Bürger kämpfen um Wald auf dem Klinik-Gelände

Initiative sammelte Unterschriften gegen Investoren-Pläne

BEDBURG-HAU. Mit einem Bürgerbegehren kämpfen mehrere Bedburg-Hauer Bürger um den Wald auf dem Gelände der LVR-Klinik, wo private Investoren eine Wohnbebauung realisieren wollen. Konkret geht es um den Nordteil des Klinikgeländes.

Den Entwurf haben Günter van Meegen und seine Mitstreiter ganz genau unter die Lupe genommen.NN-Foto: Rüdiger Dehnen

Innerhalb von drei Wochen hat die Initiative „Kein Waldsterben per Ratsbeschluss“ 1.100 Unterschriften gesammelt und bei der Gemeindeverwaltung eingereicht. Nun entscheidet der Gemeinderat, ob er das Bürgerbegehren annimmt und die Planungen damit vom Tisch sind oder ob er das Bürgerbegehren ablehnt und es damit innerhalb von drei Monaten zu einem Bürgerentscheid per Briefwahl kommen wird. Der Gemeinderat möchte sich nach der Kommunalwahl dazu beraten.

„Kein Waldsterben per Ratsbeschluss“

Für die Initiative geht es vor allem darum, zu verhindern, dass der jetzt bestehende Bebauungsplan rechtskräftig wird. „Denn dann besitzen die Eigentümer Baurecht und können alles, was im Bebauungsplan festgelegt wurde, umsetzen“, erklärt Günter van Meegen, einer der Initiatoren vom „Kein Waldsterben per Ratsbeschluss“. Die Bedburg-Hauer fürchten, dass es dann einen Kahlschlag auf dem Klinikgelände geben würde. „Der Bauamtsleiter der Gemeinde Bedburg-Hau und die Investoren gaukeln zwar vor, dass es keinen Kahlschlag geben würde, weil eine Waldumwandlung nicht finanzierbar wäre, aber das stimmt nicht. Wenn dem so wäre, dürfte es diesen Bebauungsplan so gar nicht geben. Durch das Baurecht können die Eigentümer eins zu eins das umsetzen, was im Bebauungsplan vorgesehen und festgelegt ist – unabhängig davon, was jetzt gesagt wird“, meint van Meegen. Daran, dass es tatsächlich nur minimale Eingriffe geben werde und eine Mehrzahl der alten Bäume stehen gelassen werden, glaube er nicht.

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Waldumwandlungsverfahren

„Alle Flächen, die als Wohngebiet dargestellt sind, dürfen bebaut werden. Dies hat einen Kahlschlag zur Folge. Alle Flächen, die als private Grünflächen oder als Park ausgegeben werden, dürfen umgewandelt werden. Das betrifft alle Waldflächen im Plangebiet“, erklärt van Meegen und ergänzt: „Sowohl für die Flächen, die als Wohngebiet ausgegeben werden, als auch für private Grünflächen muss ein Waldumwandlungsverfahren von den Eigentümern eingeleitet werden. Demnach wird es laut Bebauungsplan im Plangebiet keinen Wald mehr geben. Somit sind die Aussagen der Investoren falsch.“
Gelände historisch wertvoll

Parkgelände historisch wertvoll

Dabei sei das Parkgelände der LVR-Klinik historisch betrachtet enorm wertvoll. „Der Wald ist über 300 Jahre alt. Ein so gut erhaltenes Stück Wald inklusive der Wege und Häuser gibt es in ganz Deutschland nicht mehr – vielleicht sogar in ganz Europa“, sagt van Meegen. Darum solle die Gemeinde alles daran setzen, dieses auch zu erhalten. Die Initiative zieht dabei einen Vergleich mit dem Schloss Moyland, bei dem die Gemeinde Bedburg-Hau geholfen hat, das Areal wieder attraktiv zu errichten und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Der Landschaftsverband Rheinland könnte der Gemeinde Bedburg-Hau das Areal für einen symbolischen Betrag verkaufen“, schlägt van Meegen vor.
Auch eine Kooperation zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen, dem Kreis Kleve und die Gemeinde Bedburg-Hau sei denkbar. Wichtig sei nur, dass dieses historische Denkmal erhalten bleibe – „auch im Hinblick auf den Klimaschutz. Wir wollen eine grüne Gemeinde sein. Da passt es nicht, wenn wir Wald abholzen“, sagt van Meegen.