Wilfried Schönherr und Jan Butzheinen-Denkewitz von der Gelderner Baugesellschaft am alten Hauptschul-Standort. Foto: Stadt Geldern

GELDERN. Wilfried Schönherr, Leiter der Realschule An der Fleuth, ist zufrieden. Denn durch die Corona-Beschränkungen konnten er und seine Kollegen immerhin schon vor den Ferien – und damit deutlich früher als geplant – mit dem Umzug ins Schulgebäude an den Westwall starten. Am neuen Standort in der Innenstadt bleibt die Realschule so lange, bis der Neubau am Gelände der alten Geschwister-Scholl-Schule fertig ist. In das bisherige Realschul-Gebäude an der Königsberger Straße ist jetzt die Gesamtschule vollständig eingezogen.

Für den Umzug musste das gesamte Schulinventar inklusive Möbel vom alten Standort zum neuen transportiert werden. „Wir waren aufgrund der Corona-Unterrichtsbeschränkungen schneller als ursprünglich geplant. Das Kollegium war sehr engagiert und hat kräftig mit angepackt. Vor den Ferien haben zum Beispiel immer die Kollegen beim Umzug geholfen, die coronabedingt gerade nicht unterrichten konnten. Wir sind nun froh, dass alles so gut geklappt hat, sodass wir pünktlich mit dem Schulbetrieb wieder starten können.“ Der Realschulleiter lobt auch die Zusammenarbeit mit der Gelderner Baugesellschaft (GBG) und Thomas Beeker vom Schulamt der Stadt Geldern, „die sehr gut funktioniert.“

Parallel zum Umzug konnten coronabedingt auch die Schönheitsreparaturen durch die GBG am Westwall früher beginnen. Wie der Umzug lief und der weitere Neubau-Fahrplan aussieht, im Überblick:

Schönheitsreparaturen am Westwall

An einigen Stellen wurde das Westwall-Gebäude in Abstimmung mit der Realschul-Schulleitung von der Gelderner Baugesellschft bedarfsgerecht angepasst. „Die wesentlichen Punkte sind fertig“, sagt Architekt Jan Butzheinen-Denkewitz, bei der GBG verantwortlich für den Realschul-Neubau und die Modernisierungen am Westwall. So wurden die Klassenräume für die neuen fünften sowie die sechsten Klassen hergerichtet: Die Wände wurden gestrichen, der Bodenbelag grundgereinigt, neue kontaktlose Waschbecken eingebaut, die Akustik durch neue Deckensegel verbessert und neue Tafeln (Wideboards) angeschafft. Für die temporären Klassencontainer wurden fahrbare Tafeln angeschafft, die für die Beamer-Projektion geeignet sind und problemlos mit in den Neubau mitgenommen werden können. Um dem Konzept der Profilklassen gerecht werden zu können, wurde ein Musikraum eingerichtet. Auch die Wlan-Ausstattung wurde verbessert – insbesondere vor dem Hintergrund, dass das digitale Lernen, was bereits am Standort An der Fleuth angeboten wurde, nun auch am Westwall fortgeführt werden kann. Für das Kollegium wurde das Lehrerzimmer vergrößert, ein eigener Arbeitsraum mit PC-Plätzen und Besprechungsmöglichkeit geschaffen sowie die Toilettenanlagen aufgebessert. Die Schülertoiletten wurde vor Kurzem ebenfalls grundgereinigt. „Das Raum-Konzept geht genau auf“, sagt Schönherr. „An manchen Stellen steht uns jetzt auch mehr zur Verfügung, als wir vorher gedacht haben.“ In den Sommerferien werden jetzt noch die Beamer in den Klassenräumen montiert, „sodass digitales und analoges Arbeiten an der Tafel nebeneinander möglich sein werden“, berichtet Schönherr. Knapp 145.000 Euro wurden für die Modernisierungen im Westwall-Gebäude investiert.

Die Container, in denen die Zehntklässler untergebracht werden. Foto: Stadt Geldern

Klassencontainer

Die Klassencontainer, in denen die Zehntklässler der Realschule nach den Sommerferien unterrichtet werden, stehen bereits am „Schweinemarkt“, dem Parkplatz neben dem Schulgebäude am Westwall. Mehr als zehn Sattelschlepper kamen, um die 20 Container-Module über den Westwall anzuliefern. „Es hat aufgrund der guten Logistik im Vorfeld alles reibungslos geklappt“, sagt Schönherr. Bevor die Container geliefert werden, mussten einige Punkte geklärt werden, berichtet Butzheinen-Denkewitz von der GBG. „Unter anderem mit der Katholischen Kirche, der der Parkplatz am ,Schweinemarkt´ gehört. Aber auch mit den Stadtwerken, um die Energieversorgung in den Containern sicherzustellen.“

Rückbau Geschwister-Scholl-Schule

„Wir liegen voll im Zeitplan“, sagt der Architekt. Aktuell laufen die Arbeiten für die Schadstoffsanierungen im Bestandsgebäude der ehemaligen Hauptschule An der Ley, die eng mit dem Umweltamt des Kreises Kleve und der Bezirksregierung abgestimmt wurden. Anschließend beginnen die Abbrucharbeiten. „Ende September wollen wir damit fertig sein“, sagt der Projektverantwortliche der GBG.

Ein Container-Klassenraum von innen. Foto: Stadt Geldern

Fast fertig sind auch schon die Arbeiten an der Turnhalle der alten Hauptschule. Aufgrund des Abrisses des Schulgebäudes erhielt die Turnhalle eine eigene, autark funktionierende Gas-Heizungsanlage. Die Turnhalle verfügt jetzt über eigene Wasser-, Strom, Gas- und Telefonanschlüsse und ist nicht mehr an das alte Schulgebäude gekoppelt. Die Arbeiten waren auch deshalb wichtig, weil über den neuen Wasser- und Stromanschluss die Baucontainer am Hauptschulgebäude versorgt werden können. „Wir sind hier in den Endzügen und werden die Halle zeitnah wieder an die Stadt Geldern übergeben“, sagt Butzheinen-Denkewitz.

Parallel zu den jetzigen Arbeiten laufen die Planungen für den Neubau. „Die städtebauliche Ausrichtung und Gebäudeform des Neubaus sowie die Außenanlagen werden neben der neuen Heimat der Realschule auch eine neue Qualität für das Quartier hervorbringen“, kündigt Butzheinen-Denkewitz an. Wie genau das Raumkonzept der Realschule umgesetzt wird, erfolgt im engen Austausch mit dem Schulamt und der Schulleitung. Eine Besonderheit verrät Butzheinen-Denkewitz aber schon: „Die Qualität des großen Forums, das es bisher an der Fleuth gab, soll ins neue Gebäude übertragen werden.“