Digitaler Unterricht: Lehrer bereiten sich vor

Gesamtschule am Forstgarten macht sich fit für die Zukunft

KLEVE. Die Coronavirus-Pandemie hat das Schulleben seit Mitte März auf den Kopf gestellt. Bis zu den Sommerferien wurden alle Schüler vorwiegend per „Homeschooling“ unterrichtet. Ab Mittwoch wird dieses zwar (erstmal) wieder vom Präsenzunterricht abgelöst, doch die Gesamtschule am Forstgarten in Kleve bereitete sich in dieser Woche auf „digitales Lernen“ vor. Ein Fortbildungstag griff viele Themen auf, die durch das erzwungene Lernen auf Distanz mit Nachdruck auf die Tagesordnung gekommen sind.

Digitaler Unterricht
Zurück auf die Schulbank: Die Lehrer der Gesamtschule am Forstgarten lernten beim Fortbildungstag unter anderem die digitale Lernplattform „Moodle“ kennen. NN-Foto: SP

Dabei ging es allerdings nicht nur um „Homeschooling“ als Alternative zum Präsenzunterricht. „Mein Wunsch ist, dass viele dieser Inhalte auch nach Corona in den Schul-Alltag verstärkt integriert werden“, sagte Stefan Püplichuisen, didaktischer Leiter an der Gesamtschule am Forstgarten. Dazu war es ihm ein Anliegen, das Lehrerkollegium in digitaler Hinsicht fit zu machen. „Wir haben – wie alle Schulen – natürlich ein heterogenes Lehrerkollegium. Dadurch, dass wir noch eine junge Schule sind, haben wir zwar viele junge Lehrer, die digital sehr fit sind, aber wir haben auch einige ältere, für die das Ganze noch Neuland ist“, sagte Püplichuisen.

Der Mix aus Jung und Alt half dem didaktischen Leiter jedoch, den Tag zu organisieren. „Als wir geschaut haben, was wir für Workshops anbieten können, waren schnell einige Kollegen gefunden, die sie geben können. Wir haben den ganzen Tag komplett intern geplant und durchgeführt“, berichtete Püplichuisen. Der größte Fokus lag dabei auf der digitalen Lernplattform „Moodle“, die an der Gesamtschule vor der Coronavirus-Pandemie nur für die Oberstufe eingesetzt wurde. „Künftig soll sie aber auch verstärkt in den unteren Jahrgängen eine Rolle spielen“, sagte Püplichuisen. Dazu lernten alle Lehrer, wie sie Unterrichtsmaterialien ihren Schülern zur Verfügung stellen und die erledigten Aufgaben der Schüler abrufen.

Herausforderung „Homeschooling“

Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie im März war die Planung eines Unterrichts aus der Ferne für einige Lehrer noch eine große Herausforderung, wie Püplichuisen zugab. „Bis zu den Osterferien herrschte erstmal Verunsicherung, weil die Situation neu war. Wir haben uns aber zusammengesetzt und das Kollegium hat Klassenweise Pläne erstellt, damit Schüler nicht zu viele, aber auch nicht zu wenige Aufgaben gestellt bekommen“, sagte Püplichuisen.

Bis zu den Sommerferien habe das dann gut geklappt, auch wenn der Schwerpunkt erstmal auf die Kernfächer Deutsch, Englisch und Mathematik gelegt worden sei. „Das ginge bei einem erneuten Lockdown natürlich nicht. Die anderen Fächer sind ebenfalls wichtig“, sagte Püplichuisen. Auch deshalb führte die Gesamtschule einen verpflichtenden Fortbildungstag in der letzten vollen Woche der diesjährigen Sommerferien ein. „Sollte es nochmal zu einer ,Homeschooling‘-Zeit kommen, wollen wir gut vorbereitet sein“, bekräftigte Püplichuisen. Unter anderem lernten die Lehrer Erklär-Videos zu erstellen, die direkt auf den Schulstoff an der Klever Gesamtschule zugeschnitten sind.

Es ging beim Workshop-Tag jedoch nicht nur um digitalen Unterricht aus der Ferne, sondern auch um digitale Medien zur Unterstützung im (Präsenz-)Unterricht. Die Gesamtschullehrer lernten, wie sie Material digitalisieren, welche Apps nützlich sein und wie sie ein Tablet im Unterricht verwenden können. Die Gesamtschule ist nämlich mittlerweile mit einer Vielzahl an Tablets ausgestattet, die Lehrer in ihren Unterricht integrieren können.

Unbegrenzte Möglichkeiten

Moritz Machelett erklärte seinen Kollegen, wie sie den Inhalt auf dem IPad mithilfe von AppleTV für die ganze Klasse sichtbar machen und die Schüler mithilfe eigener IPads (die ihnen von der Schule im Unterricht gestellt werden) in den Unterricht direkt integrieren können. „Dabei gibt es eigentlich keine Grenzen, was die Möglichkeiten betrifft. In meinen Fächern Physik und Chemie ist das eine große Hilfe“, sagte Machelett. Er hoffe, dass auch die älteren Kollegen sich in die Thematik einarbeiten und so einen ansprechenden Unterricht anbieten, der übrigens auch trotz der digitalen Unterstützung nicht zwingend vom Lernen abhält. Denn wie Machelett in seinem Workshop zeigte, können Lehrer die IPads für bestimmte Apps sperren, sodass der Fokus automatisch ganz auf den Unterrichtsstoff liegt.