Pünktlich um 10.49 Uhr wechselte am Montag der alte Bus auf das neue Fahrzeug. NN-Foto: G. Seybert

GELDERN. Seit fast sieben Jahren dreht „de Geldersche“ seine Runden durch Geldern. Täglich nutzen 200 bis 250 Fahrgäste (vor Corona) den beliebten Stadtbus, an Wochenmarkt-Tagen oft noch etwas mehr. Seit Montag fährt nun ein neues Fahrzeug auf dem Linienweg der SL 9 – deutlich größer und komfortabler als das Vorgängermodell. Der Mercedes Citaro Midibus bietet 27 Sitzplätze, zwei Klappsitze und mehr Platz für Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühle. Bei der Premierenfahrt am Montag um 10.49 Uhr überzeugten sich Bürgermeister Sven Kaiser, die Ortsbürgermeister Johannes Leurs (Geldern) und Heinz Manten (Veert) sowie Marlies van Treeck und Dieter Schade vom Seniorenbeirat von den Vorteilen des neuen „de Geldersche“.

Am 14. Oktober 2013 war der Auftakt für das neue Gelderner Buskonzept. Die Idee hinter dem Gelderschen damals: 38 Haltstellen sollten die Gelderner Innenstadt mit Veert, dem Barbaraviertel und dem Krankenhaus verbinden. Zu einem sehr günstigen Preis von damals 1,50 Euro pro Fahrt – egal, wie weit der Fahrgast fahren wollte.

Im 30-Minuten-Takt fährt der Bus den Bahnhof, den Markt und das Krankenhaus an, ehe es im Wechsel durch das Barbaraviertel oder nach Veert geht. Angestoßen wurde das Projekt damals durch den Demographie-Workshop, geplant vom Kölner Verkehrsplaner Rolf Hoppe in enger Abstimmung mit der Stadt Geldern und dem Seniorenbeirat.

Sieben Jahre später fährt der Geldersche immer noch durch die Herzogstadt – aus einer dreijährigen Testphase wurde ein dauerhaftes Gelderner Buskonzept. Bald werden 41 Haltestellen angefahren. Auch der neue Bus ist in den bekannten „De Geldersche“-Farben blau und grün gestaltet, die schnell dafür sorgten, dass der Geldersche bei den Menschen einen hohen Wiedererkennungswert erlangte. „Es ist toll zu sehen, dass der Geldersche von der Bevölkerung so gut angenommen und aus der damaligen Testphase ein dauerhaftes Erfolgsmodell wurde“, sagt Gelderns Bürgermeister Sven Kaiser. „Der neue, modernere und größere Bus ist ein weiterer Schritt, um unser ÖPNV-Angebot noch weiter zu verbessern.“ Heinz-Theo Angenvoort, der damals die Einführung des Gelderschen als Leiter der früheren städtischen Verkehrsbetriebe begleitet hat und nun in der Stabsstelle Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit die Mobilitätsthemen betreut, ergänzt: „Die Anschaffung eines neuen Gelderschen-Busses ist ein großer Erfolg. Wir freuen uns, den Menschen in Geldern mehr Mobilität und damit auch Lebensqualität geben zu können.“

Deutlich größer, moderner und komfortabler präsentiert sich der neue „de Geldersche“. NN-Foto: Gerhard Seybert

Stephan Kreth, Betriebsleiter von Look-Busreisen: „Wir freuen uns über das neue Fahrzeug und die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Geldern. Gemeinsam wollen wir den ÖPNV in unserer Region weiter voranbringen.“ Die NIAG-Unternehmensgruppe hat die Konzession für den Stadtverkehr Geldern mit Wirkung zum 1. August 2019 übernommen. Die Fahrleistung erfolgt weiterhin durch die beauftragte Firma Omnibusbetrieb Schatorjé aus Kevelaer, die schon seit Oktober 2013 diese Linie (damals noch unter Verantwortung der Städtischen Dienste Geldern – Verkehrsbetrieb) fährt und den neuen Bus beschafft hat. „Wir sind stolz darauf, dass wir an dieser Erfolgsgeschichte mitwirken dürfen“, erklärt Thomas Schatorjé. Er wies darauf hin, dass eine Klimaanlage im neuen Bus für angenehme Temperaturen sorgen wird, die Innenausstattung optimiert wurde und ein Abbiegeassistent für mehr Sicherheit im Verkehr sorgt. „Wir hoffen, dass der Bus damit noch besser angenommen wird und freuen uns, auch zukünftig mit dem Gelderschen unterwegs sein zu dürfen.“ Heinz-Theo Angenvoort ergänzt, dass man bei der Fahrzeugsuche den Markt auch nach einem passenden Elektrobus sondiert habe. „Allerdings gibt es keinen, der die notwendige Reichweite von zirka 260 Kilometern pro Tag schaffen würde. Die Elektro-Busse sind noch nicht so weit, dass ihre Kapazitäten für die Route des Gelderschen inklusive An- und Abfahrt ausreichen würden. Der eingebaute Dieselmotor ist hocheffizient und entspricht den aktuellsten Umweltanforderungen.“

Trafen sich am Montag zur Premierenfahrt: Vertreter der Stadt Geldern, der NIAG, des Unternehmens Schatorjé Reisen und des Seniorenbeirats. NN-Foto: Gerhard Seybert

Ein Bus für alle

Der Geldersche ist ein „Bus für alle“ – also für alle Altersgruppen. Er wird insbesondere von vielen älteren Menschen genutzt, die durch den „Gelderschen“ und die wohnortnahen Haltestellen eine neue Mobilität erlangten. Andere nutzen den Gelderschen als Transportmittel zur Arbeit und auf dem Weg nach Hause. Ebenso wird er von Eltern genutzt, die mit dem Kinderwagen zum Beispiel bequem von Veert in die Innenstadt und zurückfahren. Auch der neue „de Geldersche“ kommt im bekannten Outfit an die Haltestellen – der Bus ist ganzflächig beklebt – natürlich in den Farben blau und grün (den Farben der LandLebenStadt); und ist somit sehr gut auf den ersten Blick erkennbar.

Fahrkarten und neuer Bussteig

Ein Fahrkartenkauf ist jetzt auch wieder im Gelderschen möglich, der Busfahrerplatz ist mit einer Schutzscheibe geschützt. Beim Busfahrer können auch alle VRR-Preisstufen A-D gekauft werden. Am Busbahnhof hält der Bus „de Geldersche“, die Stadtlinie 9 (im Nahverkehrskürzel SL9 genannt), am neugestalteten und vergrößerten Bussteig 9. Dieser wurde barrierefrei ausgebaut, auch mit den taktilen und optischen Elementen. Dort ist auch ein Umstieg auf andere Buslinien oder die Bahn möglich.

Ab dem Fahrplanwechsel zum Schulbeginn des Schuljahres 2020/21 wird auch eine neue Haltestelle angefahren: „Ärzte-haus Südwall“, direkt am Standort des ehemaligen Finanzamtes. Dort entsteht auf einer Teilfläche das neue Ärztehaus, das Ende dieses Jahres fertiggestellt sein soll. Zudem hat hier das neue Ja-Hotel am vergangenen Wochenende seine Türen geöffnet.

Daten und Fakten
Modell: Mercedes Citaro Midibus Motor: Diesel Euro 6 D – 220 KW Länge: 10,63 Meter, Breite: 2,55 Meter, Mehr Platz für Kinderwagen, Rollstühle, Rollatoren, Zwei-Türen-Einstieg / Ausstieg mit breiten Türen und Umfeldbeleuchtung,, „Kneeling“ zum Absenken an den Haltestellen, Klapprampe an der hinteren Tür für den Einstieg von zum Beispiel Rollstuhlfahrern, Klimaanlage, Abbiegeassistent, Richtungs- und Nummernanzeige außen extra groß, Haltestellenanzeige im Bus auf Bildschirm, Fahrerplatz mit Schutzscheibe – Ticketverkauf im Bus ist wieder möglich Hochlehnsitze