Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt (vorne Mitte) und Stadtkämmerer sowie LAGA-Geschäftsführer Martin Notthoff (3. v. l.) führten ihre Gäste, darunter auch Christoph Heidenreich (r., Stadtbaurat und IGA-Beauftragter der Stadt Gelsenkirchen), über das LAGA-Gelände. NN-Foto: Thomas Langer

NIEDERRHEIN. Die Stadt Kamp-Lintfort lebt Veränderung. Trotz der Prägung durch die Zeche Friedrich Heinrich entwickelt sich die Stadt immer weiter in Richtung einer grüneren Zukunft. Das bezeugt nicht nur die Landesgartenschau (LAGA): Denn auch wenn sie bald endet, möchte die Stadt gemeinsam mit anderen Kommunen des Ruhrgebiets am neuen Dekadenprojekt der Metropole Ruhr teilnehmen – der Internationalen Gartenausstellung 2027 (IGA). Noch befindet sich Kamp-Lintfort dafür in der Planungsphase .

LAGA-Geschäftsführer und Stadtkämmerer Martin Notthoff wurde zuletzt vom Kreis Wesel in den Beirat „Unsere Gärten“ IGA 2027 der Metropole Ruhr berufen, wo er mit dem Kreis Wesel die Interessen des Niederrheins vertritt. Für ihn der passende Anlass, um gemeinsam mit Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt die IGA-Arbeitsgruppe 2027 über das Gelände der LAGA zu führen, wo sie unter anderem über die Erfolge der LAGA und die weitere Zukunft sprachen. Zu den Gästen gehörte unter anderem Christoph Heidenreich, Stadtbaurat der Stadt Gelsenkirchen und IGA-Beauftragter.

Kamp-Lintfort möchte das Gelände der Landesgartenschau nutzen, um damit an der IGA in der Kategorie „Unsere Gärten“ teilzunehmen. In dieser Kategorie werden Parks entweder in Teilen oder komplett neu gestaltet. Die Stadt möchte gleich im Anschluss an die LAGA mit den Vorbereitungen beginnen. „Die IGA ist eine internationale Marke. Und wir erhalten nun die Chance, unsere Aktivitäten der LAGA dort einzubeziehen und auf dem Gelände durch Fördermittel eine zusätzliche Gestaltung vorzunehmen“, erklärte Landscheidt. Trotz der Randlage Kamp-Lintforts – verglichen mit den großen IGA-Bezahlstandorten Duisburg, Dortmund und Gelsenkirchen – verwies Landscheidt auf die gemeinsame Industriegeschichte mit Kohle und Stahl sowie auf das große Interesse am Projekt. „Die Standorte aufzuwerten ist ein wesentliches Thema der IGA und wir möchten gerne dazugehören“, erklärte Landscheidt.

Es werde Tourismuskonzepte und mit den anderen Kommunen eine Leitidee geben, in denen Standorte mit LAGA-Erfahrung wohl eine besondere Rolle spielen würden. „Wir können uns vorstellen, als einer der interessanten Standorte am Ende davon zu profitieren und mittelbar wahrscheinlich auch durch die Fördermittel, die es für solche Kommunen sicherlich geben wird. Für uns ist es eine Win-Win-Situation, denn was kann es für eine kreisangehörige Mittelstadt Besseres geben, als an solchen Konzepten teilzunehmen?“

Nachhaltige Strukturveränderungen

Nachhaltigkeit ist für Landscheidt ein wesentlicher Anspruch solcher Ausstellungen. Besonderes Merkmal sei, durch sie nachhaltige Strukturveränderungen zu generieren und ein grünes Umfeld zu schaffen. Im Falle Kamp-Lintforts soll bereits mit der LAGA ein neuer Stadtteil geschaffen werden. Die Ausstellung zielt aber auch darüber hinaus: „Meine Erwartung ist, dass die Metropole Ruhr dadurch dazugewinnt, nämlich als hochinteressanter Tourismusstandort nicht nur in Deutschland“, sagte Landscheidt.

Die Idee an der Teilnahme entstand bereits vor der LAGA. „Schon 2018, nach der Entscheidung der IGA 2027 in das Ruhrgebiet zu gehen, haben wir uns beim RVR gemeldet“, sagte Notthoff. Wegen der LAGA befindet man sich in Kamp-Lintfort jedoch noch in der Planungsphase.

Auf das Motto der IGA – „Wo wollen wir morgen leben?“ – hatte Notthoff, auf dem Gelände der Ausstellungsgärten stehend, trotzdem eine klare Antwort parat: „Im Park. Wo wir jetzt stehen, werden zur IGA Häuser sein. Der Park-Nachhaltigkeitsaspekt bleibt aber. Es gibt neue, innovative Ansätze auch im Gartenbau. Da möchten wir den Leuten einen neuen Schub geben“, führte Notthoff aus.

Die Zeiten für das Ruhgrgebiet hätten sich definitiv geändert, wie Heidenreich festhielt: „Wir sind gar nicht mehr so verraucht und schwarz. Wir sehen die Sonne. Das Ruhrgebiet ist grün, hat viele schöne Ecken und ist touristisch wertvoll. Es bietet viele Qualitäten, die wir bis 2027 weiter herausarbeiten wollen.“