KALKAR. Mehrere Schaukeln, eine Rutsche und ein Spielturm im Sand zeichnen den Spielplatz mitten im Wisseler Wohngebiet charakteristischer Weise aus: Der heimliche „Star“ ist aber etwas anderes: Der Hügel, der sich an einer Seite des Spielplatzes befindet und ihn zur Straße abgrenzt, ist nämlich ganz besonders beliebt. Hier rollen Kinder gerne das grüne Gras hinunter oder nutzen ihn als kleine Piste für ihr Fahrrad, wie sie im Gespräch mit Romy Pascale Schulte vom Planungsbüro Stadtkinder aus Dortmund erzählen.

„Daran ist zu erkennen, dass für Kinder nicht nur die Ausstattung des Spielplatzes mit Geräten wichtig ist, sondern auch der Raum, in dem sich der Spielplatz befindet“, sagt Schulte. Dies sei an vielen Beispielen, in denen Kinder ihre Spielplätze vorgestellt haben, zu erkennen.

Das Planungsbüro Stadtkinder erstellst im Auftrag der Stadt Kalkar ein Spielplatzkonzept. Dazu finden zurzeit und voraussichtlich noch bis zu den Herbstferien sogenannte „Streifzüge“ statt. Schulte trifft sich dazu mit Kindern in den Kalkarer Ortschaften. Die Kinder zeigen ihr, wo sie gerne spielen. Auf der bis zu zweistündigen Route, welche die Kinder selbst vorgegeben, führen sie Schulte zu mehreren Spielplätzen und sagen ihr, was ihnen gut und was ihnen weniger gut gefällt. Die Stadtplanerin dokumentiert und protokolliert die „Streifzüge“, die eine qualitative Methode der Spielraumforschung sind, schriftlich und mit Fotos. Im Nachgang wertet sie diese aus, um später ein bedarfsgerechtes Spielplatzkonzept für die ganze Stadt Kalkar zu erstellen.

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Überprüfung aller Spielflächen

„Die bereits vorhandenen Spiel- und Bewegungsflächen bilden hierfür eine wesentliche Voraussetzung“, sagt Schulte. Die Stadt Kalkar verfüge derzeit über insgesamt 23 Spielplätze und zwei weitere Spielflächen. Im Rahmen des Spielplatzkonzeptes sollen alle überprüft werden. Insgesamt sollen bestmögliche Bedingungen für ein gesundes Aufwachsen sowie attraktive Räume für alle Generationen geschaffen werden. Selbst die Kinder der St. Luthard-Grundschule in Wissel, die Schulte durch das Dünen-Dorf führte, hatten beim ersten „Streifzug“ Jung und Alt im Blick. Sie sprachen sich am Spielplatz für Spielmöglichkeiten für kleinere Kinder und für mehr Sitzbänke aus, die auch Erwachsenen zugute kommen würden.

Das fertige Spielplatzkonzept wird in den entsprechenden Ausschüssen und im Rat der Stadt Kalkar vorgestellt. Kalkars Bürgermeisterin Britta Schulz rechnet jedoch damit, dass das erst Anfang nächsten Jahres in voller Gänze geschehen wird.