Berufskolleg des Kreises Kleve

KLEVE. Das mit durchschnittlich rund 5.000 Schülern größte Berufskolleg Nordrhein-Westfalens ist es bereits, bald ist es aber auch eines der Modernsten. Denn der Neu- und Umbau des Berufskollegs des Kreises Kleve an der Felix-Roeloffs-Straße in Kleve schreitet voran. Landrat Wolfgang Spreen durfte in der vergangenen Woche zum Richtfest coronabedingt zwar nur ein paar wenige geladene Gäste aus der Wirtschaft, Politik und Verwaltung auf der Baustelle begrüßen, trotzdem sprach Spreen genauso wie Berufskolleg-Schulleiter Peter Wolters von einem historischen Tag und einem wichtigen Meilenstein zur Fertigstellung einer besonderen Investitionsmaßnahme.

Berufskolleg des Kreises Kleve
Auf den Neubau des Berufskollegs wurde – im kleinen Rahmen – feierlich angestoßen. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

55 Millionen Euro investiert der Kreis Kleve in den Um- und Neubau des Berufskollegs. „Damit setzen wir deutliche Akzente für die Bildungsinfrastruktur in unserem Kreis“, betonte Spreen beim Festakt. Dies sei nicht nur ein Gewinn für die jungen Menschen selbst, sondern ebenso für Industrie und Handwerk, die Wirtschaft und letztlich für das gesamte Gemeinweisen. Spreen dankte daher den Mitgliedern des Kreistages für ihre Weitsicht und das Vertrauen, nach dem Bau der Hochschule Rhein-Waal und dem neuen Berufskolleg des Kreises Kleve in Geldern, erneut einen mutigen Schritt gewagt zu haben.

Dieses Projekt des Kreises Kleve sei in Nordrhein-Westfalen eine absolute Ausnahme, wie Schulleiter Wolters bestätigte. „Es wird überall von der Förderung der beruflichen Bildung und des MINT-Gedankens (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik; Anm. d. Red.) im Bildungswesen gesprochen. Viele reden aber nur darüber, der Kreis Kleve macht es.“

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Möglichkeit Unterricht neu zu gestalten

Er sei – ebenso wie das ganze Kollegium – froh, dass der Kreis Kleve mit dem Neubau die Weichen für die Zukunft stelle und durch die Errichtung sowie Ausstattung des neuen Berufskollegs dafür sorge, dass die Ziele einer guten Förderung der beruflichen Bildung im Sinne des MINT-Gedankens auch erreichbar würden. „Mit dem Mitteln, mit denen uns der Kreis Kleve ausstattet, wird uns die Möglichkeit gegeben, den Unterricht völlig neu zu gestalten. Wir werden ganz neue Wege gehen können“, sagte Wolters. Er und sein Kollegium seien sich der Verpflichtung bewusst, diese auch nutzen zu wollen und die Schüler bestmöglich auf ihr Berufsleben vorzubereiten. Denn das sei für das Gemeinwohl wichtig. „Eine florierende Gesellschaft benötigt gut ausgebildeten Nachwuchs auf allen Eben – nicht nur im Bereich der Hochschulabschlüsse. Unsere Gesellschaft braucht Menschen und Familien, die durch ihre Ausbildung über ein sicheres Einkommen verfügen und so am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen können“, sagte Wolters. Dafür engagiere sich der Kreis Kleve mit der Errichtung und Ausstattung des neuen Berufskollegs des Kreises Kleve ebenfalls.

2021 soll das neue Berufskolleg fertiggestellt werden. Für die unterschiedlichen Bildungsmöglichkeiten in den gewerblichen, kaufmännischen und technischen Abteilungen werden insgesamt 21.500 Quadratmeter Grundfläche zur Verfügung stehen. Das Hauptgebäude mit dem Erweiterungsbau, dessen Richtfest nun gefeiert wurde, hat eine Grundfläche von 9.250 Quadratmetern. Hier wird die Abteilung Technik unter anderem mit einer Elektrowerkstatt sowie die Fächer Gesundheit, Biologie, Chemie und Physik ein neues Zuhause finden. Ausgestattet wird das Gebäude sowohl mit Unterrichtsräumen als auch mit modernen Fach- und EDV-Räumen sowie mit flächendeckendem WLAN und digitalen Unterrichtsmedien.

Für die Zukunft sehr gut aufgestellt

„Damit ist das Berufskolleg des Kreises Kleve an diesem Standort für die künftigen Jahrzehnte und Generationen an diesem Standort als Zentrum der beruflichen Bildung sehr gut aufgestellt“, betonte Spreen. Hinzu kommen noch weitere Schulgebäude – die zusätzliche Dreifachturnhalle sowie sanierte und neu errichtete Werkstätten – mit einer Grundfläche von insgesamt 12.250 Quadratmetern. Der komplette Komplex wird barrierefrei gebaut. Das gesamte Grundstück umfasst eine Fläche von rund 100.000 Quadratmetern.

Während auf der Großbaustelle die Arbeiten täglich voranschreiten, geht auch der Unterricht für die Schüler des Berufskollegs in Kleve weiter. Dies sei zwar eine Herausforderung, berichtete Wolters, man arrangiere sich aber im Hinblick auf die neuen, besseren Bedingungen in Zukunft mit der derzeitigen Situation.