GELDERN. Die eigene Gesundheit zu fördern muss nicht immer mit aufwändigem Training einhergehen. Das zeigt der Kneipp-Verein Gelderland eindrucksvoll mit seinem ganzheitlichen Lebens- und Sinnesgarten mit Erlebnischarakter nach Sebastian Kneipp an der Gelderland-Klinik in Geldern. Mit einem Aktionstag eröffnete der Verein ihn nun ganz offiziell, nachdem er bereits seit Mai begehbar ist.

Am Aktionstag stellten die Kneipp-Experten den Besuchern den Garten und das dahinter liegende naturheilkundliche Prinzip vor. So erfuhren sie, wie man einen „HEBEL“ in Bewegung setzt. Genauer: Wie man mühelose Kneipp-Anwendungen umsetzt und der Gesundheit damit einen großen Gefallen tut, auch präventiv. Jeder der Buchstaben steht für ein Element: Hydrotherapie (Wasser), Ernährung, Bewegung, Extrakte aus Kräutern und Lebensrhythmus.

Wissenschaftlich gestützt

Als ganzheitliches Naturheilverfahren sind die Kneipp-Methoden wissenschaftlich gestützt. Das bestätigte auch Christoph Weß, Kaufmännischer Direktor des St. Clemens Hospitals, indem er auf die Kneipp-Einflüsse in der Gelderland-Klinik verwies.

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Kneipp-Verein Gelderland
Nicole Zobel vom Kneippverein erfrischt sich am Armbecken. Für die kleinen Besucher gibt es zudem ein eigenes Becken.

Die zwei Armbecken (Kinder und Erwachsene), auch die „Kneipp‘sche Tasse Kaffee“ genannt, erfrischen den Geist wie das Getränk. Das Wassertreten – aber bitte im Storchengang – stärkt das Immunsystem, kräftigt die Venen und fördert die Durchblutung und abends den Schlaf. Aber Obacht: Mindestens eineinhalb Stunden sollten zwischen zwei Wasseranwendungen liegen, damit die Wirkung auch greift.

Zudem sollte man gleich im Anschluss mit nassen Füßen den Barfußpfad betreten. Die Nässe macht sie nämlich unempfindlicher für den Pfad und ein Handtuch braucht man danach auch nicht mehr. Der Pfad bietet mit seinen Teilbereichen aus Mulch, Steinen, Moos, Rasen und Sand ein besonderes Gefühlerlebnis. Das entspannt die Muskeln, massiert die Fußreflexzone, kräftigt die Beinmuskulatur und verbessert die Motorik.

Ernährung und Kräuter fließen im insektenfreundlichen Garten zusammen. „Man kann sie alle essen und darf sich gerne bedienen“, sagte Liss Steeger, Schriftführerin beim Kneipp-Verein Gelderland. Während man seine Seele baumeln lässt, erfüllt man zugleich das fünfte Element, den Lebensrhythmus. „Oder die Lebensfreude, wie ich sage“, erklärte Steeger.

Körper, Geist und Seele im Einklang

„Die Kneipp-Therapie ist ganzheitlich und zielt darauf ab, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen“, fasste der Vorsitzende des Kneipp-Vereins, Udo Spelleken, zusammen. Und Margret Voßeler-Deppe, Landtags- und Kneipp-Mitglied, ist sich sicher: „Hier wurde eine Einrichtung geschaffen, die den Bürgern einen echten Mehrwert bietet. Ich bin überzeugt, dass Sie mit dem Erlebnisgarten den Nerv der Zeit getroffen haben.“

Im Verlauf des Aktionstages, der von dem Programm „Bewegt ÄLTER werden in NRW!“ unterstützt wurde, nahmen viele Besucher an den Angeboten teil. Kneipp-Mentorin Carina Auth vom Landesverband hatte sich für den 16 Felder großen Barfußpfad Aufgaben überlegt: So sollten die Besucher mit dem großen Zeh eine Acht in das Sandfeld schreiben, auf dem Rasen auf Fersen und auf dem Moosboden auf Zehenspitzen laufen sowie Steine mit den Zehen greifen und in einen Korb legen.

Die Kräuterexpertin Ute Stehlmann führte durch den Kräutergarten und die Hochbeete, erklärte die Wirkungen und wies auch auf die Beschilderung mit QR-Codes hin, die auf Erläuterungen im Internet verweisen.

Die Gesundheitstrainerinnen Steeger und Nicole Zobel demonstrierten die Technik des Wassertretens und die Anwendung von Kneipp-Güssen. Wie man zu Hause einen Hebel in Bewegung setzen kann, erklärte Steeger ebenso, die das Akronym als Eselsbrücke erfunden hat.

Mehr Informationen gibt es unter kneippverein-gelderland.de. Der Garten wurde im Rahmen des LEADER-Programms mit 93.000 Euro gefördert. Der Aktionstag war eine Zusammenarbeit des Kneipp-Vereins Gelderland mit dem Kneipp-Bund NRW und dem Landessportbund.