jahr werden wir dann schauen, was wir verändern und wie wir das Jugendcafé weiterentwickeln können.“

Ein Punkt, den sie bereits auf dem Zettel hat: „Ich habe einen Trainerschein in Antigewalt- und Deeskalationstraining, da würde ich gerne etwas anbieten.“ Auch die Neugestaltung des Neubaus sei eine spannende Aufgabe.