Sportzentrum
So könnte das Sportzentrum Bresserberg aussehen. Das Architekturbüro Ruhnau hat das Konzept ausgearbeitet. Foto: Architekturbüro Ruhnau

KLEVE. Der 1. FC Kleve, VfL Merkur und die Tennisvereinigung Rot-Weiss Kleve wollen ein modernes Sportzentrum – einen Sportzentrum, das für jeden zugänglich ist. „Wir wollen keine Vereine sein, die sich abschotten. Wir wollen uns öffnen und ein Angebot für alle schaffen, die Sport treiben möchten“, sagte Christoph Thyssen, Vorsitzender des 1. FC Kleve, stellvertretend für alle drei Vereine bei der Präsentation eines vom Issumer Architekturbüro Ruhnau ausgearbeiteten Entwicklungskonzeptes zum Sportzentrum Bresserberg. Der Freizeitsport nimmt bei diesen Planungen einen großen Raum ein.

Mit sechs Tennisplätzen, vier Paddle-Courts, einer Skater- sowie Finnenbahn zum Joggen und Spazieren, einer Beachvolleyballanlage, Spielplätzen für Kinder und einer Gastronomie soll das Sportzentrum Bresserberg nach diesen Planungen ausgestattet werden und damit nicht nur die Sportvereine, sondern auch den Bürgern allgemein dienen. Den Rasenplatz im Gustav-Hoffmann-Stadion sollen die American Footballer vom VfL Merkur nutzen können, der zudem mit einer modernen Tartanbahn umrandet werden soll. Außerdem sieht das Konzept eine Dreifachturnhalle im Bereich an der Stadionstraße vor, wo sich heute Umkleideräume befinden, sowie ein Parkhaus, das die Parkplatzsituation entschärfen soll und dessen Dach noch für ein Reha-Sportzentrum genutzt werden könnte. Die Tribüne der Getec-Arena an der Welbershöhe sollte nach Meinung der Issumer Architekten ausgebaut werden und unter anderem Umkleideräume beherbergen.

Zustimmung von der Politik

Bei den Vertretern der anwesenden Klever Parteien, denen die Architektinnen Leonie Tillmans und Marijke Ruhnau die Planungen am vergangenen Samstag ebenfalls vorstellten, stießen die neu vorgetragenen Ideen auf Zustimmung. „Das Konzept ist eine Steilvorlage für den neuen Rat“, sagte Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing. Allerdings müsste dieser für eine Umsetzung bestehende Beschlüsse zurücknehmen. Die bisher gefassten Beschlüsse – unter anderem den Bau einer Zwei- statt einer Dreifachturnhalle – würden die Umsetzung eines modernen Sportparkes zurzeit eher erschweren als befördern, sagte Architektin Tillmanns. „Dabei finden wir hier tolle Gegebenheiten vor, die man nur rauskitzeln muss“, ergänzte Ruhnau.

Elementarer Bestandteil der Planungen ist zudem das Baugebiet „Hellingsbüschchen“, für das bereits ein beschlossener Bebauungsplan vorliegt. Die Vereine würden auf dem Areal jedoch lieber den Sportpark Bresserberg erweitern. „Das Sportzentrum muss atmen können“, begründete Thyssen. Die CDU und Bündnis 90/Die Grünen, die mit ihren Stimmen die Ratsbeschlüsse auf den Weg brachten, signalisierten allerdings Gesprächsbereitschaft. Ebenso die SDP und FDP.

Oft enttäuscht worden

Mit den neuen Planungen, in die die Tennisvereinigung Rot-Weiss Kleve neu eingestiegen ist, möchten die Vereine noch einmal an die Politik und die Verwaltung appellieren: „Wir sind in den vergangenen Jahren mehrmals enttäuscht worden. Da hätte man eigentlich schon sagen müssen: Das war’s. Trotzdem haben wir jetzt noch einmal einen weiteren Versuch gestartet. Dabei geht es uns nicht alleine um die Vereine und den Sport, sondern um Kleve.“

Ziel müsse es sein, ein zukunftsfähiges Sportzentrum auf die Beine zu stellen. Dafür plädierte auch Helmut Tripp, Vorsitzender des VfL Merkur Kleve. Der Breitensportverein mit fast 1000 Mitgliedern wartet schon seit vielen Jahren auf eine neue Turnhalle und einen Umzug aus der Unterstadt. Die 100 Mitglieder umfassende Tischtennisvereinigung Rot-Weiss Kleve würde ebenso wie Merkur sein Areal an der Königsallee aufgeben und in das Sportzentrum Bresserberg ziehen.